08.06.2012
Folgen der Schlecker-Pleite
Verkauf von IhrPlatz gescheitert
Ihr-Platz-Filiale: Bei der Tochterfirma von Schlecker arbeiten mehr als 4000 Mitarbeiter
Frankfurt am Main - Der geplante Verkauf der Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL an den Münchner Finanzinvestor Dubag ist geplatzt. In den Verhandlungen zwischen Dubag und dem Kreditversicherer Euler Hermes sei keine Einigung für die Drogeriemarktkette IhrPlatz erzielt worden, teilte Schlecker am Freitag mit. Zuvor habe Dubag bereits seine Offerte für die Übernahme der Schlecker-XL-Märkte zurückgezogen.
Für IhrPlatz suche Insolvenzverwalter Werner Schneider nun eine neue Lösung. Die rund 5000 Beschäftigten in den zusammen 800 Filialen der beiden Töchter müssen weiter um ihre Arbeitsplätze bangen. Mit Forderungen von rund 300 Millionen Euro gilt Euler Hermes als größter Gläubiger des bankrotten Schlecker-Konzerns.
Während für die beiden Tochterfirmen noch Hoffnung auf eine Weiterführung besteht, hat in rund 2800 Schlecker-Filialen am Freitag der Ausverkauf der letzten Waren begonnen. In den Märkten gab es Preisnachlässe zwischen 30 und 50 Prozent. Nach Auskunft eines Sprechers der insolventen Drogeriekette lief die Rabattaktion gut an. In den nächsten Tagen sollen dem Plan zufolge die Preise weiter reduziert werden - je nach Fortschritt des Abverkaufs.
In vielen Läden war der Kundenansturm groß. Schon vor Ladenöffnung um 9 Uhr hätten sich Menschen vor der Tür aufgereiht, berichtete eine Verkäuferin aus einer Berliner Filiale. Vor allem Rentner und junge Leute stapelten Putzmittel, Toilettenpapier, Duschgel, Deo und Windeln in ihren Körben. In einigen Filialen in der Hauptstadt waren bereits am Mittag Regale leer, die Schlangen reichten durch den gesamten Verkaufsraum.
Die noch verbliebenen gut 13.000 Mitarbeiter der Kette sollen ihre Kündigung zum Monatsende erhalten. Im Frühjahr waren bereits in einer ersten Welle knapp 12.000 Schlecker-Beschäftigte entlassen worden, nachdem Ende März eine Rettungsaktion in letzter Minute am Widerstand der FDP gescheitert war.
stk/Reuters/dpa
