17.08.2012
Angebliche Prügelattacke
Deutsche-Bank-Manager verklagt US-Polizei
Deutsche-Bank-Manager Mulligan: Von Polizisten verprügelt?
Los Angeles - In Hollywood ist man Skandale gewöhnt - doch was sich in jener Nacht des 15. Mai auf den Straßen von Los Angeles abgespielt haben soll, ist selbst für die Promi-Hauptstadt reichlich ungewöhnlich. Je nachdem, welcher Seite man glaubt, geht es in der Geschichte entweder um einen handfesten Polizeiskandal oder um einen durchgedrehten Top-Banker, der mitten in der Nacht versucht, in fremde Autos zu springen.
Brian Mulligan ist ein führender Mitarbeiter der Deutschen Bank in Los Angeles. Als Geschäftsführer der amerikanischen Mediensparte ist er für Millionendeals mit der Film- und Fernsehbranche zuständig. Wie mehrere amerikanische Medien berichten, hat Mulligan die Polizei von Los Angeles auf 50 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Der Vorwurf: Zwei Polizisten sollen den 53-Jährigen zusammengeschlagen und in einem Hotel festgehalten haben.
Laut "Wall Street Journal" stellt der Anwalt des Top-Managers den Vorfall so dar: Zwei Polizisten hätten den Mann auf dem Gehweg angehalten und danach sein Auto durchsucht. Nachdem sie dort 5000 Dollar Bargeld entdeckt hätten, seien sie mit ihm in ein Motel gefahren. Falls er zu fliehen versuche, würden sie ihn töten, sollen die Polizisten laut Aussage des Anwalts gedroht haben. Als Mulligan nach ein paar Stunden das Hotel verlassen habe, hätten die Polizisten ihn auf der Straße abgefangen und zusammengeschlagen. Dabei habe der Manager mehrere Knochenbrüche erlitten.
Die Version der Polizei hört sich völlig anders an: Mulligan soll an der Fahrzeugdurchfahrt eines Fast-Food-Restaurants versucht haben, in fremde Autos einzusteigen. Deshalb hätten ihn die Polizisten aufgegriffen. Mulligan selbst habe darum gebeten, sich in einem Hotel auszuruhen. Wenige Stunden später sei er jedoch dabei beobachtet worden, wie er über Straßen irrte und abermals versuchte, in besetzte Fahrzeuge einzudringen. Daraufhin hätten die Polizisten Mulligan überwältigt und festgenommen. Ein Drogentest habe kein Ergebnis gebracht.
Welche Version nun stimmt, ist offen. Die Deutsche Bank äußert sich nicht. Offenbar hat der Fall auch keinen direkten Bezug zu Mulligans beruflicher Tätigkeit. Nun wird wohl ein Gericht darüber entscheiden müssen, wer recht hat. Laut "Wall Street Journal" erwägt die Staatsanwaltschaft Los Angeles mittlerweile, selbst Anklage gegen Mulligan zu erheben.
stk
