14.05.2012
Wirbel um angebliches Apple-Angebot
Loewe-Aktie schießt um 37 Prozent nach oben
Loewe-Fernseher: Angeblich hat Apple Interesse
New York/Kronach - So viel Aufregung gibt es in Franken selten. Im Städtchen Kronach, wo der Fernsehhersteller Loewe zu Hause ist, geht es sonst eher ruhig zu. Das Unternehmen, das sich auf hochwertige TV-Geräte spezialisiert hat, dümpelte zuletzt durch die Krise: 2010 und 2011 gab es Millionenverluste, der Aktienkurs fiel in den vergangenen fünf Jahren um 85 Prozent.
Doch am vergangenen Wochenende rückte eine Meldung im Blog Apple-Insider das Unternehmen in den Fokus der Hightech-Welt. Apple habe ein Übernahmeangebot für Loewe gemacht, hatte das Blog unter Berufung auf Insider berichtet, das deutsche Unternehmen wolle bis Freitag entscheiden, ob es annehme.
Obwohl ein Loewe-Sprecher den Bericht dementierte, schoss die Loewe
-Aktie am Montagmorgen in ungeahnte Höhen. Teilweise lag das Plus bei 37 Prozent. Plötzlich war Loewe gut 20 Millionen Euro mehr wert als in der vergangenen Woche.
Dabei wirft der Bericht viele Fragen auf. Apple
ist nicht bekannt dafür, die Produkte übernommener Unternehmen fortzuführen, sondern integriert sie eher in die eigenen Strukturen. So kaufte das Unternehmen in den vergangenen Jahren etwa eine kleine Firma, die die Grundlage für das Multimedia-Programm iTunes mitbrachte, oder Spezialisten für Kartendienste. Die Übernahme von Loewe mit 1000 Mitarbeitern und einer eigenen Produktion in Europa passt weniger in das bisherige Bild - Apple setzt seit Jahren konsequent auf Auftragsfertiger. Auch nach allem, was man über Design-Guru Jonathan Ive weiß, würde er in seinem Bereich kaum die Kontrolle teilen oder eine fremde Vision übernehmen.
DZ-Bank-Analyst Thomas Maul bezeichnete die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme von Loewe durch Apple als sehr gering. Dafür sei die deutsche Firma zu klein und zu stark auf den europäischen Markt fokussiert. Geld genug hätte Apple allerdings für den Kauf. Der Konzern verfügt über Barreserven von fast hundert Milliarden Dollar.
stk/dpa/Reuters
