19.06.2012
Innenstadtring
Berlin sucht Betreiber für S-Bahn-Strecke
S-Bahn an der Berliner Friedrichstrasse: Ausfälle haben bundesweit Schlagzeilen gemacht
Berlin - Auf der Wunschliste der Bundeshauptstadt stehen fast 400 neue Waggons: Der Berliner Senat will den S-Bahn-Betrieb verbessern und schreibt den Betrieb auf dem wichtigen Innenstadtring europaweit aus. Damit könnte der bisherige Betreiber Deutsche Bahn Konkurrenz bekommen.
Der rot-schwarze Senat beschloss am Dienstag, dass das meistbefahrene Drittel des Netzes - ein Bereich, so groß wie das gesamte Hamburger S-Bahn-Netz - im Wettbewerb vergeben wird. Wer den Zuschlag erhält, soll im Jahr 2014 entschieden werden. Das letzte Wort hat dann das Parlament.
Der Betreiber werde verpflichtet, einen neuen Fuhrpark von rund 380 Wagen anzuschaffen, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Das koste rund 600 Millionen Euro. Der Senat hoffe, den Berlinern bald wieder einen dauerhaft zuverlässigen S-Bahn-Verkehr anbieten zu können, betont der Bürgermeister.
Senat knüpft Auftragsvergabe an Bedingungen
Mit der Entscheidung des Senats setzt sich Wowereit (SPD) laut "Tagesspiegel" über Beschlüsse der eigenen Partei hinweg. Die Vergabe werde der Zeitung zufolge an Bedingungen geknüpft: Neben der Beschaffung neuer Fahrzeuge gehören dazu auch die Anwendung bestehender Tarifverträge und die Übernahme des Personals; die Fahrpreise bleiben einheitlich - entsprechend dem VBB-Tarifverbund.
Der erste bekannte Bewerber ist die Deutsche Bahn. "Einem Wettbewerbsverfahren werden wir uns offensiv stellen", sagte ein Sprecher. Auch Wowereit erklärte: "Selbstverständlich ist die Bahn ein potentieller und potenter Bewerber."
Hintergrund für die Entscheidung des Senats ist die seit drei Jahren andauernde S-Bahn-Krise. Durch jahrelange Mängel bei der Wartung konnte die S-Bahn nur einen sehr eingeschränkten Betrieb anbieten, über Monate fiel bis zur Hälfte der eigentlich mit dem Senat vereinbarten Verkehrsleistung wegen technischer Defekte aus.
bos/dpa
