04.07.2012
Globales Ranking
Europas Top-Konzerne verlieren an Bedeutung
Siemens-Zentrale: Teuerstes deutsches Unternehmen
Stuttgart - Die USA und China sind spitze, Europa fällt ab: So lautet das Ergebnis der globalen Rangliste der 100 teuersten börsennotierten Unternehmen, erstellt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Europäische Konzerne tauchen in dem Ranking nur noch 32-mal auf - und machen damit nicht einmal mehr ein Drittel aller Top-Unternehmen aus. Vor 18 Monaten waren es noch 36 Konzerne.
Bei den USA ist der Trend umgekehrt: Stellten die Vereinigten Staaten im Jahr 2007 - also vor Ausbruch der Finanzkrise - nur 32 der 100 teuersten Unternehmen der Welt, sind es aktuell 43.
Die sinkende Bedeutung Europas, in dem nach Dollar erstellten Ranking, sei nur zum Teil auf den schwachen Euro zurückzuführen, sagte Ernst-&-Young-Partner Thomas Harms. Hauptursache sei vielmehr die Krise in der Euro-Zone. "Die Schuldenkrise schwebt derzeit wie ein Damoklesschwert über Europa", sagt Harms. Die Verunsicherung sei groß: "Bei den Anlegern, die mit Investments in europäische Unternehmen besonders zurückhaltend sind, aber auch bei den Unternehmen selbst, die angesichts der schwachen Konjunkturentwicklung ihre Investitionen zurückfahren".
Die gute Nachricht: Deutschlands Unternehmen haben ihre Position behauptet. Wie im Vorjahr schafften es vier deutsche Konzerne in die Top 100: Siemens
(Rang 71/Vorjahr 58), SAP
(77/89), Volkswagen
(80/88) und BASF
(97/93). Eine erst kürzlich veröffentlichte weltweite Umfrage von Ernst & Young unter Investoren hatte für die Bundesrepublik Bestnoten ergeben.
Apple, Exxon und Petrochina sind die teuersten Konzerne der Welt
Vier der fünf teuersten Unternehmen kommen im aktuellen Ranking aus den USA. Der Computerhersteller Apple und der Energieriese Exxon Mobil
führen die Liste an. Chinas Ölkonzern Petrochina erreicht Platz drei. Es folgen der Software-Gigant Microsoft
und der Einzelhandelskonzern Wal-Mart
. In den Top Ten ist Europa aktuell mit Royal Dutch Shell
aus den Niederlanden nur noch mit einem Unternehmen vertreten.
Unter den Top 100 finden sich außerdem prominente Neulinge: Das Online-Netzwerk Facebook
belegt Rang 75 unter den wertvollsten Unternehmen der Welt.
yes/dpa
