19.07.2012
Geplanter Verkauf
100 Ihr-Platz-Filialen sollen zu Mäc-Geiz werden
Mäc-Geiz-Filiale in Berlin: Die Ihr-Platz-Läden sollen umgestellt werden
Stuttgart/Wien - Noch in dieser Woche soll ein weiterer Teil der insgesamt 490 Ihr-Platz-Filialien verkauft werden. "Am Freitag ist die Unterzeichnung des Vertrages mit MTH Retail geplant", sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Werner Schneider am Donnerstag. Die österreichische Unternehmensgruppe wollte ursprünglich Ihr Platz komplett übernehmen und weiterführen, kauft nun aber nur einen Teil der Läden. "Es geht um bis zu 109 Filialen", zitiert das "Handelsblatt" den MTH-Gründer und Aufsichtsrat Josef Taus. Es seien in erster Linie Filialen mittlerer Größe zwischen 250 und 350 Quadratmetern.
MTH ist in Deutschland bereits mit den Billigketten PfennigPfeiffer und Mäc-Geiz vertreten. In Österreich gehören die Bürobedarfshändler Libro und Pagro zu der Gruppe. Nach der Übernahme sollen die Ihr-Platz-Filialen in Mäc-Geiz integriert werden.
Am Mittwoch hatte sich Insolvenzverwalter Schneider bereits mit der Drogeriemarktkette Rossmann auf die Übernahme von rund hundert Ihr-Platz-Filialen geeinigt. Rossmann will die umsatzstarken Standorte mit rund 800 Beschäftigten und dem kompletten Warenbestand in sein rund 1600 Filialen umfassendes Netz integrieren. Dazu ist aber noch die Freigabe des Bundeskartellamts und die Genehmigung der Immobilienvermieter nötig.
Sollten beide Übernahmen gelingen, bleiben immer noch fast 300 Ihr-Platz-Filialien mit mehr als 2000 Mitarbeitern übrig. Als weiterer Interessent gilt die fränkische Textilhandelskette NKD, die nach eigenen Angaben einen Einstieg "ergebnisoffen" prüft.
Die insolvente Ihr-Platz-Muttergesellschaft Schlecker sieht sich indes mit gewaltigen Forderungen der Gläubiger konfrontiert. Wie Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Donnerstag mitteilte, hätten insgesamt 22.738 Gläubiger Forderungen geltend gemacht. Die Forderungssumme belaufe sich auf gut eine Milliarde Euro. Als größte Posten seien Verbindlichkeiten aus Warenlieferungen und dem Personalbereich aufgeführt.
stk/dpa/Reuters
