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13.07.2012
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Hohe Preise

EU-Kommission prüft Krabbenkartell

Nordseekrabben: Die Erzeugerpreise haben sich vervierfacht
dapd

Nordseekrabben: Die Erzeugerpreise haben sich vervierfacht

Ein Kartell von Krabbenhändlern soll die Preise für die Meerestiere künstlich hoch gehalten haben. Diesem Vorwurf geht die EU-Kommission in Brüssel nach. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen hohe Strafen.

Brüssel/Hamburg - Wer in diesem Sommer Nordseekrabben isst, dem mögen die saftigen Preise auffallen, die viele Restaurants und Fischhändler derzeit für die Meerestiere verlangen. Das liegt zum einen daran, dass die Krabbenfischer deutlich mehr Geld bekommen als noch im letzten Jahr. Doch es könnte auch noch einen anderen Grund geben: Ein Kartell von Händlern hat die Preise womöglich künstlich in die Höhe getrieben.

Diesem Verdacht geht zumindest die EU-Kommission in Brüssel nach. Sie vermutet, dass vier Händler von Nordseekrabben Preise abgesprochen und die Märkte in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Belgien untereinander aufgeteilt haben. Das teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. Damit macht die EU-Kommission den nächsten Schritt im Kartellverfahren: Sie hat die Unternehmen schriftlich über die Vorwürfe informiert und erwartet nun eine Antwort.

"Wenn sich das bestätigt, wäre das natürlich ein sehr ernstes Vergehen und den Unternehmen könnten harte Strafzahlungen drohen", sagte ein Kommissionssprecher. Absprachen zum Schaden von Verbrauchern sind in der Europäischen Union verboten. Die betroffenen Firmen nannte die EU-Kommission nicht - sie beruft sich auf die Unschuldsvermutung.

An der deutschen Nordseeküste fahren nach Angaben des Verbandes der deutschen Kutter- und Küstenfischer noch gut 210 Betriebe auf Krabbenfang. 2011 gingen ihnen etwas mehr als 13.000 Tonnen in die Netze. Pro Kilogramm erhalten die Fischer zurzeit gut sechs Euro. Die Preise schwanken je nach Fangmenge und Nachfrage stark. Gepult werden die Tiere in der Regel im Ausland, zum Beispiel in Polen oder Marokko.

Im vergangenen Frühjahr hatten die Krabbenfischer ihre Boote mehrere Wochen lang in den Häfen gelassen, weil der Preis auf weniger als 1,50 Euro je Kilogramm gefallen war und damit nach Angaben der Unternehmer nicht einmal die Betriebskosten deckte.

Im Mai taten sich mehr als 120 Krabbenfischer aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammen, um eine gemeinsame Vermarktungsgesellschaft zu gründen. Damit wollen sie künftig eine bessere Position gegenüber den wenigen Großhändlern erreichen.

stk/dpa/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
1. ...da
nein_zur_vds 13.07.2012
...sollte dann der Preis ruhig oben bleiben, man ordentliche Stundenlöhne zum puhlen notfalls staatlich verordnen (minimum 15€ pro Stunde) und die schwachsinnigen Transporte nach Marokko unterbinden... Die Umwelt, die [...]
Zitat von sysopEin Kartell von Krabbenhändlern soll die Preise für die Meerestiere künstlich hoch gehalten haben. Diesem Vorwurf geht die EU-Kommission in Brüssel nach. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen hohe Strafen. Krabben: EU-Kommission prüft Kartell von Händlern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,844297,00.html)
...sollte dann der Preis ruhig oben bleiben, man ordentliche Stundenlöhne zum puhlen notfalls staatlich verordnen (minimum 15€ pro Stunde) und die schwachsinnigen Transporte nach Marokko unterbinden... Die Umwelt, die Unterhaltskosten der Autobahnen, die Sozialkassen etc.pp. würden es danken und als Krabbenfan wäre ich gerne bereit dafür auch mehr zu bezahlen...... Aber darum kümmert sich keine EU Behörde... :(
2. Endlich
steinaug 13.07.2012
Endlich kümmert sich die EU mal um die wirklich wichtigen Dinge. Jetzt wo alle Bananen krumm genug sind.
Endlich kümmert sich die EU mal um die wirklich wichtigen Dinge. Jetzt wo alle Bananen krumm genug sind.
3. das wurde auch Zeit ...
liquimoly 14.07.2012
Ich frage mich schon seit Längerem, wie ein Kilopreis von 20-40 € zu Stande kommt, wenn das Pulen in Nordafrika so günstig ist. Wenn ich jetzt lese, daß die Fischer nur 1,50€ je Kilo bekommen, macht das Berufsbild des [...]
Ich frage mich schon seit Längerem, wie ein Kilopreis von 20-40 € zu Stande kommt, wenn das Pulen in Nordafrika so günstig ist. Wenn ich jetzt lese, daß die Fischer nur 1,50€ je Kilo bekommen, macht das Berufsbild des Krabbenpulers wirklich Sinn!

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