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07.12.2012
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Schärfere Finanzkontrolle

Italienische Fahnder überprüfen Facebook-Büros

REUTERS

Facebook-Logo auf einem Screen: Während der Visite mit den Behörden kooperiert

Besuch von der Steuerfahndung: Italienische Beamte haben übereinstimmenden Berichten zufolge Facebook-Büros in Mailand überprüft. Die Fahnder wollten offenbar kontrollieren, ob der US-Konzern seine Einnahmen ordnungsgemäß versteuert.

Mailand - Die Finanzkontrolle wird schärfer: Die italienische Steuerfahndung hat den Mailänder Büros des sozialen Netzwerks Facebook einen Besuch abgestattet. Die Beamten hätten dabei Unterlagen mitgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag unter Berufung auf Finanzbehörden. Auch die Zeitung "IlSole24Ore" berichtete auf ihrer Internetseite von den Kontrollen. Es werde geprüft, ob der US-Konzern seine Einnahmen in Italien ordnungsgemäß versteuere.

Facebook teilte in einer E-Mail mit, das Unternehmen halte sich strikt an das Steuerrecht des Landes und zahle seine Abgaben. Während der Visite habe Facebook mit den Behörden kooperiert und werde dies auch künftig tun.

Firmen wie Facebook Chart zeigen, Apple Chart zeigen, Google Chart zeigen oder Amazon verbuchen Milliardenumsätze in Europa, zahlen in vielen Ländern aber vergleichsweise niedrige Steuern. Dafür nutzen sie steuerliche Möglichkeiten, die als legal gelten. Dennoch wird die Vorgehensweise in vielen Ländern kritisiert.

Das klamme Euro-Land Italien etwa hat sich daher in den vergangenen Monaten verstärkt darum bemüht, Steuern einzutreiben. Die Behörden nahmen zuletzt schon andere Branchengrößen ins Visier, darunter auch Google.

yes/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
1. Richtig so!
g.w.h. 07.12.2012
Es kann nicht sein, dass sich so große Konzerne vor ihrer Verantwortung drücken. Jeder muss Steuern zahlen - der kleine Mann, der Kleinunternehmer und auch die Giganten der Wirtschaft sollen ihren Beitrag leisten.
Es kann nicht sein, dass sich so große Konzerne vor ihrer Verantwortung drücken. Jeder muss Steuern zahlen - der kleine Mann, der Kleinunternehmer und auch die Giganten der Wirtschaft sollen ihren Beitrag leisten.
2. Alles eine Frage der Perspektive
thoxin 07.12.2012
Genaugenommen zahlen die ja Steuern. Suchen sich durch globale Strukturen allerdings selber aus wo. Kann man als bedenklich betrachten. Ob das aber illegal ist, das ist eben die andere Frage.
Genaugenommen zahlen die ja Steuern. Suchen sich durch globale Strukturen allerdings selber aus wo. Kann man als bedenklich betrachten. Ob das aber illegal ist, das ist eben die andere Frage.
3. Legal ....
DEWI60 08.12.2012
ist es schon was die meisten Konzerne machen. Legal werden Lizenzgebühren an eine Muttergesellschaft gezahlt und diese hat ihren Sitz z.B. in Irland oder in den Niederlanden. Hier findet dann mittels weiterer Verschiebungen der [...]
ist es schon was die meisten Konzerne machen. Legal werden Lizenzgebühren an eine Muttergesellschaft gezahlt und diese hat ihren Sitz z.B. in Irland oder in den Niederlanden. Hier findet dann mittels weiterer Verschiebungen der Gewinne eine wesentlich niedrigere Besteuerung statt als im Land der Entstehung der Gewinne. Eine Änderung dieser Situation ist aus meiner Sicht nur möglich wenn wir endlich dazu übergehen für international tätige Unternehmen die Besteuerungsregeln so zu ändern dass diese egal wo sie ihre Gewinne erzielen eine gerechte Steuer zahlt. Politisch ist das mit Sicherheit nicht gewollt, aber hier können wir nur spekulieren. Die Wahrheit hierzu werden wir wohl nie erfahren. Was Europa betrifft finde ich ist es an der Zeit für inter-europäische tätige Firmen ein eigenes Steuerrecht zu schaffen, dass für die gesamte EU gilt. Sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den Ländern der EU braucht es dann nur noch für einzelne besondere Steuerarten. Es ist an der Zeit das endlich auch die richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen gesetzt werden um aus dem gewollt zusammengewachsenen Europa ein Staatsgebilde mit allen politischen Alternativen werden zu lassen. Stichwort ist hier das Wort "Fiskalunion", ich bin aber der Überzeugung es muß noch weitergehen. Ich plädiere für eine wahrhaftige europäische Union als Staatsgebilde. Das sehen viele nicht so, dass ist mir bewußt, aber nur so kann es ökonomisch für die EU weitergehen.

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