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07.12.2012
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Finanzspritze

Italiener steigen bei Aston Martin ein

TMN

One-77: Firmensitz bleibt im englischen Gaydon in der Grafschaft Warwickshire

Der Sportwagenhersteller Aston Martin steckt in der Krise. Jetzt investiert die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial rund 186 Millionen Euro in das Unternehmen und verschafft den Briten damit etwas Luft.

London - Sie baut Liebhaberautos, schafft Filmikonen - aber Geld verdient sie trotzdem nicht: die britische Firma Aston Martin. Jetzt steigt die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial bei dem traditionsreichen Autobauer ein. Investindustrial investiere umgerechnet 186 Millionen Euro und übernehme einen Anteil von 37,5 Prozent an dem Hersteller exklusiver Sportwagen, teilten beide Seiten am Freitag mit. Klassische und moderne Aston-Martin-Modelle spielen unter anderem als Fahrzeuge von Geheimagent 007 in den James-Bond-Filmen tragende Rollen.

Bei dem Geschäft gehe man von einem Unternehmenswert von rund 940 Millionen Euro aus, teilte der von Andrea Bonomi geleitete Fonds am Freitag mit, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Kauf müsse noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Dieser Schritt sei für das erste Quartal 2013 vorgesehen.

Das jetzige Investment kommt den Briten sehr gelegen. Denn es ermöglicht der Sportwagenmarke in den kommenden fünf Jahren mehr als eine halbe Milliarde Pfund in neue Modelle und Technik zu stecken. Geld hat Investindustrial genug: Erst im April haben die Italiener mit dem Verkauf des italienischen Motorradbauers Ducati an die Volkswagen-Tochter Audi 860 Millionen Euro eingenommen.

Aston Martin hatte dagegen in den vergangenen Jahren die weltweite Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen einen Absatzrückgang um 19 Prozent auf 2340 Autos bekanntgeben müssen. Eine Technologiepartnerschaft mit der Daimler-Tochter Mercedes kam nicht zustande.

Dem Einstieg der Italiener ging dem Anschein nach ein heftiger Bieterkampf voraus. Am Ende hatte der anfangs favorisierte indische Traktor-Hersteller Mahindra das Nachsehen. Mehrfach hatte es auch Spekulationen um mögliche Anteilsverkäufe gegeben - unter anderem hatte es geheißen, der kuwaitische Eigner Investment Dar wolle veräußern. Investindustrial betonte, man freue sich darauf, nun gemeinsam mit Dar an der Stärkung von Aston Martin zu arbeiten. Der Firmensitz bleibe weiter im englischen Gaydon in der Grafschaft Warwickshire. Dort arbeiten 1600 Menschen.

mik/dpa/Reuters

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