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29.11.2012
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Absatzkrise in Europa

Überlebenskampf der Autobauer

Von
AFP

Montage bei PSA in Frankreich: "Unter starkem Druck"

Europas Autoindustrie erlebt eine historische Krise. Verkäufe und Umsätze rutschen ab, eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht, Zigtausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. VW, Mercedes, Renault und Co. - wer geht unter?

Wer noch Belege für die historische Malaise der Autobranche in Europa suchte, der brauchte in dieser Woche nur nach Amsterdam zu schauen: Wegen der Wirtschaftskrise ist die dortige Messe AutoRai am Mittwoch abgesagt worden - es war das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. "Durch die Wirtschaftskrise stehen Importeure und Zulieferer der Autoindustrie unter starkem Druck", sagte der Direktor der Veranstalter, Olaf de Bruijn. Vor zwei Jahren kamen noch 270.000 Menschen zur AutoRai, es gibt die traditionsreiche Fahrzeugausstellung seit 1895.

Die Absatzkrise der Autoindustrie, sie ist keine kurze Durstrecke, wie sich mancher gerne einredete - sie ist zur historischen Bewährungsprobe für eine Schlüsselindustrie geworden, die rund zwei Millionen Menschen in Europa Arbeit gibt. Dauert die Malaise an, dürfte manchen Konzernen die Luft ausgehen.

In diesem Report untersuchen wir, welche europäischen Hersteller gut dastehen - und welche schlechte Überlebenschancen haben.

Verkaufszahlen aus diesem Jahr verdeutlichen die Dimension des Problems: In den ersten neun Monaten 2012 wurden in Europa nur noch 10,7 Millionen neue Pkw ausgeliefert. Nach Schätzungen von Marktbeobachtern werden es bis zum Jahresende allenfalls 12,5 Millionen sein - so wenige wie seit 20 Jahren nicht mehr. Allein in Spanien sind die Verkäufe in den vergangenen fünf Jahren um fast 50 Prozent zurückgegangen. "Der europäischen Autoindustrie stehen mindestens drei schwere Jahre bevor", prophezeit Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Centers an der Universität Duisburg-Essen. Für das kommende Jahr befürchtet er sogar noch einen weiteren spürbaren Rückgang. Kaum mehr als 11,6 Millionen Autos, so seine Schätzung, werden 2013 neu zugelassen.

Felix Kuhnert, Autoexperte der Unternehmensberatung PwC, glaubt sogar, dass die Autoindustrie erst 2018 wieder an alte Zeiten anknüpfen kann. Bereits jetzt arbeiteten 15 Automobilwerke mit einer Auslastung von weniger als 50 Prozent. Mit Gewinn lässt sich eine Autofabrik dagegen erst betreiben, wenn sie eine Auslastung von rund 85 Prozent erreicht. Die Frage ist also nicht mehr, ob Werke schließen müssen - sondern wann.

Welchen der europäischen Autokonzerne erwischt es als ersten? Volumenhersteller wie Fiat, Renault oder Opel, deren Absatzmärkte in Südeuropa nahezu weggebrochen sind? Oder Premiumhersteller wie BMW oder Mercedes, die für ihre Geschäfte zunehmend auf die Nachfrage in Asien und den USA angewiesen sind.

SPIEGEL ONLINE unterzieht die großen acht Konzerne in Europa einem Crashtest - wo liegen ihre Stärken und Schwächen? Wie sind ihre Aussichten? Wie in einem richtigen Crashtest gibt es maximal fünf Sterne zu erringen.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 122 Beiträge
1. Dummer Spruch .........
unixv 29.11.2012
aber leider kaufen Autos keine Autos! ;-) 10 Millionen prekäre Jobs allein in DE, Schämt euch " Wirtschaft, Banken, Politiker!" ihr gieriges Gesindel!
aber leider kaufen Autos keine Autos! ;-) 10 Millionen prekäre Jobs allein in DE, Schämt euch " Wirtschaft, Banken, Politiker!" ihr gieriges Gesindel!
2. Der Überlebenskampf der Autobauer
mischpot 29.11.2012
findet auf dem Rücken der Arbeitnehmer statt notfalls mit staatlichen Subventionen. Die Milliardengewinne hingegen werden unter den Anteilseignern aufgeteilt. Eine Sparte der mein tiefstes Mitleid sicher sein kann, vor allen [...]
findet auf dem Rücken der Arbeitnehmer statt notfalls mit staatlichen Subventionen. Die Milliardengewinne hingegen werden unter den Anteilseignern aufgeteilt. Eine Sparte der mein tiefstes Mitleid sicher sein kann, vor allen Dingen seit Dacia und andere bewiesen haben, das Autos gar nicht so teuer sein müssen.
3. Überlebenskampf? Hört sich ja bedrohlich an.
mopsfidel 29.11.2012
Wann war nochmal die Abwrackprämie? 2009. Massenhaft neue Autos wurden gekauft. Und nun dümpelt der Absatz. Ich versteh's auch nicht. Würde es um die Brikettoffen-Industrie gehen, wäre der Aufschrei längst nicht so massiv. [...]
Wann war nochmal die Abwrackprämie? 2009. Massenhaft neue Autos wurden gekauft. Und nun dümpelt der Absatz. Ich versteh's auch nicht. Würde es um die Brikettoffen-Industrie gehen, wäre der Aufschrei längst nicht so massiv. Selbst wenn Millionen von Arbeitsplätzen davon abhängen würden. Da würde es heißen: Fortschritt ersetzt die Zurückgebliebenen. Wir brauchen neue Ziele, neue Beschäftigungsfelder. Aber das will weder die Industrie noch die Politik.
4.
kuddel37 29.11.2012
Tja mit Niedriglohnjob oder Harz4 , bei gleichzeitig steigenden Strom- und Lebenshaltungskosten ist halt kein Auto mehr drin. Bald kommen noch die Steuerehöhungen zur Finanzierung der fremden Pleiteländer, da werden immer mehr [...]
Zitat von sysopEuropas Autoindustrie erlebt eine historische Krise. Verkäufe und Umsätze rutschen ab, eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht, Zigtausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. VW, Mercedes, Renault und Co. - wer geht unter? Crashtest: Ist Europas Autoindustrie für die Absatzkrise gerüstet? - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/crashtest-ist-europas-autoindustrie-fuer-die-absatzkrise-geruestet-a-868759.html)
Tja mit Niedriglohnjob oder Harz4 , bei gleichzeitig steigenden Strom- und Lebenshaltungskosten ist halt kein Auto mehr drin. Bald kommen noch die Steuerehöhungen zur Finanzierung der fremden Pleiteländer, da werden immer mehr sich schlicht und einfach kein Auto mehr leisten können. Aber ist doch gut, so wird neben dem umstig auf erneuerbare Energien auch noch die Umwelt durch weniger Autoverkehr und weniger produktion von Fahtrzeugen gefördert. Gleichzeitig kommen viele der heute gut verdienenden Autobauer ind en Genuß der Arbeitsargenturen und Harz4 .
5. Na so eine...
grommeck 29.11.2012
Überraschung! Warum kaufen die Leute wohl keine Autos in Europa?? Naa...Erst dumm und albern verdienen und dann jammern und ins Ausland verlagern - ist doch das Ziel oder liebe "Teuerautobauer" ?
Überraschung! Warum kaufen die Leute wohl keine Autos in Europa?? Naa...Erst dumm und albern verdienen und dann jammern und ins Ausland verlagern - ist doch das Ziel oder liebe "Teuerautobauer" ?

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