09.01.2013
IW-Studie
Klimawandel holt deutsche Firmen ein
Skispringer in den fast schneefreien Alpen: Firmen sind vom Klimawandel betroffen
Berlin - Das Klima wandelt sich, und auch in Deutschland zeigen sich die Auswirkungen. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat rund 1000 Unternehmen in Deutschland befragt, wie sehr sie vom Klimawandel betroffen seien. Das Ergebnis: Rund 20 Prozent der befragten Firmen sahen sich direkt oder indirekt negativ vom Klimawandel betroffen, weitere elf Prozent sahen positive Effekte.
Dieser Anteil wird dem IW zufolge schnell steigen: Für das Jahr 2030 rechnen demnach bereits mehr als 60 Prozent der Unternehmen mit direkten oder indirekten Effekten der Erderwärmung. Mehr als 40 Prozent gehen von negativen Auswirkungen aus.
Die Befragung unterschied zum einen zwischen unmittelbaren Effekten wie etwa Hitzeperioden, die eine bessere Klimatisierung von Werkshallen nötig machten. Zum anderen wurden aber auch indirekte Auswirkungen ermittelt, etwa eine Änderung des Kundenverhaltens oder staatliche Regelungen wie der Handel mit CO2-Emissionszertifikaten, die Produktionskosten in die Höhe treiben. Schon heute sehen sich 24 Prozent der Unternehmen von solchen Regulierungen negativ betroffen, im Jahr 2030 werden es der Umfrage zufolge fast 36 Prozent sein.
Besonders stark werden sich dem IW zufolge die Klimaveränderungen in der Metallbranche, in der Bauwirtschaft und der Logistik auswirken. Hoch- oder Niedrigwasser der Flüsse kann beispielsweise zunehmend Transporte erschweren. Umgekehrt sehen viele Firmen, vor allem der Elektrobranche, des Fahrzeug- und Maschinenbaus, aber auch Chancen mit Produkten, die vor Hitze oder Stürmen schützen. 2030 erwartet rund ein Viertel der Firmen über alle Branchen hinweg auch solche positiven Effekte der Erderwärmung.
nck/Reuters
