19.06.2012
Irischer Billigflieger
Ryanair plant Übernahme von Aer Lingus
Dublin - Die Billig-Fluglinie Ryanair
will sich die Mehrheit der Anteile am heimischen Konkurrenten Aer Lingus
sichern - fünf Jahre, nachdem ein erster Übernahmeversuch gescheitert war. Das Unternehmen wird für jede Aktie 1,30 Euro bieten, wie Ryanair am Dienstagabend in Dublin mitteilte. Das Angebot steht demnach aber nur, wenn sich der Billigflug-Anbieter damit die Mehrheit an Aer Lingus sichern kann.
Ryanair besitzt schon knapp 30 Prozent der Anteile an der einstigen Staatsfluglinie - zielt also insgesamt auf einen Zukauf von rund 20 Prozent der Aktien ab. Das Angebot liegt den Angaben zu Folge 38,3 Prozent über dem aktuellen Schlusskurs der Aer-Lingus Papiere. Das Unternehmen würde demnach mit 694 Millionen Euro bewertet.
Erster Übernahmeversuch an EU-Kommission gescheitert
Schon kurz nach der Teilprivatisierung vor sechs Jahren hatte Ryanair einen Versuch gestartet, Aer Lingus zu schlucken. Die EU-Kommission hatte das Vorhaben jedoch verhindert. Dennoch rechnet der Billigflieger jetzt mit einer Zustimmung der Wettbewerbshüter.
Die Unternehmensleitung von Ryanair geht davon aus, dass die irische Regierung den verbliebenen Staatsanteil von 25 Prozent der Aktien verkaufen muss, um Schulden abzubauen. Dieser Schritt werde für Anfang 2013 erwartet.
Ryanair dürfte jedoch nicht der einzige Interessent sein: Die arabische Fluggesellschaft Etihad hatte zuletzt rund drei Prozent der Aer-Lingus-Aktien erworben. Etihad ist auch Großaktionär bei der finanziell angeschlagenen zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. Vor zwei Monaten hatte es in der "Irish Times" geheißen, dass auch der amerikanische Lufthansa-Partner JetBlue über eine Beteiligung an Aer Lingus verhandele.
usp/dpa/Reuters
