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12.12.2012
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Riesenschiffe

Boom der Seeungeheuer

AFP

Hamburg bestaunt die "Marco Polo", das größte Containerschiff der Welt. Lange dürfte der Gigant diesen Rekord nicht halten, denn die nächste Generation von Mega-Schiffen ist längst im Bau. Das bringt neue Probleme: Häfen und Wasserstraßen werden zu klein.

Hamburg - Um wahrhaft gigantische Dimensionen zu beschreiben, bemühen Journalisten gerne Fußballplätze als Maßeinheit. Doch für ihre neuesten Containerschiffe reicht das der dänischen Reederei Maersk nicht aus. In einem Werbespot für die sogenannte Triple-E-Klasse werden ein Basketball-, ein Football- und eine Eishockeystadion aneinandergereiht - alle unter Deck eines einzigen Schiffs.

Triple-E gilt als die Zukunft in einer Branche, die seit langem auf immer gigantischere Modelle setzt. Die Gegenwart war am Mittwoch in Hamburg zu besichtigen: Erstmals lief die "CMA CGM Marco Polo" einen deutschen Hafen an. Mit einem Fassungsvermögen von rund 16.000 Standardcontainern (TEU) ist sie derzeit das größte Containerschiff der Welt.

Den Status dürfte die "Marco Polo" schon bald wieder verlieren: Im Juni 2013 ist die Auslieferung der ersten Triple-E-Schiffs geplant, das auf gut 18.000 TEU kommen wird. Das ist fast doppelt so viel wie die "Gudrun Maersk", die laut einer Aufstellung des Informationsdienstes Alphaliner noch im Jahr 2005 das größte Containerschiff der Welt war (siehe Fotostrecke). Sieben Jahre zuvor wiederum hatten der "President Truman" noch 4500 TEU für den Weltmeistertitel gereicht.

Aus Sicht der Reeder ist der Größenwahn sinnvoll. Kraftstoffverbrauch und damit auch CO2-Emissionen steigen langsamer als die Kapazität, Ökonomen sprechen in solch einem Fall von positiven Skaleneffekten. Unproblematisch sind die neuen Mega-Schiffe deshalb aber nicht, schließlich erfordern ihre gigantischen Ausmaße auch entsprechende Wasserwege. So könnte die "Marco Polo" Hamburg heute nicht komplett beladen anlaufen, dafür ist die Elbe zu flach. Der Besuch war deshalb auch Werbung für eine erneute Elbvertiefung, über die Hafen-Vertreter und Umweltschützer in der Hansestadt derzeit wieder einmal streiten.

Unter Platzmangel leidet freilich nicht nur Hamburg. Schiffe der Panamax-Klasse galten einst riesig, da sie dank ihrer Abmessungen gerade noch durch den Panama-Kanal passten. Mittlerweile wurde der Kanal vergrößert, Triple-E-Schiffe sind für ihn immer noch zehn Meter zu breit.

Mittlerweile gibt es die sogenannte Malakkamax-Klasse: Zu ihr gehören Schiffe, die gerade noch durch die flache Malakka-Meerenge zwischen Malaysia und Sumatra passen. Solche Schiffe könnten bis zu 470 Meter lang sein - das entspricht übrigens mehr als vier Fußballfeldern hintereinander.

dab

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insgesamt 35 Beiträge
1. Nana SPON, und wieviele dieser
prontissimo 12.12.2012
Schiffe dümpeln auf den Weltmeeren ohne Fracht einfach so in der Dünung herum ? Die Frachtraten nach Asien sind sowas von kaputt und die in umgekehrter Richtung decken auch nicht mehr die Kosten. Als Abschreibungsobjekte [...]
Zitat von sysopAFPHamburg bestaunt die "Marco Polo", das größte Containerschiff der Welt. Lange dürfte der Gigant diesen Rekord nicht halten, denn die nächste Generation von Mega-Schiffen ist längst im Bau. Das bringt neue Probleme: Häfen und Wasserstraßen werden zu klein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/marco-polo-in-hamburg-warum-containerschiffe-immer-groesser-werden-a-872509.html
Schiffe dümpeln auf den Weltmeeren ohne Fracht einfach so in der Dünung herum ? Die Frachtraten nach Asien sind sowas von kaputt und die in umgekehrter Richtung decken auch nicht mehr die Kosten. Als Abschreibungsobjekte sind sie auch nur noch bedingt geeignet. Den Hype, den ihr das sehen wollte gibt es nicht. Maaersk stellt für jeden neuen Containerriesen einige alte ausser Dienst. Logik: ein großer Kahn kostet viiiieeel weniger als 3 kleine. Alleine die eingesparten Kosten für die Heuer der Besatzung und der viel geringere Schwerölverbrauch machen die Rechnung attraktiv.
2. So ein Pott...
artusdanielhoerfeld 12.12.2012
...lohnt sich für die Somalischen Piraten aber so richtig...
...lohnt sich für die Somalischen Piraten aber so richtig...
3.
Jurx 12.12.2012
Deutschland ist fein raus, denn mit dem Jade-Weser-Port hat Deutschland einen Tiefwasserhafen für Pötte solchen Kalibers fertiggestellt, mit ausreichend Kapazität auch ohne eine Elbvertiefung: JadeWeserPort [...]
Zitat von sysopAFPHamburg bestaunt die "Marco Polo", das größte Containerschiff der Welt. Lange dürfte der Gigant diesen Rekord nicht halten, denn die nächste Generation von Mega-Schiffen ist längst im Bau. Das bringt neue Probleme: Häfen und Wasserstraßen werden zu klein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/marco-polo-in-hamburg-warum-containerschiffe-immer-groesser-werden-a-872509.html
Deutschland ist fein raus, denn mit dem Jade-Weser-Port hat Deutschland einen Tiefwasserhafen für Pötte solchen Kalibers fertiggestellt, mit ausreichend Kapazität auch ohne eine Elbvertiefung: JadeWeserPort (http://de.wikipedia.org/wiki/JadeWeserPort) Auch wenn es dem Hamburgern nicht passt: Der Jade-Weser-Port hat mit 18 Meter Tauchtiefe schon heute mehr Tiefe als die Elbe in den nächsten 100 Jahren ausgebaggert werden kann.
4.
hydrocotyle 12.12.2012
Hallo SpOn, BU 12: "Auch Mega-Schiffe können verunglücken: Im Herbst 2012 havarierte die "MSC Flaminia" vor der deutschen Nordseeküste, zwei Menschen kamen ums Leben." Ich würde die Verortung der [...]
Zitat von sysopAFPHamburg bestaunt die "Marco Polo", das größte Containerschiff der Welt. Lange dürfte der Gigant diesen Rekord nicht halten, denn die nächste Generation von Mega-Schiffen ist längst im Bau. Das bringt neue Probleme: Häfen und Wasserstraßen werden zu klein. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/marco-polo-in-hamburg-warum-containerschiffe-immer-groesser-werden-a-872509.html
Hallo SpOn, BU 12: "Auch Mega-Schiffe können verunglücken: Im Herbst 2012 havarierte die "MSC Flaminia" vor der deutschen Nordseeküste, zwei Menschen kamen ums Leben." Ich würde die Verortung der Havarie nochmals überdenken ... kann doch so schwer nicht sein, oder?
5. Lasst die grüne Hamburg-Schickeria doch
atair 12.12.2012
---Zitat von Jurx--- ... mit dem Jade-Weser-Port hat Deutschland einen Tiefwasserhafen für Pötte solchen Kalibers fertiggestellt, mit ausreichend Kapazität auch ohne eine Elbvertiefung ... Auch wenn es dem Hamburgern nicht [...]
---Zitat von Jurx--- ... mit dem Jade-Weser-Port hat Deutschland einen Tiefwasserhafen für Pötte solchen Kalibers fertiggestellt, mit ausreichend Kapazität auch ohne eine Elbvertiefung ... Auch wenn es dem Hamburgern nicht passt: Der Jade-Weser-Port hat mit 18 Meter Tauchtiefe schon heute mehr Tiefe als die Elbe in den nächsten 100 Jahren ausgebaggert werden kann. ---Zitatende--- Lasst die grüne Hamburg-Schickeria doch einfach an einem immer "naturnäher" werdenden Elbufer ihren Pina Bionada schlürfen und lenkt Arbeitsplätze, Mammon und "Big Tech" an den Jadebusen um. Sollen sich die Missingschen lieber auf den Fertigbau ihrer Elbphilharmonie konzentrieren - das ist sowieso dem hedonistischen Grün-Schick-Milieu angemessener

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