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28.11.2012
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Stellenabbau bei Finanzvertrieb

Swiss Life tilgt Marke AWD

dpa

AWD-Zentrale in Hannover: Neuer Name, bis zu 400 Stellen weniger

Zuletzt wirkte der Name eher abschreckend als verkaufsfördernd - nun soll die Marke AWD verschwinden. Die Schweizer Konzernmutter Swiss Life will zudem bis zu 400 Stellen bei dem Finanzdienstleister abbauen. Im vierten Quartal musste der Versicherer fast 500 Millionen Euro auf AWD abschreiben.

Zürich - Es ist das Aus für eine überaus bekannte Marke: Der Finanzdienstleister AWD wird von seinem Schweizer Mutterkonzern Swiss Life Chart zeigen im Zuge eines Millionen-Sparprogramms neu strukturiert und umbenannt. Bis zu 400 Jobs sollen in den kommenden drei Jahren abgebaut werden, teilten die Schweizer mit. Zudem wird das von dem Hannoveraner Unternehmer Carsten Maschmeyer gegründete Unternehmen in Swiss Life Select umbenannt.

In jüngster Zeit sind die Geschäfte bei dem Finanzdienstleister noch schlechter als befürchtet gelaufen. Die für das vierte Quartal 2012 vorgesehenen Abschreibungen auf AWD im Zuge einer Neubewertung der Tochter fielen mit 576 Millionen Franken (478,4 Millionen Euro) höher aus als erwartet. Die Wachstumsmöglichkeiten seien überschätzt worden, hieß es zur Begründung.

AWD verkauft gegen Provision Lebens- und Krankenversicherungen sowie Finanzprodukte für Versicherer, Banken und Fondsanbieter. Der langjährige Unternehmenschef Maschmeyer hatte AWD zu einer der profitabelsten Vertriebsorganisationen in Deutschland gemacht. 2007 verkaufte er AWD für 1,2 Milliarden Euro an Swiss Life.

Rückzug aus Slowakei und Ungarn

Für den nun geplanten Stellenabbau sollen laut Swiss Life vor allem die natürliche Fluktuation, Ruhestandsregelungen und der interne Stellenmarkt des Konzerns genutzt werden. Man werde "den Stellenabbau mit Umsicht angehen und Betroffene bei der beruflichen Neuorientierung unterstützen", erklärte Unternehmenschef Bruno Pfister.

Bereits im Juli hatte es Spekulationen über das Ende der Marke AWD gegeben. Damals hatte es geheißen, auch führende Verkäufer des hierarchisch aufgebauten AWD verlangten eine Namensänderung, weil das Neugeschäft unter der Berichterstattung über Hunderte von Schadensersatzforderungen und Klagen leide.

Der AWD-Nachfolger Swiss Life Select soll sich nun auf die Märkte Deutschland, Schweiz, Österreich sowie Polen und Tschechien konzentrieren. Die bisherigen AWD-Aktivitäten in der Slowakei und Ungarn werden zum Jahresende aufgegeben.

fdi/dpa/Reuters

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insgesamt 20 Beiträge
1. Man kann nur hoffen ...
fridericus1 28.11.2012
... dass die Schweizer über kurz oder lang dieser "Zierde" des Finanzsektors den vollständigen Garaus machen
... dass die Schweizer über kurz oder lang dieser "Zierde" des Finanzsektors den vollständigen Garaus machen
2. ...........
janne2109 28.11.2012
was gibt es zu diskutieren?? 1) So wird mit dem Geld der Kunden umgegangen, denn die Versicherungsnehmer haben die nun insgesamt aufgelaufene Summe von 1,7 Milliarden !! letztendlich bezahlt. 2) sieht man an diesem [...]
Zitat von sysopdpaZuletzt wirkte der Name eher abschreckend als verkaufsfördernd - nun soll die Marke AWD verschwinden. Die Schweizer Konzernmutter Swiss Life will zudem bis zu 400 Stellen bei dem Finanzdienstleister abbauen. Im vierten Quartal musste der Versicherer fast 500 Millionen Euro auf AWD abschreiben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/swiss-life-tilgt-marke-awd-und-baut-300-stellen-ab-a-869690.html
was gibt es zu diskutieren?? 1) So wird mit dem Geld der Kunden umgegangen, denn die Versicherungsnehmer haben die nun insgesamt aufgelaufene Summe von 1,7 Milliarden !! letztendlich bezahlt. 2) sieht man an diesem Beispiel die Macht des Kunden der die Produkte von AWD nicht mehr kaufen möchte. 3) für diese Glanzleistung müßte der ganze Vorstand nach Hause geschickt werden. Und wenn der Aufsichtsrat das nicht auf die Reihe bekommt auch gegen diesen gerichtlich vorgehen. Denn dann is nix mit "Aufsicht"
3. Maschi-Erbe
stefanbodensee 28.11.2012
Ja, der Herr 'Verkaufsprofi' Carsten Maschmeyer und sein unseliges Erbe, damit hat sich die Swiss-Life keinen Gefallen getan. Die Strukturvertriebsbranche, in der Maschmeyer gewildert hat, ist eben ein unseriöses Geschäft, wo es [...]
Ja, der Herr 'Verkaufsprofi' Carsten Maschmeyer und sein unseliges Erbe, damit hat sich die Swiss-Life keinen Gefallen getan. Die Strukturvertriebsbranche, in der Maschmeyer gewildert hat, ist eben ein unseriöses Geschäft, wo es im Prinzip nur darum ging und geht, dem potentiellen Kunden soviel provisionsträchtige Verträge wie möglich aufs Auge zu drücken. Und das von meist halbherzig ausgebildeten 'Finanzoptimieren', die die Verwandten und Freunde abklappern, bis das dann irgendwann auch im Sande verläuft. Aber Hautpsache Herr Schröder / Wulff Spezl Maschmeyer hat seine Millionen im Trockenen. Wer in sich gerne wieder in Erinnerung rufen will, der kann auf Youtube ja mal seine innovativen Motivationsvideos suchen gehen - immer wieder unterhaltsam. Damals sogar noch mit Pornobalken im Gesicht, ganz nach dem Motto: Proll aber sexy ....
4. Solch eine Firma braucht kein Mensch....
senfdazu 28.11.2012
...egal wie sie heißt... Da hat der Maschie richtig abgesahnt....
...egal wie sie heißt... Da hat der Maschie richtig abgesahnt....
5. Das faule AWD-Ei vom Schröder-Wulff Freund Marschmeyer
Roßtäuscher 28.11.2012
Da hat sich die Swiss Life auf einen schönen Kuhhandel mit dem besten Freund vom Boss der Bosse, dem lupenreinen Demokraten-Bewunderer aus Niedersachsen, als auch dem gescheiterten Bundespräsidenten von Merkels Gnaden, [...]
Zitat von sysopdpaZuletzt wirkte der Name eher abschreckend als verkaufsfördernd - nun soll die Marke AWD verschwinden. Die Schweizer Konzernmutter Swiss Life will zudem bis zu 400 Stellen bei dem Finanzdienstleister abbauen. Im vierten Quartal musste der Versicherer fast 500 Millionen Euro auf AWD abschreiben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/swiss-life-tilgt-marke-awd-und-baut-300-stellen-ab-a-869690.html
Da hat sich die Swiss Life auf einen schönen Kuhhandel mit dem besten Freund vom Boss der Bosse, dem lupenreinen Demokraten-Bewunderer aus Niedersachsen, als auch dem gescheiterten Bundespräsidenten von Merkels Gnaden, eingelassen. Dem gehört längst, auch seinem Kompagnon Rürup, ein Unternehmens-Verbot ausgesprochen. Merkel und die angemahnte Korruptionsbekämpfung aus Straßbourg.

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