04.07.2012
Mutmaßlicher Betrüger
FBI nimmt Poker-Tycoon Ray Bitar fest
Poker-Portal (Screenshot): "Ein weltweites Schneeballsystem"
New York - Seit mehr als einem Jahr ist seine Glücksspielseite Full Tilt Poker geschlossen, jetzt ist Besitzer Ray Bitar verhaftet worden. Das FBI nahm den Poker-Tycoon am JFK Flughafen in New York fest. Offenbar stellte er sich der Polizei, wie die britische Zeitung "Guardian" berichtet. Dem Zocker-König wird unter anderem vorgeworfen, seine Kunden mit einem ausgeklügelten Schneeballsystem um Millionen erleichtert zu haben.
"Bitar hat seine Kunden getäuscht", zitiert der "Guardian" den New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara. Bitar und seine Mitstreiter hätten die Kunden um rund 350 Millionen Dollar betrogen. Bitar muss sich in neun Anklagepunkten verantworten, darunter Betrug, Geldwäsche und illegales Glücksspiel. Die Staatsanwaltschaft willigte dennoch ein, Bitar gegen eine Kaution in Höhe von 2,5 Millionen Dollar freizulassen.
"Ich weiß, dass viele Leute sauer auf mich sind", ließ Bitar durch seinen Anwalt ausrichten. "Ich verstehe auch warum: Full Tilt hätte niemals in die Position kommen dürfen, in der es seine Spieler nicht mehr ausbezahlen kann." Bitar plädiert auf nicht schuldig.
Bereits im April vergangenen Jahres ermittelten US-Behörden gegen die weltweit zweitgrößte Online-Pokerseite Full Tilt Poker. Der Betrieb der Seiten in den USA wurde gestoppt, im Juni 2011 entzog die britische Glücksspielaufsicht Full Tilt Poker auch die weltweite Lizenz.
Damit Full Tilt Poker flüssig blieb, hätte der Betreiber immer neue Kunden anwerben müssen - ein klassisches Schneeballsystem, das spätestens dann scheitert, wenn nicht mehr genügend neue Kunden hinzukommen.
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