24.07.2012
Schwacher Euro
Gewinn der Deutschen Bank bricht ein
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Vollständiger Bericht am Dienstag erwartet
Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank überrascht mit einer vorzeitigen Veröffentlichung ihrer Quartalszahlen - doch die fallen nicht besonders rosig aus. Das Kreditinstitut hat im zweiten Quartal weniger verdient als erwartet. Der Vorsteuergewinn liege bei rund einer Milliarde Euro, teilte die Bank am Dienstag mit. Im Vorjahresquartal waren es noch 1,8 Milliarden Euro gewesen. Unter dem Strich liege der Gewinn bei rund 700 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor lag der Gewinn bei 1,2 Milliarden Euro.
Analysten hatten laut Daten von Thomson Reuters für das zweite Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von gut einer Milliarde vorhergesagt. Der vollständige Quartalsbericht wird am kommenden Dienstag erwartet.
Anleger reagierten irritiert auf die Vorlage der Eckdaten: Die Aktie der Deutschen Bank
schoss kurzzeitig um mehr als zwei Prozent in die Höhe, beendete den Handel aber mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 23,47 Euro.
Die Bank habe unter dem schwachen Euro gelitten, durch den sich die in Pfund und Dollar angefallenen Kosten erhöht hätten, hieß es von der Deutschen Bank zur Begründung. Für das Gesamtjahr geht die Deutsche Bank nun von einem geringeren Gewinn aus, als Analysten ihr noch im Frühjahr zugetraut hatten. Damals hatte das Geldhaus auf Basis von Analystenschätzungen einen Nettogewinn von drei Milliarden Euro nach Ausschüttung einer Dividende angenommen.
Zuletzt häuften sich die Negativnachrichten aus dem größten deutschen Geldhaus. So soll die Bank in den jüngsten Skandal um Zinsmanipulationen verwickelt sein. Auch prüft das Geldhaus einen massiven Stellenabbau im Investmentbanking.
yes/Reuters
