19.07.2012
Schwaches Investmentbanking
Deutsche Bank prüft Abbau von 1000 Stellen
Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank reagiert offenbar auf die schwachen Aussichten im Investmentbanking. Nach Angaben des "Handelsblatts" und der Nachrichtenagentur Reuters wollen die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen in dieser Sparte gut 1000 Stellen abbauen. Bereits unter ihrem Vorgänger Josef Ackermann hatte das Institut 500 Stellen in diesem Bereich gestrichen. Die Deutsche Bank wollte die Meldung nicht kommentieren.
Betroffen sollen überwiegend Jobs im Ausland sein, die Investmentbanking-Zentrale der Deutschen Bank befindet sich in London. Bis zu seinem Wechsel an die Spitze des Hauses leitete Jain diesen Bereich. Der neue Stellenabbau soll laut "Handelsblatt" nicht die neue strategische Ausrichtung der Bank beeinträchtigen, die Jain und Fitschen im September ankündigen wollen.
Mit ihren Stellenstreichungen würde die Deutsche Bank im internationalen Trend liegen. Weltweit streichen Großbanken Zehntausende Stellen im Investmentbanking. Seit der Finanzkrise sprudeln dort die Gewinne nicht mehr wie einst. Das hängt auch mit verschärften regulatorischen Anforderungen zusammen, aber auch mit den heftigen Schwankungen an den Kapitalmärkten und der ungelösten Euro-Krise.
Laut "Wall Street Journal" haben allein die sechs größten US-Banken im vergangenen Jahr 18.000 Arbeitsplätze abgebaut. Im laufenden Jahr sollen weitere Stellenstreichungen folgen. Eine neue Runde des Job-Kahlschlags werde bereits vorbereitet.
ssu/dpa-AFX/Reuters
