22.11.2012
Versandhändler
Otto sichert sich Neckermann-Namensrechte
Neckermann-Zentrale in Frankfurt: Insolvenzverwalter kritisiert Finanzinvestor
Düsseldorf - Der traditionsreiche Name des Versandhändlers Neckermann lebt auch nach dem Aus weiter: Der Hamburger Konkurrent Otto sicherte sich die Rechte an der Marke Neckermann.de in Deutschland und deren Eigenmarken sowie die Rechte an den Internet-Auftritten. Das teilten die Insolvenzverwalter am Donnerstag mit. Die Otto Group erhalte zudem Zugang zu Adressdaten der Neckermann-Kunden, um werben zu können. Der Preis ist bislang nicht bekannt, zudem steht der Kauf noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts.
Neckermann.de hatte im Juli Insolvenz angemeldet. Zwei Monate später erklärten die Insolvenzverwalter das endgültige Aus für das Traditionsunternehmen mit seinen rund 2000 Beschäftigten. Gespräche mit Kaufinteressenten waren gescheitert. Die Schuld dafür sahen die Verwalter bei den Vorbesitzern.
Sie warfen dem Management unter dem bisherigen Eigentümer, dem Finanzinvestor Sun Capital, indirekt Geldverschwendung vor. Die Interessenten hätten vor allem moniert, dass über einen langen Zeitraum hinweg nicht kostenbewusst gewirtschaftet worden sei. Überall seien sie bei ihrer Prüfung auf die sichtbar schlimmen Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gestoßen.
Sun Capital hatte 2008 die Mehrheit an dem Unternehmen übernommen. Der US-Finanzinvestor drehte im Juli den Geldhahn zu, nachdem er nach eigenen Angaben 200 Millionen Euro investiert hatte. Nicht von der Insolvenz betroffen ist der Touristik-Anbieter Neckermann Reisen, der seit längerem zu Thomas Cook gehört.
Neckermann hatte mit seinem Kataloggeschäft und dem berühmten Slogan "Neckermann macht's möglich" über Jahrzehnte den Versandhandel in Deutschland geprägt. Auf das boomende Internetgeschäft hatte der Konzern aber zu spät gesetzt.
cte/Reuters
