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29.05.2012
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Umsatzeinbruch im Einzelhandel

Spanier sparen sich die Einkäufe

Wartende vor spanischem Arbeitsamt: Neue Probleme durch den Konsumeinbruch
REUTERS

Wartende vor spanischem Arbeitsamt: Neue Probleme durch den Konsumeinbruch

Spanien kämpft bereits mit den Folgen der Immobilienblase, gegen das Misstrauen der Märkte und um seine strauchelnden Banken. Jetzt bekommt auch noch der Einzelhandel im Land die Unsicherheit der Menschen mit Wucht zu spüren: Die Umsätze brachen im April um mehr als elf Prozent ein.

Madrid - Die Schuldenkrise würgt den Konsum ab: Aus Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft des Landes geben die Spanier immer weniger Geld für Einkäufe aus. Wie die spanische Statistikbehörde meldet, brach der Umsatz im Einzelhandel im April massiv ein, um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. So stark war der Konsum zuletzt vor mehr als drei Jahren zurückgegangen.

Die Kaufzurückhaltung schwächt die spanische Binnenwirtschaft und beschert dem Land neue Probleme. Derzeit sucht die Regierung in Madrid vor allem nach einer Rettungsmöglichkeit für die Banken im Land. Um die angeschlagene Sparkasse Bankia mit neuem Geld auszustatten, will Spanien offenbar neue Schulden aufnehmen.

In Medienberichten hieß es, die Hilfen für das marode Institut würden in mehreren Tranchen ausgezahlt. Dafür würden der Banken-Restrukturierungsfonds Frob oder das Budget des Finanzministeriums angezapft. Es sei eher unwahrscheinlich, dass der Staat direkt Anleihen für das Geldhaus aufnehme. Offenbar diskutiert die spanische Regierung mit der EU-Kommission über die Bankia-Rettung. Bisher läge aber noch kein offizieller Plan vor, sagte eine Kommissionssprecherin.

Am Montagabend hatte der Bankia-Mutterkonzern BFA seine Unternehmensergebnisse für 2011 korrigiert - statt eines Gewinns von 41 Millionen Euro steht jetzt ein Minus von 3,3 Milliarden Euro in der Bilanz. Die neuen Zahlen spiegelten eine Überprüfung der Kredit-Portfolios und der Kapitalbedürfnisse wieder. Bankia hatte am Freitag einen Finanzierungsbedarf von zusätzlich 19 Milliarden Euro angemeldet.

Die spanische Bankenkrise setzte am Dienstag die Aktien führender Kreditinstitute in Madrid weiter unter Druck, auch wenn die Branche an anderen europäischen Börsen eher zulegte. Der Aktienkurs der maroden Großbank Bankia stürzte zeitweise um mehr als sechs Prozent ab.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
1. optional
treverxy 29.05.2012
Spanien - das Land des Lächelns, der Sonne, des Vino tinto - alljährlich Ziel von Millionen Mittel- und Nordeuropäern, die sich nichts schöneres vorstellen könnten, als ständig hier zu leben. Hinter dieser Kulisse blickt der [...]
Spanien - das Land des Lächelns, der Sonne, des Vino tinto - alljährlich Ziel von Millionen Mittel- und Nordeuropäern, die sich nichts schöneres vorstellen könnten, als ständig hier zu leben. Hinter dieser Kulisse blickt der Alltag durch. Für viele - vor allem junge Spanier - ein trostloses Bühnenstück, welches Ihnen vorgespielt wird. Da wird die Sonne schnell zur Tortur, die Heimat zur existenzlosen Kulisse, werden verantwortliche Politiker und Bankiers zu gehassten Objekten. Die Mechanismen wirken überall anscheinend gleich. Die Hoffnung auf ständiges Preiswachstum und zunehmenden Tourismus entpuppt sich als Fata Morgana.
2. <->
silenced 29.05.2012
Langfristig ist es besser die betroffenen Banken einfach abzuwickeln und zu vergessen, daß es sie überhaupt gab. Geschäfte, die pleite sind hält auch niemand ohne Sinn und Verstand noch ewig am Leben. Was soll der Unfug nur [...]
Langfristig ist es besser die betroffenen Banken einfach abzuwickeln und zu vergessen, daß es sie überhaupt gab. Geschäfte, die pleite sind hält auch niemand ohne Sinn und Verstand noch ewig am Leben. Was soll der Unfug nur überall?
3.
uezegei 29.05.2012
Tourismus ist eben per se eine zarte Pflanze. Freilich lassen sich ganze Heerscharen immer noch nicht von zugebauten Küsten und Ferienstädten, in denen es ausschaut wie in Berlin Marzahn, gänzlich abhalten. Aber der Niedergang [...]
Zitat von treverxySpanien - das Land des Lächelns, der Sonne, des Vino tinto - alljährlich Ziel von Millionen Mittel- und Nordeuropäern, die sich nichts schöneres vorstellen könnten, als ständig hier zu leben. Hinter dieser .....
Tourismus ist eben per se eine zarte Pflanze. Freilich lassen sich ganze Heerscharen immer noch nicht von zugebauten Küsten und Ferienstädten, in denen es ausschaut wie in Berlin Marzahn, gänzlich abhalten. Aber der Niedergang ist darin bereits als Samenkorn in die Fundamente der Bettenburgen mit ausgelegt worden Sprengen, gesund schrumpfen, abwickeln.
4. horror del sol
ehrensöldner 29.05.2012
Wer einmal von Malaga in Richtung Gibraltar auf der Autobahn unterwegs war, den kann nichts mehr schrecken. Unglaublich zugebaute Küsten. Und die Krake arbeitet sich nun langsam die Küstenberge hinauf. Unzählige Bauruinen lassen [...]
Wer einmal von Malaga in Richtung Gibraltar auf der Autobahn unterwegs war, den kann nichts mehr schrecken. Unglaublich zugebaute Küsten. Und die Krake arbeitet sich nun langsam die Küstenberge hinauf. Unzählige Bauruinen lassen sich da bestaunen. Und die lokale Presse wusste gerade schon wieder von einem kommunistischen Bürgermeister zu berichten, der ukrainische Mafiagelder mit Baugenehmigungen waschen hafl - gegen Bares natürlich. Schon über 250 Fälle in den letzten Jahren, in denen Kommunalpolitiker und -beamte sich durch Bestechung oder Vorteilsnahme anderer Art (Prostitution) aktiv an der Verschandelung spanischer Küsten beteiligt und die Immobilienblase mit aufgepustet haben. Und nun soll die EU evtl. helfen? Ein Skandal wäre das!!!!

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