08.11.2012
EADS
Enders warnt seine Manager vor Korruption
EADS-Chef Enders: Gesetz zu brechen ist keine Option
Hamburg - Der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders, hat seine Führungskräfte eindringlich vor den Folgen von Korruption gewarnt. In einem Brief an das Management, aus dem die "Financial Times Deutschland" zitiert, heißt es demnach: "Es gibt keinen Platz für betrügerisches oder unethisches Verhalten bei EADS."
Am Vortag hatte es laut Medienberichten staatsanwaltschaftliche Durchsuchungen an mehreren deutschen EADS-Standorten gegeben. Der Verdacht lautet auf Bestechung und Untreue im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kampfflugzeugen vom Typ "Eurofighter" an Österreich.
Österreichische Ermittler stießen dabei auf eine Verbindung zum Rechtspopulisten Jörg Haider. Die Staatsanwaltschaft ermittle auch gegen die von Haider gegründete Lakeside-Stiftung, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey. An die Stiftung sollen über Umwege Millionen Euro von "Eurofighter"-Herstellerfirmen geflossen sein, berichtete der ORF.
Umsatz und Gewinn gesteigert
Sollten die Untersuchungen kriminelles Verhalten oder andere Mängel ergeben, werde der Konzern sich umfassend damit beschäftigen, kündigte Enders laut "FTD" an. Das Gesetz zu brechen sei keine Option. Da gebe es "null Toleranz", habe Enders gesagt.
Trotz der gescheiterten Fusion mit BAE Systems und großer Probleme mit dem A380 legte EADS bei Umsatz und Gewinn stark zu: Die Erlöse erhöhten sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 14 Prozent auf 37,2 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg von Januar bis September im Vorjahresvergleich von 421 Millionen auf 903 Millionen Euro.
cte/dpa/dapd
