17.01.2013
Offshore-Zulieferer
Stahlkonzern DSD übernimmt Siag Nordseewerke
Mitarbeiter der SIAG Nordseewerke: Landtag muss noch zustimmen
Hannover - Für den insolventen Windkraftanlagenhersteller Siag Nordseewerke in Emden ist eine Lösung in Sicht. Am Donnerstag erzielten der Stahlkonzern DSD, die Norddeutsche Landesbank und die Landesregierung eine grundsätzliche Einigung über den Erwerb des Unternehmens durch DSD, wie Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) nach den Verhandlungen in Hannover sagte. Allerdings werden in den neuen Betrieb nur 240 der 700 Mitarbeiter übernommen.
Alle weiteren sollen in eine Transfergesellschaft wechseln. Von dort aus werde ThyssenKrupp ein Arbeitsplatzangebot für 150 weitere Mitarbeiter der Nordseewerke in Emden und an anderen Standorten entlang der Küste machen, kündigte Bode an. Zudem zahlt der Konzern nach Angaben Bodes einen Millionenbetrag für die Transfergesellschaft.
Mit der jetzigen Lösung erhalte mehr als jeder zweite Beschäftigte ein Arbeitsplatzangebot, sagte der Minister. Er hoffe deshalb auch auf die Zustimmung der Gewerkschaft. Schließlich hätten ohne diese Lösung alle 700 Arbeitsplätze in Emden "vor dem Aus" gestanden.
"Das Beste, was wir erreichen konnten"
"Bis vor kurzem hatten wir ein Traditionsunternehmen, das vor dem Aus stand und das jetzt eine neue Chance für einen Neustart bekommen hat auf reduziertem Niveau", sagte Bode. Die Krise am Standort Emden sei damit abgewendet. "Das ist das Beste, was wir für die Menschen in Emden erreichen konnten", sagte der Minister. Zudem sei aber auch das Beste für die öffentliche Hand erreicht worden, die als Gläubiger in der Verantwortung des Steuerzahlers gestanden habe.
Der neue Eigentümer will die Fertigung von Offshore-Windanlagen fortführen. In den nächsten Tagen sollen die endgültigen Vereinbarungen getroffen werden. Der offizielle Übergang erfolgt dann voraussichtlich zum 1. Februar.
In der früheren Werft werden seit zweieinhalb Jahren Türme, Fundamente und Umspannwerke für Windparks auf hoher See gefertigt. Am 17. November hatte das Unternehmen Insolvenzantrag gestellt. Das Verhalten der Landesregierung in dem Fall hatte zu breitem Protest der Beschäftigten und Kritik der Opposition geführt.
cte/dapd
