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17.12.2012
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Unter Spardruck

Lufthansa-Mitarbeiter geben Chefs schlechte Noten

dapd

Lufthansa-Mitarbeiter in Hamburg: 1,5 Milliarden müssen eingespart werden

Mit "Score" kann Lufthansa bei der Belegschaft nicht punkten: Unter dem Sparprogramm hat sich das Ansehen von Konzernchef Franz und seinen Kollegen laut einer internen Umfrage deutlich verschlechtert. Weitere Einschnitte will Lufthansa laut Weihnachtsbotschaft dennoch nicht ausschließen

Frankfurt - Es sind schwierige Zeiten für die Lufthansa. Der Konzern wird sowohl von Billigfliegern als auch wachsender Konkurrenz aus den Golfstaaten angegriffen. Als Reaktion streicht Lufthansa Strecken und Stellen, verlagert Flüge auf seine Billigtochter Germanwings und will mit dem Sparprogramm "Score" das jährliche Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro verbessern.

Wie sehr die Einschnitte aufs Betriebsklima schlagen, zeigt jetzt eine anonyme Mitarbeiterbefragung. Dabei erhielt das Management um den zu Jahresbeginn 2011 eingesetzten Vorstandsvorsitzenden Christoph Franz nur eine Schulnote von 3,63 (ausreichend) auf einer Skala von eins bis fünf, wie die Mitarbeiterzeitschrift "Lufthanseat" am Montag berichtete. Der Wert hat sich im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage im Vorjahr um eine glatte Note verschlechtert.

Lufthansa Chart zeigen führt die schlechten Umfragewerte auf die Auseinandersetzungen um "Score" zurück. Franz hatte das Programm vor einem Jahr ebenfalls zu Weihnachten angekündigt und seitdem zahlreiche Einzelschritte in Gang gesetzt.

Das Vertrauen in die strategischen Entscheidungen der Lufthansa-Führung, zu denen auch eine engere Kooperation mit Turkish Airlines gehören könnte, ist ebenfalls stark geschwunden (Note: 3,31). Leicht verbessert haben sich hingegen die Zufriedenheitswerte für die Arbeitszeitregelung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Das Lufthansa-Management hat mit einem internen Dialog auf die schlechte Stimmung reagiert, hält aber grundsätzlich am Sparprogramm fest. In der Weihnachtsbotschaft an die Mitarbeiter heißt es: "Wir wollen und können Ihnen nicht versprechen, dass die bereits initiierten oder umgesetzten Maßnahmen ausreichend sind." Dafür setze man auf die Unterstützung der "besten Mitarbeiter der Branche".

dab/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
1. Mitarbeiterumfrage
Käpten Ahab 17.12.2012
Immerhin führt Lufthansa (noch) Mitarbeiterberfragungen durch - andere Konzerne schaffen die Befragungen gleich zu Beginn ihrer Korrekturmaßnahmen (die meistens nur den Schwachsinn des Vorstands von vor drei Jahren richten muß) [...]
Immerhin führt Lufthansa (noch) Mitarbeiterberfragungen durch - andere Konzerne schaffen die Befragungen gleich zu Beginn ihrer Korrekturmaßnahmen (die meistens nur den Schwachsinn des Vorstands von vor drei Jahren richten muß) ab - aber da wird die Lufthansa auch noch drauf kommen.....
2. Na siehste
Kohle&Reibach 17.12.2012
und da soll sich noch jemand Kinder anschaffen? Jeden Tag wird man bedroht.
Zitat von sysopdapdMit "Score" kann Lufthansa bei der Belegschaft nicht punkten: Unter dem Sparprogramm hat sich das Ansehen von Konzernchef Franz und seinen Kollegen laut einer internen Umfrage deutlich verschlechtert. Weitere Einschnitte will Lufthansa laut Weihnachtsbotschaft dennoch nicht ausschließen http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-mitarbeiter-geben-chefs-schlechte-noten-a-873452.html
und da soll sich noch jemand Kinder anschaffen? Jeden Tag wird man bedroht.
3. Interpretation der Umfragen
Moctezuma 17.12.2012
Um ehrlich zu sein: wenn man einfach sagt, dass man als Vorgesetzter oder Überbringer der schlechten Nachricht automatisch schlecht bewertet wird, dann ist das nicht nur arrogant. Es zeigt die Selbstgefälligkeit und [...]
Um ehrlich zu sein: wenn man einfach sagt, dass man als Vorgesetzter oder Überbringer der schlechten Nachricht automatisch schlecht bewertet wird, dann ist das nicht nur arrogant. Es zeigt die Selbstgefälligkeit und Einfallslosigkeit der Führungskräfte. Das die Mitarbeiter unter Umständen klare Strukturen und Ausrichtungen haben wollen, detaillierte Erklärungen genannt bekommen für noch mehr Gewinn mit weniger Angestellten, oder dass die Kommunikation über die Presse nicht positiv aufgenommen wird: das kann natürlich kein Grund sein für die schlechte Bewertung. Wo sind denn dabei die Visionen für die Zukunft? Einerseits wird so getan, als wenn dies keine Rasenmähermethoden wären, aber gleichzeitig steht schon fest, dass 15% der Belegschaft gehen muss. Das ist eine Rasenmähermethode und nicht intelligent, daher diese Bewertung.

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