28.06.2012
Erfolglose Käufersuche
Insolvenzverwalter verkündet Aus für Schlecker XL
Schlecker-XL-Filiale in Dresden: Kein Komplettverkauf zusammen mit IhrPlatz
Heilbronn - Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter von Schlecker XL: Nach dem Aus für die Drogeriekette Schlecker ist auch das Ende der Tochtergesellschaft besiegelt worden. Insolvenzverwalter Werner Schneider teilte am Donnerstag mit, der Gläubigerausschuss sehe keine wirtschaftlich vertretbare Perspektive für die Fortführung der Schlecker XL GmbH. Daher sei entschieden worden, die GmbH mit etwa 350 Filialen nicht fortzuführen.
"Rund 1110 Mitarbeiter werden zu meinem großen Bedauern jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren", erklärte Schneider. Nach der Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker war die Zukunft der Tochter-Gesellschaften Ihr Platz und Schlecker XL zunächst offen geblieben. Anfang Juni war der Verkauf der Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL an den Münchener Finanzinvestor Dubag gescheitert. Zuletzt hieß es, Schlecker-Konkurrent dm wäre außer an Filialen von IhrPlatz möglicherweise auch an einzelnen Schlecker-XL-Läden interessiert. Doch auch diese Lösung scheint jetzt vom Tisch zu sein.
"Leider konnte kein Komplettverkauf von Schlecker XL zusammen mit IhrPlatz erzielt werden", sagte der Insolvenzverwalter. Mögliche Investoren hätten ein zu großes Risiko im Zusammenhang mit Kündigungsschutzklagen gesehen. Nun würden Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufgenommen. Die Schlecker XL-Mitarbeiter würden bis Mitte Juli ihre Kündigungsschreiben erhalten. Die Gespräche mit einem Investor für die IhrPlatz-Filialen würden fortgesetzt.
Drei Monate nach der großen Kündigungswelle bei Schlecker kam das Arbeitsgericht Heilbronn am Donnerstag zu einem ersten Urteil. Eine Angestellte hat jetzt recht bekommen, das Gericht nennt ihre Entlassung sozialwidrig.
bos/dpa/AFP
