17.05.2012
Nach geplatzter Avon-Übernahme
Deutsche Milliardärsfamilie bringt Parfümkonzern an die Börse
Händler an der Börse New York: Handel mit Coty-Aktien könnte im Herbst beginnen
New York - Sie sind alteingesessene Milliardäre und könnten sich auf ihrem Vermögen ausruhen - doch der Mannheimer Reinmann-Clan ist offensichtlich hungrig wie eh und je. Die Absage des Kosmetikriesen Avon hat den Expansionsplänen nur vorübergehend einen Dämpfer verpasst, jetzt sammelt das Unternehmen erst einmal Geld ein - mit dem Gang an die Börse.
Über Coty sollte eigentlich die 10,7 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Avon laufen, doch die Familie biss bei der Gegenseite auf Granit und gab ihr Vorhaben schließlich zu Wochenbeginn auf. Der Börsengang soll nun bis zu eine Milliarde Dollar einbringen - Geld, das womöglich dazu genutzt werden soll, einen weiteren Angriff auf die Vormachtstellung des Weltmarktführers L'Oréal zu starten. Insgesamt ist Coty nach Expertenschätzungen knapp acht Milliarden Dollar wert.
Banken bereits ausgewählt
Coty habe bereits die Banken für den Börsengang ausgewählt, berichteten der Fernsehsender CNBC und die "New York Times" am Mittwoch übereinstimmend. Den Zuschlag hätten die Bank of America, Merrill Lynch und JPMorgan Chase erhalten. Wie die Zeitung schrieb, könnte der Börsenprospekt binnen Wochen veröffentlicht werden, der Handel mit der Aktie könnte dann im Herbst beginnen. Eine Bestätigung von Seiten des Unternehmen gab es dafür zunächst aber nicht.
Der im Rhein-Neckar-Raum beheimatete Reimann-Clan hat sein Milliardenvermögen mit dem Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser gemacht, der unter anderem das Gesichtswasser Clearasil und Kukident-Haftcreme für dritte Zähne herstellt. Daneben bauten die Unternehmer ein Luxusimperium auf. Die in den USA beheimatete Coty machte zuletzt einen Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Dollar. Das Unternehmen steckt hinter Düften von Cerruti, Jennifer Lopez, Karl Lagerfeld oder Davidoff.
mik/dpa-AFX/Reuters