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18.06.2012
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Auf und Ab an der Börse

Spanien-Sorge drückt auf die Stimmung

Händler in Frankfurt am Main: Zwischen Hoffen und Bangen
DPA

Händler in Frankfurt am Main: Zwischen Hoffen und Bangen

Die Griechen haben sich für Europa entschieden, doch aus Spanien kommen erneut schlechte Nachrichten: Die Banken haben in ihren Bilanzen große Mengen fauler Kredite, die Rendite für Staatsanleihen steigt auf ein Rekordhoch. Der Dax sackt nach anfänglichen Gewinnen wieder ab.

Frankfurt am Main - Die Erleichterung nach der Griechen-Wahl war zunächst groß - Dax und Euro haben am Montagmorgen deutlich angezogen. Doch die gute Stimmung war nicht von langer Dauer. Denn der Blick der Anleger richtete sich recht bald auf die anderen ungelösten Probleme der Euro-Krise. Vor allem Spaien sorgt für schlechte Nachrichten: So stieg die Rendite für spanische Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit auf mehr als sieben Prozent - das ist die Marke, ab der Irland und Portugal unter den Rettungsschirm schlüpfen mussten.

Zwischenzeitlich erreichten die Renditen für die spanischen Papiere sogar einen Rekordstand. Allerdings gibt die Rendite nur darüber Auskunft, wie hoch die Nachfrage nach Staatsanleihen und wie hoch der Risikozuschlag ist, den die Investoren verlangen. Die Rendite ändert nichts am Zinssatz, den Spanien auf diese Anleihen zahlen muss, gibt aber einen Hinweis darauf, wie hoch die Zinsen bei künftigen Anleihenauktionen, zum Beispiel für fünfjährige Papiere am Donnerstag, sein könnten.

Auch die spanischen Banken sorgten erneut für Verunsicherung. So ist der Anteil fauler Kredite in ihren Büchern auf den höchsten Stand seit 1994 gestiegen. Bei 8,7 Prozent der Kredite wurde im April ein Zahlungsverzug festgestellt, wie die spanische Notenbank am Montag mitteilte. Im Vormonat lag die Quote noch bei 8,3 Prozent. Damit werden nun Kredite mit einer Summe von 153 Milliarden Euro als notleidend eingestuft.

Dax gibt Anfangsgewinne ab - Bankaktien im Minus

An der Börse wurde dies negativ aufgenommen, auch in Deutschland. Der Dax Chart zeigen lag gegen Mittag um gut 0,7 Prozent im Plus - dabei hatte er am Morgen noch ein Plus von 1,4 Prozent verzeichnet. Vor allem Bankaktien drehten nach einem starken Start ins Minus: Am späten Vormittag gaben die Titel der Commerzbank Chart zeigen als Schlusslicht mehr als zwei Prozent ab. Aktien der Deutschen Bank verbilligten sich um 0,7 Prozent. Der französische Leitindex Cac drehte am späten Vormittag ebenfalls ins Minus und notierte 0,1 Prozent schwächer. Auch in Madrid und Mailand schmolzen frühe Gewinne schnell ab, die Leitindizes verloren jeweils rund ein Prozent.

Der Wahlsieg der konservativen griechischen Partei Nea Dimokratia sei an den Finanzmärkten bereits weitgehend eingepreist gewesen, sagten Händler. Die Blicke richteten sich nun wieder auf die anderen Problemkandidaten im Währungsraum, die Gesamtsituation bleibe schwierig: "Die Wahlen in Griechenland sind nur ein Symptom der ganzen Euro-Krise", sagte ein Händler. "Nur weil sich die Wogen in Griechenland etwas geglättet haben, heißt das nicht, dass auch die übrigen Probleme verschwunden sind." Vorstellbar sei, dass das Thema Griechenland abgehakt werde und die Aufmerksamkeit der Anleger sich erneut auf Italien und Spanien richte.

Griechischer Leitindex Athex schnellt ins Plus

Kräftig legte am Montagmorgen vor allem der griechische Leitindex Athex zu: Kurz nach Handelsstart stieg der Index um fast sieben Prozent, vor allem die Bankenwerte setzten zur Rally an: Allen voran sprangen die Titel der TT Hellenic Postbank um fast 25 Prozent hoch, nachdem sie bereits am Freitag rund 30 Prozent zugelegt hatten.

Die Anteilsscheine der Bank of Cyprus gewannen mehr als sechs Prozent hinzu und bauten damit ihr zweistelliges prozentuales Kursplus vom Freitag ebenfalls weiter aus. Die Papiere der Eurobank EFG stiegen um knapp 19 Prozent, und die Aktien der Alpha Bank rückten um weitere knapp 10 Prozent vor.

Der Euro, der zunächst auf ein Monatshoch von 1,2747 Dollar gestiegen war, lag am späten Vormittag wieder bei 1,2650 Dollar und damit in etwa auf dem Niveau des späten Vorwochengeschäfts.

nck/dpa/dapd

Forum

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insgesamt 6 Beiträge
1. Sieht ganz so aus, als ginge
herr_kowalski 18.06.2012
allmählich dem System die Luft aus. Die permanente Auflistung von Symptomen und der niedliche Versuch, tausenderlei Kuren zu empfehlen, wird dem Ruf mittelalterlicher Quacksalber gerecht. Ändern wird das am Crash nicht ein [...]
Zitat von sysopDie Griechen haben sich für Europa entschieden, doch aus Spanien kommen erneut schlechte Nachrichten: Die Banken haben in ihren Bilanzen große Mengen fauler Kredite, die Rendite für Staatsanleihen steigt auf ein Rekordhoch. Der Dax sackt nach anfänglichen Gewinnen wieder ab. Börsenentwicklung: Spanien-Sorgen halten Märkte im Griff - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,839498,00.html)
allmählich dem System die Luft aus. Die permanente Auflistung von Symptomen und der niedliche Versuch, tausenderlei Kuren zu empfehlen, wird dem Ruf mittelalterlicher Quacksalber gerecht. Ändern wird das am Crash nicht ein Jota. Den Stein der Weisen gibt es nicht.
2. Ganz schlecht für die Griechen
Möglw. 18.06.2012
Der DAX war lediglich wegen ein paar Anleihen mitgezogen worden, nicht wegen Erleichterung von Marktteilnehmern, SPON ist auf der falschen Fährte. Ganz im Gegenteil weiß die Börse, die ja die wirtschaftliche Psychologie [...]
Der DAX war lediglich wegen ein paar Anleihen mitgezogen worden, nicht wegen Erleichterung von Marktteilnehmern, SPON ist auf der falschen Fährte. Ganz im Gegenteil weiß die Börse, die ja die wirtschaftliche Psychologie widerspiegelt: Die nirgends konkurrenzfähigen Griechen sind immer noch im Euro - und brauchen immer noch Gelder über Gelder, während man von Reformbemühungen rein gar nichts sieht. Sie wollen bleiben wie sie sind - inklusive ihres "romanischen" Finanzverständnisses wie ein Herr S. es trefflich ausdrückte. Sie dürfen durchaus alle bleiben wie sie sind - aber nicht zu Lasten unserer Rente und unseres Arbeitsmarktes! Ich prophezeie, dass der Durchschnittsdeutsche den Griechen verdammen wird, weil ihm langsam dämmert, was uns das alles kostet. Viele hätte ein Ausscheiden Griechenlands begrüßt und wären wie früher dort zu günstigen Preisen dankbar in den Urlaub gefahren - so aber bleibt das Land schwach und willenlos in seinen Gewohnheiten und dem gewohnten Trott hängen. Toll. Anstatt auch nur den geringsten wirtschaftlichen Sachverstand aufzubringen und die Drachme wieder einzuführen, plärrt das Baby Griechenland weiter nach dem Fläschchen Euro - dort will scheinbar die Mehrheit nicht anpacken und neu anfangen. Was sollen WIR jetzt daraus folgern? Es wird wie oben erwähnt dazu führen, dass die Griechen jede Sympathie verspielen. Macht nur so weiter...
3. nicht mehr ausgeben als man hat
2wwk 18.06.2012
das wollen die Oekonomen and Politiker nicht hoeren ... Schulden abschreiben und Guertel enger ziehen
das wollen die Oekonomen and Politiker nicht hoeren ... Schulden abschreiben und Guertel enger ziehen
4.
pansen 18.06.2012
Das ist ja nicht alles. Die spanische Regierung wird (mindestens) einen Teil der Schulden der Regionen übernehmen müssen, da die EZB (rechtlich gesehen) die regionalen Regierungen nicht direkt unterstützen kann (bspw. via [...]
Zitat von sysopDie Griechen haben sich für Europa entschieden, doch aus Spanien kommen erneut schlechte Nachrichten: Die Banken haben in ihren Bilanzen große Mengen fauler Kredite, die Rendite für Staatsanleihen steigt auf ein Rekordhoch. Der Dax sackt nach anfänglichen Gewinnen wieder ab. Börsenentwicklung: Spanien-Sorgen halten Märkte im Griff - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,839498,00.html)
Das ist ja nicht alles. Die spanische Regierung wird (mindestens) einen Teil der Schulden der Regionen übernehmen müssen, da die EZB (rechtlich gesehen) die regionalen Regierungen nicht direkt unterstützen kann (bspw. via SMP). Damit und mit den beschriebenen Defiziten der Banken ist Spanien ähnlich pleite wie Griechenland und der Schuldenstand de facto deutlich über 100%.
5. genau
gutefisch 18.06.2012
und damit man wieder genug hat, die Senkungen des Spitzensteuersatz für hohe einkommen rückgänig machen und zusätzlichen reperationsaufschlag für die von spekulanten verursachten volkswirtschaftlichen schäden!!
Zitat von 2wwkdas wollen die Oekonomen and Politiker nicht hoeren ... Schulden abschreiben und Guertel enger ziehen
und damit man wieder genug hat, die Senkungen des Spitzensteuersatz für hohe einkommen rückgänig machen und zusätzlichen reperationsaufschlag für die von spekulanten verursachten volkswirtschaftlichen schäden!!

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