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04.07.2012
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Notfallpläne

US-Großbanken veröffentlichen ihr Testament

Goldman-Sachs-Gebäude in New York: Vorbereitung auf einen möglichen Zusammenbruch
REUTERS

Goldman-Sachs-Gebäude in New York: Vorbereitung auf einen möglichen Zusammenbruch

Nie wieder Lehman: Um eine unkontrollierte Bankenpleite zu vermeiden, mussten jetzt neun Kreditinstitute in den USA Pläne für den eigenen Untergang veröffentlichen. Auch die Deutsche Bank legte ein Testament vor.

New York - Die Pleite von Lehman Brothers brachte 2008 nicht nur das weltweite Finanzsystem ins Wanken. Die Abwicklung der US-Großbank dauert auch bis heute an. Allein die Honorare für Insolvenzverwalter belaufen sich auf mehrere hundert Millionen Dollar.

So weit soll es nicht noch einmal kommen - dank "Testamenten", die neun Großbanken auf Anweisung von US-Finanzmarktaufsehern nun erstmals vorgelegt haben. In den Papieren sollten die Banken detaillierte Pläne dafür ausarbeiten, wie sie im Falle eines Zusammenbruchs möglichst schnell und unschädlich abgewickelt werden können. Auch soll klar sein, welche Personen und Gremien im Fall der Fälle die Entscheidungen treffen und ausführen.

Die US-Notenbank Federal Reserve und der Einlagensicherungsfonds FDIC veröffentlichten am Dienstag Auszüge aus den eingereichten Insolvenz-Szenarien der betroffenen Geldhäuser. Dazu zählten Dokumente von Credit Suisse, UBS, Bank of America Chart zeigen, Barclays Chart zeigen, Goldman Sachs Chart zeigen, JPMorgan Chase Chart zeigen, Morgan Stanley Chart zeigenund Citigroup Chart zeigen. Auch die Deutsche Bank Chart zeigen musste ein Testament einreichen, da sie an der Wall Street zu den wichtigsten Instituten zählt.

Die größte deutsche Geldinstitut erläutert in seinem Notfallplan, wie eine Abwicklung des Mutterhauses ablaufen würde und welche Auswirkungen das auf die US-Tochtergesellschaften und deren Kunden hätte. "Der US-Auflösungsplan geht davon aus, dass die US-Regulierer mit den deutschen Regulierern kooperieren würden", schreibt sie. Im Notfall werde man auch die Nöte der amerikanischen Tochtergesellschaften berücksichtigen, versichert die Bank.

Der öffentlich zugängliche Teil der Unterlagen enthält allerdings nur vage Andeutungen über den Ablauf bei einer Pleite. Kern wäre der Verkauf von Vermögenswerten, um Geld in die Kasse zu bringen. Die Aufsichtsbehörden haben nun 60 Tage Zeit, die Unterlagen durchzuschauen und zu prüfen, ob sie den Vorgaben entsprechen. Sie können sonst nötigenfalls weitere Informationen anfordern.

In den USA sind insgesamt etwa 125 Banken bis Ende 2013 verpflichtet, einen Notfallplan vorzulegen. Nur die größten Institute hatten ihre Dokumente schon jetzt einreichen müssen. Die Testamente sind ein zentraler Bestandteil der von US-Präsident Barack Obama vorangetriebenen Finanzmarktreform, dem "Dodd-Frank Act".

Auch die Bundesregierung und die EU-Kommission haben verpflichtende Regelungen zu Abwicklungsplänen angekündigt. Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellte Anfang Juni seine Vorstellungen dazu vor.

dab/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
1. Wie jetzt?
Stelzi 04.07.2012
"Auch die Bundesregierung und die EU-Kommission haben verpflichtende Regelungen zu Abwicklungsplänen angekündigt. Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellte Anfang Juni seine Vorstellungen dazu vor." Heisst das [...]
"Auch die Bundesregierung und die EU-Kommission haben verpflichtende Regelungen zu Abwicklungsplänen angekündigt. Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellte Anfang Juni seine Vorstellungen dazu vor." Heisst das jetzt, wenn diese Regelungen durchgesetzt werden, hört das auf, dass man Banken Milliarden hinterher schmeisst um sie und somit die Welt vor dem Untergang zu retten oder ist das nur wieder eine Beruhigungspille fürs Volk, denn alle Banken sind "too big to fail" und können prinzipiell nicht undschädlich abgewickelt werden?
2.
uezegei 04.07.2012
Und jetzt ? Was nutzt das schönste Testament, wenn kein Politiker bereit ist, es im Ernstfall auch verlesen zu lassen? Die Unterstützung der Zombie-Banken und der verrotteten Bankenkaste geht doch munter weiter und niemand [...]
Zitat von sysopNie wieder Lehman: Um eine unkontrollierte Bankenpleite zu vermeiden, mussten jetzt neun Kreditinstitute in den USA Pläne für den eigenen Untergang veröffentlichen. Auch die De utsche Bank legte ein Testament vor US-Großbanken veröffentlichen ihr Testament - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842539,00.html)
Und jetzt ? Was nutzt das schönste Testament, wenn kein Politiker bereit ist, es im Ernstfall auch verlesen zu lassen? Die Unterstützung der Zombie-Banken und der verrotteten Bankenkaste geht doch munter weiter und niemand will etwas gegen diese Leichenfledderei unternehmen.
3. Wow
tizian 04.07.2012
Nicht schlecht, vier Jahre nach Lehmann anzukündigen, dass man demnächst Vorstellungen veröffentlicht, dann dauerts ja nur noch vier weitere Jahre bis zu ersten Beratungen...
Zitat von sysopNie wieder Lehman: Um eine unkontrollierte Bankenpleite zu vermeiden, mussten jetzt neun Kreditinstitute in den USA Pläne für den eigenen Untergang veröffentlichen. Auch die De utsche Bank legte ein Testament vor US-Großbanken veröffentlichen ihr Testament - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842539,00.html)
Nicht schlecht, vier Jahre nach Lehmann anzukündigen, dass man demnächst Vorstellungen veröffentlicht, dann dauerts ja nur noch vier weitere Jahre bis zu ersten Beratungen...
4. Testamente...wie passend ...
großmann88 04.07.2012
Schon lustig das die großen Finanzinstitute jetzt ihre Testamente präsentieren müssen und nebenbei ist es höchste Zeit dafür,wenn sich jetzt noch jemand finden lässt der dem Mut hat zu sagen was eigentlich längst schon alle [...]
Schon lustig das die großen Finanzinstitute jetzt ihre Testamente präsentieren müssen und nebenbei ist es höchste Zeit dafür,wenn sich jetzt noch jemand finden lässt der dem Mut hat zu sagen was eigentlich längst schon alle wissen,das der ungezügelte Finanzkapitalismus tot ist,dann besteht noch die Chance das wir uns nicht alle an seinem Kadaver vergiften.Die Hoffnung stirbt zuletzt.
5. Wirtschaft verstehen
mr8 04.07.2012
Nein Banken werden weiterhin rekapitalisiert werden müssen, weil sonst unsere Wirtschaft zusammenbrechen wird. Banken finanzieren die Wirtschaft und wenn einer Bank das Geld ausgeht, wird man ihr weiterhin Kapital geben müssen. [...]
Nein Banken werden weiterhin rekapitalisiert werden müssen, weil sonst unsere Wirtschaft zusammenbrechen wird. Banken finanzieren die Wirtschaft und wenn einer Bank das Geld ausgeht, wird man ihr weiterhin Kapital geben müssen. Wenn mehrere Banken kein Kapital mehr haben, dann können sie Unternehmen nicht finanzieren und die Menschen würden direkt ihre Jobs verlieren, bis hin zum ganz kleinen Mitarbeiter. Aus diesem Grund muss man ja Banken retten, um den Wirtschaftskreislauf zu retten. Ansonsten müsste der Staat selbst Geld an die Wirtschsaft verleihen bzw. investieren, dann könnten wir Banken abschaffen. Dann hätten wir aber ganz andere, viel schlimmere Probleme als jetzt.

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