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31.07.2012
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Baumarktkette in der Krise

Praktiker-Vorstand lässt Großaktionäre abblitzen

Fondsmanagerin de Krassny: Praktiker-Führung will an eigenem Finanzierungskonzept festhalten
DPA

Fondsmanagerin de Krassny: Praktiker-Führung will an eigenem Finanzierungskonzept festhalten

Die Baumarktkette Praktiker ringt in der Krise um einen klaren Kurs. Großaktionäre hatten sich gegen das Sanierungskonzept der Konzernleitung gewehrt - die ließ nun den Gegenvorschlag von Aktionärsvertretern abblitzen: Das Konzept sei nicht genügend abgesichert.

Hamburg - Die Konzernleitung der krisengeschüttelten Baumarktkette Praktiker Chart zeigen liefert sich einen Machtkampf mit ihren Aktionären. Bedeutende Anteilseigner unter der Führung der österreichischen Fondsmanagerin Isabella de Krassny hatten den Sanierungsplan des Konzerns auf der Hauptversammlung scharf attackiert und angekündigt, einen Alternativvorschlag vorzulegen. Diesen wiederum hat nun die Konzernleitung durchfallen lassen - wegen Zweifeln an der Finanzierbarkeit des Vorschlags.

Vorstand und Aufsichtsrat hätten sich gegen das von der österreichischen Bank Semper Constantia vorgelegte Finanzpaket entschieden, teilte Praktiker am Dienstag in Hamburg mit. Vorstandschef Kay Hafner erklärte, bei dem Angebot gebe es eine Finanzierungslücke von 60 Millionen Euro. Weil zudem Nachverhandlungen mit unvorhersehbarem Ausgang notwendig würden, seien der Erfolg der Sanierung und der Bestand des Unternehmens nicht gesichert.

Praktiker ist wegen seiner jahrelangen Billigstrategie ("20 Prozent auf alles") und Missmanagements tief in die roten Zahlen gerutscht. 2011 machte das Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro Verlust. Die Baumarktkette ist verschuldet und ringt ums Überleben. Zur Sanierung braucht sie frisches Geld, unter anderem um zahlreiche Praktiker-Märkte auf die profitablere Konzernmarke Max Bahr umzuflaggen.

Eklat während der Aktionärsversammlung

Die Finanzierung des Sanierungskurses sorgt allerdings für Streit: Während der Hauptversammlung zu Beginn des Monats war es zum Eklat gekommen. Der Vorstand drohte mit Insolvenz, falls ein geplantes Rettungspaket nicht von den Aktionären abgesegnet werden sollte. Diese warfen der Unternehmensführung Erpressung vor.

Mit sichtbarem Unwohlsein stimmten die Aktionäre schließlich dem Konzept des Vorstands zu, das neben einer Kapitalerhöhung auch einen Kredit des Hedgefonds Anchorage über 85 Millionen Euro vorsieht - zu einem Zinssatz von 16 bis 17 Prozent.

Die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny, die neben den Anteilen der Semper Constantia auch den zyprischen Fonds Mazeltov und damit insgesamt rund 15 Prozent der Anteile vertritt, kritisierte den Zinssatz für den Kredit als zu hoch. Auf der Aktionärsversammlung forderte sie unter anderem den Rücktritt von Vorstandschef Hafner und kündigte an, ein alternatives Konzept vorzulegen

Einen Verbündeten fand sie dabei in dem Investor Clemens Vedder. Dieser wollte Berichten zu Folge bei Praktiker einsteigen, von 30 Millionen Euro, gegebenenfalls mehr, war die Rede. Vedders Fondsgesellschaft Goldsmith Capital Partners hatte allerdings auch 2010 einen Einstieg bei der Warenhauskette Kaufhof geprüft, sich dann jedoch aus dem Bieterverfahren verabschiedet.

Die Konzernführung von Praktiker teilte nun mit, sie wolle an dem beschlossenen Sanierungsplan festhalten. Allerdings haben die Aktionäre noch bis zum Ende der Woche Zeit, vor Gericht Einspruch einzulegen und die Sanierung damit wenigstens für einige Zeit zu blockieren. In Vedders Umfeld hatte es geheißen, solche Klagen seien in Vorbereitung.

usp/dpa/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
1. Imageproblem zzgl. Finanzierungsproblem
Kopfmensch 31.07.2012
Ich denke, das größte Problem von Praktiker ist das Image des Marktes. Während andere Baumärkte wie Obi oder Hornbach durch einigermaßen qualifiziertes Personal und entsprechend gut sortierte und "hochwertige" Produkte [...]
Ich denke, das größte Problem von Praktiker ist das Image des Marktes. Während andere Baumärkte wie Obi oder Hornbach durch einigermaßen qualifiziertes Personal und entsprechend gut sortierte und "hochwertige" Produkte glänzen finden sich bei Toom oder Praktiker nur unqualifizierte 400 Euro Kräfte, die man erstmal minutenlang suchen muß. Wenn der Schwerpunkt bei Praktiker auf ein entsprechend hochwertigeres Sortiment und eine entsprechende Schulung seiner Mitarbeiter hinauslaufen würde, hätte Praktiker eine Chance zum überleben, nur wie es momentan aussieht, denke ich ein gesunder Verdrängungswettbewerb würde den Baumärkten sicherlich guttun.
2. Verlierergruppe
Ursprung 01.08.2012
Praktiker hat einfach zuviel Ramschimage und das kommt nicht nur von den gelegentlichen Aktionen. Das war Einzige, was Kunden noch anlocken konnte. Max Bahr sind ueberteuerte Apotheken, das Warensortiment auch eher [...]
Zitat von sysopDie Baumarktkette Praktiker ringt in der Krise um einen klaren Kurs. Großaktionäre hatten sich gegen das Sanierungskonzept der Konzernleitung gewehrt - die ließ nun den Gegenvorschlag von Aktionärsvertretern abblitzen: Das Konzept sei nicht genügend abgesichert. Praktiker-Vorstand und Aktionäre streiten um Geld für Sanierung - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,847537,00.html)
Praktiker hat einfach zuviel Ramschimage und das kommt nicht nur von den gelegentlichen Aktionen. Das war Einzige, was Kunden noch anlocken konnte. Max Bahr sind ueberteuerte Apotheken, das Warensortiment auch eher schuetter, die Leute sind oft muffig oder unlustig. Wird gegen die Hagebaukette oder Obi-Franchiser wohl der naechste Verlierer werden.
3. Der Praktiker!
spon-facebook-1798089394 03.08.2012
Der Praktiker War es gestern? oder neulich? jedenfalls nicht sehr erfreulich. Der Bedarf an Werkzeug der war groß und so ging ich los. Weit zu gehen brauch ich nicht, nebenan der Preis, der spricht. Gerade im Markt [...]
Der Praktiker War es gestern? oder neulich? jedenfalls nicht sehr erfreulich. Der Bedarf an Werkzeug der war groß und so ging ich los. Weit zu gehen brauch ich nicht, nebenan der Preis, der spricht. Gerade im Markt angekommen, bin ich sehr weit nicht gekommen. An der Kasse, nur die eine eine Schlange, wie 'ne Leine. Nachgefragt beim Infostand wo ich denn das Werkzeug find', war die Antwort wie 'ne Wand Denn das nette Blonde Kind Kassenkraft war und nicht Seller da die Lotseninfokraft Pause hatte und die nette blonde Maus kannte sich nur an der Kasse aus. Fragt sich hier doch der Betrachter muss bei Schlangen an der Kasse nicht das erste Ziel geboten sein Kunden in der großen Masse am Bezahlen sich erfreu'n Hat schon jemand von euch Leitern mal darüber nachgedacht, dass Geschäfte schon mal scheitern wenn man solchen Unsinn macht. Last Kassierer an der Kasse, schaft euch 'ne Verkäuferklasse. Auf Lotsenstand kann man verzichten folgen Verkäufer ihre Pflichten. Schaut doch als Inkognito mal in eure Märkte rein und laßt als Konsequenz des Tuns den Kunden wieder König sein.

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