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28.06.2012
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Vivendi-Boss Lévy tritt im Streit zurück

Streitfall: Jean-Bernard Lévy verlässt Vivendi nach sieben Jahren an der Spitze
REUTERS

Streitfall: Jean-Bernard Lévy verlässt Vivendi nach sieben Jahren an der Spitze

Er konnte sich mit dem Medienriesen Vivendi nicht mehr über die strategische Ausrichtung einigen. Der Chef des Konzerns, Jean-Bernard Lévy, gibt seinen Posten ab. Am Markt kam die Nachricht gut an.

Paris - Eine Auseinandersetzung hat ihn zum Rücktritt bewogen: Der Vorstandschef des französischen Medien- und Telekomkonzerns Vivendi, Jean-Bernard Lévy, ist von seinem Posten zurückgetreten. Grund seien Meinungsverschiedenheiten über die strategischen Ausrichtung, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit.

Jean-François Dubos, der seit 19 Jahren Generalbevollmächtigter im Unternehmen war, folgt Lévy als Vorstandschef, wie "Le Figaro" meldet. Lévy war zehn Jahre lang bei Vivendi tätig, davon sieben Jahre als Vorstandschef. Anleger forderten jüngst eine Umstrukturierung des Konzerns.

Vivendis wichtigste Sparte, der Mobilfunkanbieter SFR, soll künftig vom bisherigen Personalchef Stéphane Roussel geleitet werden. SFR setzt derzeit die wachsende Billigkonkurrenz zu. Wie auch der Rivale France Télécom liefert sich SFR einen Preiskampf mit Free Mobile, dem Neuankömmling auf dem französischen Mobilfunkmarkt. Lévy setzte deshalb Ende März den aus Deutschland stammenden Frank Esser als SFR-Chef ab und übernahm die Aufgabe selbst.

Am Markt kamen die Berichte über den Abgang von Lévy gut an. Bislang hat die Vivendi-Aktie in diesem Jahr rund 18 Prozent an Wert verloren. Am Donnerstag legte sie mehr als fünf Prozent zu. "Das könnte den Weg für jemand bereiten, der die Strategie des Unternehmens auf den Prüfstand stellt", sagte ein Londoner Analyst.

Zu Vivendi gehören unter anderem der Musikkonzern Universal Music, der Videospiele-Anbieter Activision Blizzard (" World of Warcraft"), die Fernseh-Sendergruppe Canal+ sowie verschiedene Telekomunternehmen. Vivendi erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 28,8 Milliarden Dollar (23,1 Milliarden Euro).

kha/dpa/Reuters

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