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15.12.2012
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Steuerbetrug

Deutsche-Bank-Manager soll Datenlöschung veranlasst haben

dapd

Deutsche Bank in Frankfurt am Main: Neue Vorwürfe belasten Rechtsabteilung

Neue Vorwürfe gegen die Deutsche Bank in der Affäre um Steuerbetrug beim Handel mit Verschmutzungsrechten: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll ein ranghoher Hausjurist indirekt den Auftrag zur Löschung von belastenden Dokumenten gegeben haben.

München - In der Affäre um Steuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten gibt es offenbar neue Vorwürfe gegen die Deutsche Bank. Mitarbeiter des Geldhauses sollen Unterlagen vernichtet haben, nachdem sie von einer Führungskraft aus der Rechtsabteilung Ende April 2010 verklausuliert vor einer Razzia gewarnt worden seien, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". In der Bank werde dieser Anschuldigung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt allerdings heftig widersprochen.

Der Spitzenjurist soll in einem von den Ermittlern abgehörten Telefonat am Abend des 27. April 2010 einem Händler aus der Bank Chart zeigen erklärt haben, es müsse vermieden werden, dass die Ermittler "körperlichen Zugriff" auf die Daten bekämen und sich selbst auf die EDV-Anlage aufschalten könnten, um in E-Mails zu stöbern, heißt es in dem Bericht.

Mitarbeiter des IT-Bereichs wiederum sollen das als Auftrag verstanden haben, E-Mails zu vernichteten, hieß es. Die Korrespondenz zu mutmaßlich kriminellen Geschäften sollte, so der Verdacht, bei einer Durchsuchung des Geldhauses am 28. April 2010 nicht gefunden werden.

Ein Bericht der "Bild"-Zeitung lässt überdies darauf schließen, dass die endgültige Löschung der Daten durchaus beabsichtigt war. Die Mitarbeiter von IBM Chart zeigen, dem IT-Dienstleister der Deutschen Bank, hätten darauf hingewiesen, dass gelöschte Daten wiederhergestellt werden können, heißt es in dem Bericht. Die Bank hingegen soll für eine Aufbereitung keinen Auftrag erteilt haben. Das habe die ermittelnde Staatsanwaltschaft nach einer Durchsuchung der Geschäftsräume des IT-Unternehmens IBM Deutschland festgestellt.

Im Zuge der Ermittlungen seien rund 20.000 Gespräche von Finanzmarkthändlern der Bank ausgewertet worden. Es habe sich herausgestellt, dass die Bank auch in anderen Ermittlungsverfahren den Behörden vorhandenes Beweismaterial vorenthalten habe. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte der Zeitung: "Wir werden die Vorwürfe prüfen."

Vier Bankmitarbeiter sitzen wegen der Affäre derzeit in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung beim Handel mit C02-Emissionszertifikaten, Geldwäsche und versuchter Strafvereitelung. Im Visier der Behörden stehen auch Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzvorstand Stefan Krause. Für die kommende Woche sind nach Angaben aus der Bank und deren Umfeld Haftbeschwerden geplant.

mik/dapd/AFP

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insgesamt 83 Beiträge
1. Deutsche Bank
spon-facebook-10000020644 15.12.2012
Sollte nicht als erstes Herr Ackermann schnelstens zu den Vorwuerfen befragt werden. Er hat sich zwar rechtzeitig aus dem Schussfeld genommen, muesste aber bestens informiert sein da das alles waehrend seiner Amtszeit geschah.
Sollte nicht als erstes Herr Ackermann schnelstens zu den Vorwuerfen befragt werden. Er hat sich zwar rechtzeitig aus dem Schussfeld genommen, muesste aber bestens informiert sein da das alles waehrend seiner Amtszeit geschah.
2. Die angekündigten Haftbeschwerden haben 1 Ziel:
prontissimo 15.12.2012
Der Haftrichter muss die gegen die Inhaftierten erhobenen Vorwürfe genauestens prüfen und den Anwälten die aufrecht zu erhaltende Haft dezidiert begründen. So kommt man ohne langes Suchen seitens der Bank, an die der [...]
Zitat von sysopNeue Vorwürfe gegen die Deutsche Bank in der Affäre um Steuerbetrug beim Handel mit Verschmutzungsrechten: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll ein ranghoher Hausjurist indirekt den Auftrag zur Löschung von belastenden Dokumenten gegeben haben. Deutsche Bank: Manager soll Löschung von Daten veranlasst haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-manager-soll-loeschung-von-daten-veranlasst-haben-a-873092.html)
Der Haftrichter muss die gegen die Inhaftierten erhobenen Vorwürfe genauestens prüfen und den Anwälten die aufrecht zu erhaltende Haft dezidiert begründen. So kommt man ohne langes Suchen seitens der Bank, an die der Staatsanwaltschaft bereits bekannten Sachverhalte und kann intern genau die verbliebenen Restdaten "sichern". Bei umfänglicher Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden, natürlich zum Wohle des Staates und der "lückenlosen" Aufklärung. Die Verknüpfung mit weiteren, noch nicht im Ermittlerfocus stehenden Mitarbeitern wird u.U. weiteres prophylaktisches "Handeln" seitens der beschuldigten Bank nach sich ziehen.
3. Ich lach mich schlapp !
JayMAF 15.12.2012
Ich lach mich schlapp ! So stellt sich das Klein-Fritzchen vor - mal eben eMails löschen. Dann sind sie weg und keiner kann sie wiederfinden - muaahhhhhh ! Was sind denn das für Deppen ? Der IT-Dienstleister IBM hat zu [...]
Zitat von sysopNeue Vorwürfe gegen die Deutsche Bank in der Affäre um Steuerbetrug beim Handel mit Verschmutzungsrechten: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll ein ranghoher Hausjurist indirekt den Auftrag zur Löschung von belastenden Dokumenten gegeben haben. Deutsche Bank: Manager soll Löschung von Daten veranlasst haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-manager-soll-loeschung-von-daten-veranlasst-haben-a-873092.html)
Ich lach mich schlapp ! So stellt sich das Klein-Fritzchen vor - mal eben eMails löschen. Dann sind sie weg und keiner kann sie wiederfinden - muaahhhhhh ! Was sind denn das für Deppen ? Der IT-Dienstleister IBM hat zu Recht darauf hingewiesen, daß ALLES wieder rekonstruiert werden kann. Kleiner Tip: Logbänder. Da kann jeder Tastenanschlag wieder rekonstruiert werden - und zwar mit sekundengenauer Aufzeichnung. Aber der Chef-Jurist hat wahrscheinlich in der Größenordnung seines heimischen PC's gedacht. Mal eben Platte löschen und nix ist zu finden. Tjaaa, dumm gelaufen.
4.
Celestine Trueheart 15.12.2012
Außerdem wurde ein Nebenkriegsschauplatz aufgebaut, eine sehr beliebte Strategie, durch welche von der Hauptsache zu nächst abgelenkt werden kann. So bleibt die Justiz bzw. die Ermittlungsbehören damit zunächste schön [...]
Zitat von prontissimoDer Haftrichter muss die gegen die Inhaftierten erhobenen Vorwürfe genauestens prüfen und den Anwälten die aufrecht zu erhaltende Haft dezidiert begründen. So kommt man ohne langes Suchen seitens der Bank, an die der Staatsanwaltschaft bereits bekannten Sachverhalte und kann intern genau die verbliebenen Restdaten "sichern". Bei umfänglicher Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden, natürlich zum Wohle des Staates und der "lückenlosen" Aufklärung. Die Verknüpfung mit weiteren, noch nicht im Ermittlerfocus stehenden Mitarbeitern wird u.U. weiteres prophylaktisches "Handeln" seitens der beschuldigten Bank nach sich ziehen.
Außerdem wurde ein Nebenkriegsschauplatz aufgebaut, eine sehr beliebte Strategie, durch welche von der Hauptsache zu nächst abgelenkt werden kann. So bleibt die Justiz bzw. die Ermittlungsbehören damit zunächste schön beschäftigt. Eine andere beliebte Methode: Für die Verteidigung möglichst viel Papier mit möglichst kompilizierten Inhalten produzieren bzw. den Verlauf der Ermittlungen/Prozesse möglichst lange hinauszögern. Der Fall Kirch ist ein Paradebeispiel. Oder kennt jemand noch einen Fall, bei welchem der Prozess zehn Jahre dauerte? Und die Bank gibt immer noch nicht auf.
5. Ganz so einfach ...
JayMAF 15.12.2012
Ganz so einfach dürfte es nicht werden. Das Heft des Handelns ist der DB spätestens nach der bereits vorgenommenen "Durchsuchung der Geschäftsräume des IT-Unternehmens IBM Deutschland" und der damit verbundenen [...]
Zitat von prontissimoDer Haftrichter muss die gegen die Inhaftierten erhobenen Vorwürfe genauestens prüfen und den Anwälten die aufrecht zu erhaltende Haft dezidiert begründen. So kommt man ohne langes Suchen seitens der Bank, an die der Staatsanwaltschaft bereits bekannten Sachverhalte und kann intern genau die verbliebenen Restdaten "sichern". Bei umfänglicher Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden, natürlich zum Wohle des Staates und der "lückenlosen" Aufklärung. Die Verknüpfung mit weiteren, noch nicht im Ermittlerfocus stehenden Mitarbeitern wird u.U. weiteres prophylaktisches "Handeln" seitens der beschuldigten Bank nach sich ziehen.
Ganz so einfach dürfte es nicht werden. Das Heft des Handelns ist der DB spätestens nach der bereits vorgenommenen "Durchsuchung der Geschäftsräume des IT-Unternehmens IBM Deutschland" und der damit verbundenen Sicherstellung von DB-Logbändern (hoffentlich !) entzogen. Wenn die Staatsanwaltschaft clever ist, kommen da noch ganz andere Sachen ans Tageslicht - ROFL. Beweismittel: IBM-Razzia verschärft Verdacht gegen Deutsche Bank - Banken - Unternehmen - Handelsblatt (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/beweismittel-ibm-razzia-verschaerft-verdacht-gegen-deutsche-bank/7526118.html)

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