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14.12.2012
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Urteil

Deutsche Bank muss Kirch-Erben Schadensersatz zahlen

dapd

Anwälte von Ex-Deutsche-Bank-Chef Breuer: Das Geldhaus muss Schadensersatz zahlen

Einer der längsten Wirtschaftsprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik ist zu Ende. Die Deutsche Bank muss den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadensersatz in noch nicht genannter Höhe zahlen. Das hat das Oberlandesgericht München entschieden. Das Geldhaus will das Urteil anfechten.

München - Es ist eine Schlappe für die Deutsche Bank: Das größte deutsche Geldhaus ist im Kirch-Prozess zu einer Schadensersatzzahlung verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München sah es als erwiesen an, dass Ex-Bankchef Rolf Breuer mitverantwortlich für die Pleite der Kirch-Gruppe war, wie der Vorsitzende Richter Guido Kotschy am Freitag sagte. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

Leo Kirch war im Juli vergangenen Jahres verstorben. Seine Erben setzten aber seinen seit gut zehn Jahren laufenden Rechtsstreit mit der Deutschen Bank fort. Auf dem Höhepunkt von Kirchs Karriere gehörten ihm der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 und der Bezahlsender Premiere. Kirch warf dem Geldhaus vor, für die Pleite seines Imperiums verantwortlich zu sein.

Wie viel die Deutsche Bank zahlen muss, steht noch nicht fest. Das soll in einem Gutachten festgestellt werden. Das Gericht sprach bislang von einem Schaden bei Kirch zwischen 120 Millionen Euro und 1,5 Milliarden Euro. Die Erben fordern mehr als zwei Milliarden Euro.

Der Anwalt der Deutschen Bank, Markus Meier, kündigte eine Nicht-Feststellungsklage vor dem Bundesgerichtshof an. Peter Gauweiler, der die Kirch-Erben vertritt, sieht dafür nur geringe Chancen. Er sprach von einem "sehr, sehr großen Erfolg" für seine Mandaten. Beide Parteien können bis Ende Januar nun Gutachter vorschlagen. Zwei sollen dann die Höhe festlegen.

Umstrittene Interview-Äußerung von Breuer

Der Kirch-Prozess hatte sich über zehn Jahre hingezogen und war damit eines der längsten Wirtschaftsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. In dem Prozess ging es um eine umstrittene Interview-Äußerung des früheren Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer. Er hatte im Jahr 2002 öffentlich über das Kirch-Imperium gesagt: "Was man alles lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder sogar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen."

Die Kirch-Seite argumentiert, dass diese Äußerung die Pleite des Kirch-Medienunternehmens mitausgelöst habe. Dem folgte nun das Gericht weitgehend. Breuer hingegen hatte in dem Verfahren beteuert, er habe mit seinem umstrittenen Interview keinen Druck auf Kirch aufbauen oder ihm schaden wollen.

Die Aktien der Deutschen Bank Chart zeigen setzten mit einem Minus von zeitweise 2,5 Prozent ihren Abwärtstrend fort. Seit Mittwoch hat das Geldhaus damit an der Börse gut sechs Prozent an Wert eingebüßt. Ein Händler sagte: "Da kommt alles zusammen: Die gestrige Gewinnwarnung, die Ermittlungen wegen möglichen Steuerbetrugs und der Kirch-Prozess."

cte/dapd/AFP

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insgesamt 133 Beiträge
1. richtig
saloon0120 14.12.2012
ich denke, es ist richtig, auch wenn der alte Kirch sich wohl mit Premiere verzockt hatte. Ohne Breuer hätte er sich vielleicht nochmal retten können...
ich denke, es ist richtig, auch wenn der alte Kirch sich wohl mit Premiere verzockt hatte. Ohne Breuer hätte er sich vielleicht nochmal retten können...
2. Na denn ...
webman 14.12.2012
Deutsche Bank - dunkler Anzug statt weiße Weste ;););)
Deutsche Bank - dunkler Anzug statt weiße Weste ;););)
3. Richter sind auch nur Menschen....
!!# 14.12.2012
Ich will es hoffen, dass eine höhere Instanz dieses Urteil kippt. Wenn die Finanzlage der Kirch-Gruppe so schwach war, dass ein kleiner TV-Interview sie ins Schwanken bringen konnte, dann war diese Gruppe sowieso kein [...]
Zitat von sysopDie Deutsche Bank muss den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadensersatz zahlen. Das teilt das Oberlandesgericht München mit. Kirch hatte dem früheren Bankchef Rolf Breuer vorgeworfen, seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen zu haben. Deutsche Bank muss Kirch-Erben Schadenersatz zahlen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-muss-kirch-erben-schadenersatz-zahlen-a-872975.html)
Ich will es hoffen, dass eine höhere Instanz dieses Urteil kippt. Wenn die Finanzlage der Kirch-Gruppe so schwach war, dass ein kleiner TV-Interview sie ins Schwanken bringen konnte, dann war diese Gruppe sowieso kein Schußpulver Wert. Daher denke ich, dass die Deutsche Bank unschuldig war.
4. Gut und Schlecht
Join_Me 14.12.2012
Gut ist, dass Banken, bzw. deren Angestellte haften, wenn sie andere in den Ruin treiben, auch wenn es wohl eine Einzelfall-Entscheidung ist und ein Mensch erst einmal Geld für ein möglicherweise *10 jähriges * Verfahren [...]
Zitat von sysopDie Deutsche Bank muss den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadensersatz zahlen. Das teilt das Oberlandesgericht München mit. Kirch hatte dem früheren Bankchef Rolf Breuer vorgeworfen, seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen zu haben. Deutsche Bank muss Kirch-Erben Schadenersatz zahlen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-muss-kirch-erben-schadenersatz-zahlen-a-872975.html)
Gut ist, dass Banken, bzw. deren Angestellte haften, wenn sie andere in den Ruin treiben, auch wenn es wohl eine Einzelfall-Entscheidung ist und ein Mensch erst einmal Geld für ein möglicherweise *10 jähriges * Verfahren besitzen muss. Schlecht ist, dass ein von Anfang an zum scheitern verurteiltes Geschäftskonzept auf diese Weise "aufgewertet" wird. Pay-TV hat in Deutschland keine reale Chance, da es den Leuten schon durch Rundfunkgebühren und Kabelgebühren so vor kommt, als hätten sie Pay-TV (auch wenn es offiziell kein Pay-TV ist).
5. Gerechtes Urteil
pluzifer 14.12.2012
Ich glaube sehr wohl, dass Breuer die Kirch-Gruppe zwar nicht in den Ruin treiben wollte, sondern nur soweit in die Ecke treiben wollte, dass die Deutsche Bank an der "Sanierung" eine Menge Geld verdienen könnte. Die [...]
Ich glaube sehr wohl, dass Breuer die Kirch-Gruppe zwar nicht in den Ruin treiben wollte, sondern nur soweit in die Ecke treiben wollte, dass die Deutsche Bank an der "Sanierung" eine Menge Geld verdienen könnte. Die Äußerung an sich war kein "Unfall", sondern die Folgen aus dieser Äußerung. Kirch hätte ohne die Breuer-Äußerung zumindest die reelle Chance gehabt, durch Teilverkäufe sein Imperium zu retten. Ob ihm das gelungen wäre, läßt sich heute nicht mehr feststellen. Das Urteil sollte aber ein Warnsignal an alle Breuers dieser Welt sein !

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