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13.07.2012
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Handelsskandal

Fehlspekulation kostet JP Morgan 4,4 Milliarden Dollar

Bankchef Jamie Dimon: Gewinn trotz Fehlspekulationen
REUTERS

Bankchef Jamie Dimon: Gewinn trotz Fehlspekulationen

Die verlorenen Wetten einzelner Händler kommen die US-Bank JP Morgan deutlich teurer zu stehen als zunächst angenommen. Statt zwei Milliarden Dollar liegt der Schaden laut Institut nun bei 4,4 Milliarden Dollar. Trotzdem streicht die Bank noch einen riesigen Gewinn ein.

New York - Trotz ihrer teuren Fehlspekulationen hat die US-Bank JP Morgan Chase im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 4,96 Milliarden Dollar verbucht. Damit blieb das Institut nur knapp unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Damals hatte JP Morgan noch 5,43 Milliarden Dollar verdient.

In diesem Jahr trugen allerdings Sondereffekte dazu bei, das Ergebnis zu verbessern. So konnte die Bank etwa einen Teil ihrer milliardenschweren Risikovorsorge für Kreditausfälle auflösen.

JP Morgan hatte die Finanzwelt im Frühjahr mit einem Spekulationsskandal erschüttert. Einzelne Händler der Bank in London hatten mit riskanten Wetten gigantische Summen verloren. Zunächst hatte die Bank von mindestens zwei Milliarden Dollar gesprochen. Nun teilte sie mit, dass sich der Schaden auf 4,4 Milliarden Dollar belaufe.

Unter anderem hatte ein Händler mit dem Spitznamen "der Wal" gigantische Handelspositionen aufgebaut, die am Ende nicht aufgingen. Wegen der Handelsverluste musste nun auch das Ergebnis des ersten Quartals um knapp eine halbe Milliarde auf 4,92 Milliarden Dollar nach unten korrigiert werden, wie die Bank mitteilte.

"Wir haben uns selbst ins Bein geschossen"

"Wir haben das Schlimmste hinter uns", sagte Konzernchef Jamie Dimon. Der Skandal habe die Bank bis ins Mark erschüttert. "Wir haben uns selbst ins Bein geschossen", gestand Dimon ein. Die Kontrollmechanismen seien inzwischen aber deutlich verschärft und die Risiken in betreffenden Portfolien reduziert worden. Die für den Skandal verantwortliche Sparte ist bereits geschlossen, die Manager wurden entlassen. Von ihnen will die Bank nun Gehälter zurückfordern.

Ein Großteil der Spekulationspositionen wurde laut Dimon inzwischen abgebaut. Die verbliebenen Papiere seien aus der Krisensparte ins normale Investmentbanking überführt worden, sagte er. Im schlimmsten Fall rechnet JP Morgan mit weiteren Belastungen von 1,6 Milliarden Dollar. Kunden seien nicht geschädigt worden, erklärte Dimon.

Die Untersuchungen zu dem Skandal dauerten an. "Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt hat", sagte der Bankchef. J PMorgan werde Lehren für das ganze Haus daraus ziehen. Die Bank galt lange als Hort der Stabilität. Selbst in der Finanzkrise schrieb das Institut Gewinne.

stk/Reuters

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insgesamt 28 Beiträge
1.
hasenfuss27 13.07.2012
4,4 Mrd $ durch fehlspekulationen in den Sand gesetzt, trotzdem noch 4,5 Mrd $ Gewinn - Im Quartal... Und das alles indem sie mit dem Geld anderer Leute jonglieren... Irgendwas ist doch hier nicht richtig...
4,4 Mrd $ durch fehlspekulationen in den Sand gesetzt, trotzdem noch 4,5 Mrd $ Gewinn - Im Quartal... Und das alles indem sie mit dem Geld anderer Leute jonglieren... Irgendwas ist doch hier nicht richtig...
2.
jenzy 13.07.2012
Und der steuerzahler darf dann noch einem bankenoberhaupt die geburtstagsfeier bezahlen. wer hat denn die wohl die verlorenen 4,4 mrd $ eingesackt? vielleicht eine andere bank?
Und der steuerzahler darf dann noch einem bankenoberhaupt die geburtstagsfeier bezahlen. wer hat denn die wohl die verlorenen 4,4 mrd $ eingesackt? vielleicht eine andere bank?
3. Wo ist die Schlagzeile?
Konradii 13.07.2012
Das ist wie mit Sportwetten! Mal gewinnt man, mal verliert man. Wenn das das Geschäftsmodell ist, muss man nicht bei jeder verlorenen Wette rumjammern. Gehört halt dazu.
Das ist wie mit Sportwetten! Mal gewinnt man, mal verliert man. Wenn das das Geschäftsmodell ist, muss man nicht bei jeder verlorenen Wette rumjammern. Gehört halt dazu.
4. Mir ist nicht bekannt,
gandhiforever 13.07.2012
dass bei Sportwetten jemand mit dem Geld anderer Leute wettet.
Zitat von KonradiiDas ist wie mit Sportwetten! Mal gewinnt man, mal verliert man. Wenn das das Geschäftsmodell ist, muss man nicht bei jeder verlorenen Wette rumjammern. Gehört halt dazu.
dass bei Sportwetten jemand mit dem Geld anderer Leute wettet.
5. optional
Prof. Dr. Karl Kowalski 13.07.2012
@jenzy Ja, das ist korrekt. Es wird niemals Geld "verloren" gehen, denn Investmentbanking und Börsenhandel ist ein Nullsummengeschäft. Wenn JP Morgan 4.4Mrd verliert, dann hat sie jemand anderes - vielleicht Goldman [...]
@jenzy Ja, das ist korrekt. Es wird niemals Geld "verloren" gehen, denn Investmentbanking und Börsenhandel ist ein Nullsummengeschäft. Wenn JP Morgan 4.4Mrd verliert, dann hat sie jemand anderes - vielleicht Goldman Sachs, vielleicht auch viele Kleinhändler, eingestrichen. Irgendwer verliert, irgendwer gewinnt. Schlimm wird's nur, wenn jetzt der Steuerzahler die 4.4Mrd an JP Morgan zahlen würde. Vielleicht in Form von Rettungsschirmen...

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