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15.06.2012
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Finanzkrise in Europa

Kontinent der wankenden Banken

Von Stefan Kaiser

2. Teil: Italien - Begraben unter einem Berg von Staatsanleihen

Italienische Bank Monte dei Paschi in Siena: Bis Ende Juni muss frisches Kapital her
REUTERS

Italienische Bank Monte dei Paschi in Siena: Bis Ende Juni muss frisches Kapital her

Lange waren Italiens Banken stolz darauf, dass sie so gut durch die Finanzkrise gekommen sind. Anders als in Deutschland, Großbritannien oder Frankreich musste keines der italienischen Institute vom Staat gestützt werden, als im Herbst 2008 die Bankenwelt ins Wanken geriet. Die italienischen Institute waren weniger stark in die internationalen Geschäfte mit komplizierten Finanzprodukten verstrickt.

Doch mittlerweile zeigt sich, dass Italiens Banken ein anderes Problem haben, das nicht minder gefährlich ist: Sie sind zu stark von Wohl und Wehe des Staates abhängig. Wenn Italien ins Straucheln gerät, dürften die heimischen Banken deshalb als erste fallen. Sie sitzen auf einem gigantischen Berg von heimischen Staatsanleihen. Beim größten Kreditinstitut des Landes, der Unicredit Chart zeigen, waren es zuletzt rund 40 Milliarden Euro, bei der Nummer zwei, Intesa Sanpaolo Chart zeigen, sogar mehr als 80 Milliarden Euro. Jeder Zweifel an der Finanzstärke Italiens macht die Papiere in den Bilanzen der Banken ein bisschen wertloser.

Trotzdem wurden die Bestände in den vergangenen Monaten sogar aufgestockt, das Geld dafür liehen sich die Institute bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Schätzungen zufolge soll allein die Unicredit 35 Milliarden Euro eingesackt haben, als die EZB im Dezember und Februar Geld zum Minizins für drei Jahre vergab. Insgesamt griffen die italienischen Institute mit 255 Milliarden Euro zu.

Noch erwirtschaften beide großen Institute ordentliche Gewinne. Doch die Last der Staatspapiere könnte im Ernstfall zu einer riesigen Bedrohung werden.

Andere, kleinere Banken haben jetzt schon gewaltige Probleme. Sie hängen ganz am Tropf der Zentralbank, weil sie sich selbst nicht mehr zu erträglichen Zinsen am Kapitalmarkt refinanzieren können. Größtes Sorgenkind ist ausgerechnet die älteste Bank der Welt, die Monte die Paschi di Siena. Auch sie hatte sich vollgesogen mit Staatsanleihen - und hat deshalb nun Probleme, an den Finanzmärkten frisches Kapital aufzutreiben. Das ist aber dringend nötig. Die Bank muss bis Ende Juni eine Kapitallücke von mehr als drei Milliarden Euro stopfen, die die europäische Bankenaufsicht bei einem Stresstest Ende 2011 entdeckt hatte.

Erschwert wird die Lage der Banken durch die schlechte Konjunktur. Italien steckt tief in der Rezession. Im ersten Quartal 2012 ist die Wirtschaft um 0,8 Prozent geschrumpft. Viele Unternehmen können ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen. Auch das reißt Löcher in die Bankbilanzen.

Mitte Mai stufte die Rating-Agentur Moody's deshalb die Bonität von 26 italienischen Banken herab.

Forum

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insgesamt 166 Beiträge
1. ....
nixkapital 15.06.2012
...na hofentlich lesen das auch ganz viele Griechen, damit sie am Sonntag bloß nicht falsch wählen.... Hier wird ja jetzt schon im Stundentakt die Apokalypse an die Wand gemalt...
Zitat von sysopDie Angst um Europas Banken ist zurück: Die Griechen räumen vor der Parlamentswahl ihre Konten leer, Spanien braucht bis zu 100 Milliarden Euro, um seine Finanzinstitute zu stützen - auch in Italien wächst die Sorge. In welchen Ländern der EU droht ein Bankenbeben? Ein Überblick. Euro-Krise bedroht Europas Banken - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838918,00.html)
...na hofentlich lesen das auch ganz viele Griechen, damit sie am Sonntag bloß nicht falsch wählen.... Hier wird ja jetzt schon im Stundentakt die Apokalypse an die Wand gemalt...
2. Bankenrettung 3.0
fritzyoski 15.06.2012
"Ein Austritt der Krisenländer würde die Banken 360 Milliarden Euro kosten" Den Banken? Doch wohl ehr dem Steuerzahler. aber 360 ist ja ein richtiges Schnaeppchen. Ein Verbleib wird unendlich viel kosten. Ausserdem [...]
"Ein Austritt der Krisenländer würde die Banken 360 Milliarden Euro kosten" Den Banken? Doch wohl ehr dem Steuerzahler. aber 360 ist ja ein richtiges Schnaeppchen. Ein Verbleib wird unendlich viel kosten. Ausserdem waere es mal an der Zeit einige Banke pleite gehen zu lassen anstatt immer nur zu retten. Wer nicht wirtschaften kann der MUSS pleite gehen, sonst geht die gesamte Wirtschaft unter. Banken planen doch inzwischen auf Bailouts. Jede Bank weiss das alles Pisiko beim Steuerzahler liegt waehrend alle Gewinne bei der Bank liegen. Das geht auf Dauer nicht gut.
3. Entweder
hajueberlin 15.06.2012
den Verantwortlichen bei den Banken weltweit ist nichts aufgefallen, dann sind sie inkompetent oder sie wussten um die Gefahren/die Folgen ihres Tuns und dann sind sie Verbrecher. Ich kann mich nicht entscheiden. Meine [...]
Zitat von sysopDie Angst um Europas Banken ist zurück: Die Griechen räumen vor der Parlamentswahl ihre Konten leer, Spanien braucht bis zu 100 Milliarden Euro, um seine Finanzinstitute zu stützen - auch in Italien wächst die Sorge. In welchen Ländern der EU droht ein Bankenbeben? Ein Überblick. Euro-Krise bedroht Europas Banken - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838918,00.html)
den Verantwortlichen bei den Banken weltweit ist nichts aufgefallen, dann sind sie inkompetent oder sie wussten um die Gefahren/die Folgen ihres Tuns und dann sind sie Verbrecher. Ich kann mich nicht entscheiden. Meine Tendenz geht aber zur Inkompetenz.
4. Selbstheilung ...
paulahner 15.06.2012
Der Konkurs, den unsere Wirtschaftsordnung für Unternehmen in einer solchen Lage vorsieht, wird von der Politik aus Angst um Wählerstimmen bewusst ignoriert. Ein Konkurs "reinigt die Luft" und setzt [...]
Der Konkurs, den unsere Wirtschaftsordnung für Unternehmen in einer solchen Lage vorsieht, wird von der Politik aus Angst um Wählerstimmen bewusst ignoriert. Ein Konkurs "reinigt die Luft" und setzt Selbstheilungsprozesse in Gang. Das hat so (irgendwie) auch die FDP zum Konkurs von Schlecker von sich sich gegeben.
5. 360 Mrd.
idealist100 15.06.2012
Das sind doch Peanats zu den Billionen, welche eine Rettung der Bänkster und ihrer Aktionäre sowie der Milionäre und Milliardäre kostet. Alles über 100.000.-€ ist dann halt weg. Gesundschrumpfen heisst die Device, wird aber [...]
Zitat von sysopDie Angst um Europas Banken ist zurück: Die Griechen räumen vor der Parlamentswahl ihre Konten leer, Spanien braucht bis zu 100 Milliarden Euro, um seine Finanzinstitute zu stützen - auch in Italien wächst die Sorge. In welchen Ländern der EU droht ein Bankenbeben? Ein Überblick. Euro-Krise bedroht Europas Banken - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,838918,00.html)
Das sind doch Peanats zu den Billionen, welche eine Rettung der Bänkster und ihrer Aktionäre sowie der Milionäre und Milliardäre kostet. Alles über 100.000.-€ ist dann halt weg. Gesundschrumpfen heisst die Device, wird aber nicht kommen, denn zahlen soll der kleine dumme Bürger, wetten.

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