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Wirtschaft

Pannen-Stahlwerke

ThyssenKrupp drohen Milliardenverluste

Dem Stahlkonzern ThyssenKrupp droht beim Verkauf von Stahlwerken in Brasilien und den USA offenbar ein finanzielles Desaster. Laut "Süddeutscher Zeitung" rechnet die Führung im schlimmsten Fall mit einem Verlust von bis zu elf Milliarden Euro. Ein Gutachten bringe zudem Ex-Vorstände unter Druck.

AFP

ThyssenKrupp-Stahlwerk in Brasilien: Milliardenverluste befürchtet

Mittwoch, 28.11.2012   11:39 Uhr

München - ThyssenKrupp stellt sich bei seiner Jahresbilanz laut einem Bericht auf hohe Verluste durch Stahlwerke in Brasilien und den USA ein. Das Management des Konzerns rechne intern damit, beim geplanten Verkauf der Anlagen im schlimmsten Fall bis zu elf Milliarden Euro zu verlieren, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ").

Demnach spielt die Konzernzentrale verschiedene Szenarien durch, wonach der Verkauf lediglich Erlöse zwischen einer und vier Milliarden Euro bringt. ThyssenKrupp hatte für die beiden erst 2010 in Betrieb genommenen Werke laut der Zeitung zunächst noch sieben Milliarden Euro eingeplant. Gekostet haben die Werke nach jüngsten Angaben rund zwölf Milliarden Euro. Ein Unternehmenssprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Das Desaster um die beiden Stahlwerke könnte der Zeitung zufolge auch noch ein Nachspiel für ehemalige Vorstände haben. Demnach bekam der aktuelle Aufsichtsrat einen Bericht vorgelegt, der schwere Vorwürfe gegen Ex-Manager enthält: Ihre Antworten auf Nachfragen der Kontrolleure zu den Stahlwerken hätten sich im Nachhinein als "zu optimistisch, unvollständig und teilweise falsch herausgestellt", zitierte die "SZ" aus dem Bericht.

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ThyssenKrupp: Industrielegende im Ruhrgebiet
Unter der Leitung des früheren ThyssenKrupp-Chefs Ekkehard Schulz hatte der Konzern die zwei Stahlwerke in Brasilien und den USA bauen lassen. ThyssenKrupp Chart zeigen sollte so den größten Stahlkonzernen der Welt Konkurrenz machen. Doch die beiden Werke entpuppten sich als Milliardengrab. Die Kosten stiegen durch Missmanagement und Pfuschereien beim Bau um mehr als das Dreifache. Nun muss der Konzern die Werke loswerden - auch wenn dadurch Verluste entstehen. Die "Financial Times Deutschland" hatte kürzlich berichtet, der geplante Verkauf der defizitären Stahlwerke verzögere sich bis Herbst kommenden Jahres.

ThyssenKrupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger will den Konzern stärker zu einem Technologieunternehmen umbauen. Dabei behindern ihn die fast sechs Milliarden Euro Schulden, die vor allem durch den Bau der Stahlwerke in Übersee entstanden sind. Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2011/2012 will das Unternehmen am 11. Dezember vorlegen.

mmq/dpa-AFX

insgesamt 14 Beiträge
herr_kowalski 28.11.2012
1. Na und ?
Nach dem verlorenen Krieg wurde Krupp ganz schnell wieder in Amt, Würden und Vermögen gehievt. Thyssen-Krupp wird von unserem Hosenanzug ohne Rückgrat ganz sicher vor dem Schlimmsten bewahrt werden. So wahr mir Gott [...]
Zitat von sysopAFPDem Stahlkonzern ThyssenKrupp droht beim Verkauf von Stahlwerken in Brasilien und den USA offenbar ein finanzielles Desaster. Laut "Süddeutscher Zeitung" rechnet die Führung im schlimmsten Fall mit einem Verlust von bis zu elf Milliarden Euro. Ein Gutachten bringe zudem Ex-Vorstände unter Druck. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/thyssenkrupp-drohen-milliardenverluste-durch-stahlwerke-a-869755.html
Nach dem verlorenen Krieg wurde Krupp ganz schnell wieder in Amt, Würden und Vermögen gehievt. Thyssen-Krupp wird von unserem Hosenanzug ohne Rückgrat ganz sicher vor dem Schlimmsten bewahrt werden. So wahr mir Gott helfe.
Regulisssima 28.11.2012
2. optional
Sohl hätte diese Irrsinns-Pläne nie genehmigt und die ganze Bande, die Thyssen ruiniert hat, in den Knast stecken lassen
Sohl hätte diese Irrsinns-Pläne nie genehmigt und die ganze Bande, die Thyssen ruiniert hat, in den Knast stecken lassen
iwbas 28.11.2012
3. wer auf der Welle de Erfolges reiten will,
sollte wenigstens wissen, wie ein Surfbrett aussieht.
sollte wenigstens wissen, wie ein Surfbrett aussieht.
wibo2 28.11.2012
4. @Regulisssima
Wer dümmer ist als die Polizei erlaubt, soll in den Bau einfahren! Wer Milliarden veruntreut oder verdummt, was auf das Gleiche hinausläuft, hat nichts Besseres verdient! Diese Geld Vernichtung ist unerträglich.
Zitat von RegulisssimaSohl hätte diese Irrsinns-Pläne nie genehmigt und die ganze Bande, die Thyssen ruiniert hat, in den Knast stecken lassen
Wer dümmer ist als die Polizei erlaubt, soll in den Bau einfahren! Wer Milliarden veruntreut oder verdummt, was auf das Gleiche hinausläuft, hat nichts Besseres verdient! Diese Geld Vernichtung ist unerträglich.
thedoctor46 28.11.2012
5. Was soll man dazu noch sagen..
- der Konzern ist ja nicht unbekannt: Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb: Goergen verlor den Machtkampf mit Hans-Günther Sohl von der August Thyssen-Hütte (Hauptaktionärin Anita Zichy-Thyssen) und wurde Mitte 1957 [...]
- der Konzern ist ja nicht unbekannt: Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb: Goergen verlor den Machtkampf mit Hans-Günther Sohl von der August Thyssen-Hütte (Hauptaktionärin Anita Zichy-Thyssen) und wurde Mitte 1957 mit 2,64 Mio. DM Abfindung entlassen.... (http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6nix_AG_f%C3%BCr_Bergbau_und_H%C3%BCttenbetrieb#Niedergang_und_Aufl.C3.B6sung) Geht ja weiter: Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein: Die Chinesen ließen in der Folge dieser Bewertungen weitaus mehr Maschinen und Einrichtungen zurück, als TK es zuvor eingeschätzt hatte. **Da die _Erwerber zur Beseitigung der Einrichtungen nicht verpflichtet worden waren,_ hatten diese Entscheidungen weitere Abbau- und Entsorgungskosten auf Seiten von ThyssenKrupp in Millionenhöhe zur Folge, bevor zuletzt der Gebäudeabbruch beginnen konnte.** (http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rder_Bergwerks-_und_H%C3%BCtten-Verein#Stilllegung.2C_Verkauf_der_Einrichtungen_nach_China_und_Abbruch)

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