23.07.2012
Peet's Coffee
Milliardärsfamilie Reimann kauft Starbucks-Rivalen
Verkostung in der Zentrale von Peet's: "Entsetzt" von der Qualität des US-Kaffees
Hamburg - Nach amerikanischen Maßstäben ist Peet's Coffee & Tea schon fast ein Traditionsunternehmen: 1966 eröffnete der gebürtige Holländer Alfred Peet in den USA sein erstes Kaffeehaus. Laut Unternehmenschronik war der Immigrant "entsetzt von der schlechten Qualität des Kaffees, den Amerikaner konsumierten".
Mittlerweile ist Peet's bekannt für kräftige Röstungen nach europäischem Geschmack und mit Filialen in sechs US-Bundesstaaten ein Konkurrent von Branchenprimus Starbucks
. Peet's lieferte einst die ersten Bohnen für Starbucks und gehörte in den achtziger Jahren auch zeitweise zum Konzern.
Künftig sollen die Geschäfte der börsennotierten Kette von Deutschland aus gelenkt werden: Für rund eine Milliarde Dollar will die deutsche Milliardärsfamilie Reimann Peet's übernehmen. Beide Seiten seien sich einig, teilte das Unternehmen am Montag mit.
Es ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass die Reimanns eine Übernahme in den USA versuchen. Vor wenigen Monaten wollte die Familie den US-Kosmetikkonzern Avon übernehmen, scheiterten aber am Widerstand des Managements.
Der Reimann-Clan hat sein Milliardenvermögen mit dem Konsumgüterkonzern Reckitt-Benckiser gemacht, der unter anderem das Gesichtswasser Clerasil und Kukident-Haftcreme für dritte Zähne herstellt. Daneben finanzierten sie die Gründung von Labelux, einem neuen Luxuskonzern, der bereits einige erfolgreiche Edelmarken erworben hat.
Die Reimanns übernehmen Peet's über ihre Investmentholding Joh. A. Benckiser. Einen Minderheitsanteil wird die Bank BDT Capital aus Chicago halten. Binnen drei Monaten soll der Kauf abgeschlossen sein, sofern die Peet's-Aktionäre und die Wettbewerbshüter mitspielen. Die Reimanns bieten 73,50 Dollar je Anteilsschein - 29 Prozent mehr als der Schlusskurs von letzter Woche.
dab/dpa/Reuters
