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18.01.2013
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Flugverbot für Dreamliner

Japanische Fluggesellschaft muss Flüge streichen

AP

ANA-Pannen-Dreamliner in Tokio: US-Spezialisten untersuchen die Problemflugzeuge

Weil ihre Dreamliner-Maschinen derzeit aus Sicherheitsgründen nicht fliegen dürfen, muss die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways Dutzende Flüge absagen. Die Airline besitzt 17 Stück der Langstreckenflugzeuge Boeing 787 und hat schlicht nicht genügend Ersatzmaschinen.

Tokio - Die japanischen Fluggesellschaften sind die ersten und bisher größten Kunden für Boeings Prestige-Flugzeug 787 - und sie sind die Leidtragenden der jüngsten Pannenserie. Weil für die Dreamliner genannten Langstreckenflugzeuge aus Sicherheitsgründen ein vorläufiges Flugverbot gilt, muss die Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) an diesem Wochenende Dutzende Flüge absagen.

Nach dem Zwischenfall vom Mittwoch, bei dem ein Dreamliner in Japan notlanden musste, und dem Flugverbot habe ANA den Flugplan überarbeitet, teilte die Airline am Freitag mit. Insgesamt 7100 Passagiere seien von dem Ausfall von 44 Inlands- und acht internationalen Flügen betroffen. All Nippon Airways war der erste Kunde, an den Boeing das neuentwickelte Langstreckenflugzeug auslieferte. Für die inzwischen 17 Dreamliner hat die Fluggesellschaft keinen Ersatz.

Nach der Notlandung des Dreamliner, einer Boeing 787, hatten ANA und Japan Airlines (JAL) das vorläufige Flugverbot für alle ihre Maschinen dieses Typs angekündigt. Die Maschine hatte nicht weiterfliegen können, weil Batterien Rauch in der Kabine verursacht hatten.

Die japanischen Ermittler veröffentlichten ein Foto der schwarzen, verkohlten Batterie, deren blaue Ummantelung Brandspuren aufweist. Zudem ist der Austritt einer schwarzen Flüssigkeit zu erkennen, die mutmaßlich überkochte.

Kurz nach dem Vorfall reagierte auch die US-Luftfahrtbehörde FAA und ordnete wegen zweier Zwischenfälle mit brennenden Batterien an Bord von Dreamliner-Maschinen ein vorübergehendes Flugverbot für alle 50 weltweit im Einsatz befindlichen Maschinen an.

Am Freitag trafen vier US-Spezialisten in der südwestjapanischen Stadt Takamatsu ein, wo eines der betroffenen Flugzeuge derzeit steht. Aus der Maschine sei bereits die fragliche Lithium-Ionen-Batterie ausgebaut worden, um sie zu untersuchen, sagte ein Sprecher der japanischen Luftfahrtbehörde. Boeing Chart zeigen baut Lithium-Ionen-Batterien ein, weil sie leichter und leistungsfähiger sind als herkömmliche Nickel-Cadmium-Batterien. Die Entwicklung des aus Leichtmaterial gebauten und damit treibstoffsparenden Dreamliner war als Meilenstein in der Luftfahrt gefeiert worden. Die Lithium-Ionen-Batterien können aber leicht heiß werden und dann Feuer fangen.

Die australische Fluggesellschaft Qantas Chart zeigen zog am Freitag entgegen ersten Ankündigungen die Bestellung eines Dreamliner zurück. An der Order von 14 weiteren Maschinen halte die Fluggesellschaft aber fest, hieß es in Sydney. Erste Fluggesellschaften erwägen bereits Schadensersatzforderungen an den US-Flugzeugbauer.

nck/AFP

Forum

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insgesamt 7 Beiträge
1. Komet am Himmel
gibtsnicht 18.01.2013
Vielleicht sind es Kinderkrankheiten, vielleicht mehr? Anfang der 50er war die DeHavilland Comet I genauso revolutionär im Design wie heute der Dreamliner, nur dass die Zelle zu schwach war und das Flugzeug nach drei Abstürzen [...]
Vielleicht sind es Kinderkrankheiten, vielleicht mehr? Anfang der 50er war die DeHavilland Comet I genauso revolutionär im Design wie heute der Dreamliner, nur dass die Zelle zu schwach war und das Flugzeug nach drei Abstürzen am Boden blieb. Als die verbesserte Variante fertig fertig war, war die Konkurrenz schönen
2. FAA Weltweit?
achk 18.01.2013
Ein weltweites Flugverbot anzuordnen übersteigt die Kompetenzen der FAA. Wahrscheinlich meinte der Author, daß die FAA Flugverbote für die USA erteilt hat und andere betroffene Luftfahrtbehörden diese Entscheidung folgten. [...]
Zitat von sysopAPWeil ihre Dreamliner-Maschinen derzeit aus Sicherheitsgründen nicht fliegen dürfen, muss die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways Dutzende Flüge absagen. Die Airline besitzt 17 Stück der Langstreckenflugzeuge Boeing 787 und hat schlicht nicht genügend Ersatzmaschinen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ana-muss-wegen-flugverbot-fuer-dreamliner-dutzende-fluege-streichen-a-878389.html
Ein weltweites Flugverbot anzuordnen übersteigt die Kompetenzen der FAA. Wahrscheinlich meinte der Author, daß die FAA Flugverbote für die USA erteilt hat und andere betroffene Luftfahrtbehörden diese Entscheidung folgten. Ein kleiner aber feiner Unterschied jedoch mit gleichem Ausgang.
3.
querulant_99 18.01.2013
Könnte da Air Berlin nicht mit ein paar Maschinen aushelfen. Ich habe gehört, die hätten derzeit Überkapazitäten.
Zitat von sysopAPWeil ihre Dreamliner-Maschinen derzeit aus Sicherheitsgründen nicht fliegen dürfen, muss die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways Dutzende Flüge absagen. Die Airline besitzt 17 Stück der Langstreckenflugzeuge Boeing 787 und hat schlicht nicht genügend Ersatzmaschinen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ana-muss-wegen-flugverbot-fuer-dreamliner-dutzende-fluege-streichen-a-878389.html
Könnte da Air Berlin nicht mit ein paar Maschinen aushelfen. Ich habe gehört, die hätten derzeit Überkapazitäten.
4. Dreamliner - Albtraum?
ventriloquist 18.01.2013
Alles schon mal dagewesen, sagte schon Ben Nemsi! Januar 2006 LH 435, Brand im Flieger wg. Laptopbatterie. Februar 2006 UPS Cargo, Brand im Frachtraum wg. Lithium Batterien - Totalschaden am Flieger - September 2010 UPS [...]
Alles schon mal dagewesen, sagte schon Ben Nemsi! Januar 2006 LH 435, Brand im Flieger wg. Laptopbatterie. Februar 2006 UPS Cargo, Brand im Frachtraum wg. Lithium Batterien - Totalschaden am Flieger - September 2010 UPS Cargo, Absturz (Dubai) Lithium Batterien (Fracht). Piloten tot. Lithium-Ionen-Batterien zählen zur Gefahrgutklasse 9 Die Batterie enthält Lithium (leichtentzündlich), Thioynylchlorid (ätzend), Aluminiumchlorid, Lithiumchlorid und Lithium-Hexafluorphosphat. Merchanische Belastung, thermische Belastung, chem. Reaktion und Explosionsgefahr bei Überlastung, alle das sollte vermieden werderen! Das Batteriemanagement ist mehr als kompliziert. Man fragt sich schon, was BOEING und FAA sich dabei gedacht haben.
5.
cabona 18.01.2013
Mal nicht alles Über einen Kamm scheren. Lithium-Ionen-Akku ist ein Gattungsbegriff. Lithium-Akkus enthalten auch kein metallisches Lithium sondern LiCoO2 und das ist ein Oxid. LiFePO4 (LFP) und Lithium-Mangan-Oxid (LMO) [...]
Zitat von ventriloquistAlles schon mal dagewesen, sagte schon Ben Nemsi! Januar 2006 LH 435, Brand im Flieger wg. Laptopbatterie. Februar 2006 UPS Cargo, Brand im Frachtraum wg. Lithium Batterien - Totalschaden am Flieger - September 2010 UPS Cargo, Absturz (Dubai) Lithium Batterien (Fracht). Piloten tot. Lithium-Ionen-Batterien zählen zur Gefahrgutklasse 9 Die Batterie enthält Lithium (leichtentzündlich), Thioynylchlorid (ätzend), Aluminiumchlorid, Lithiumchlorid und Lithium-Hexafluorphosphat. Merchanische Belastung, thermische Belastung, chem. Reaktion und Explosionsgefahr bei Überlastung, alle das sollte vermieden werderen! Das Batteriemanagement ist mehr als kompliziert. Man fragt sich schon, was BOEING und FAA sich dabei gedacht haben.
Mal nicht alles Über einen Kamm scheren. Lithium-Ionen-Akku ist ein Gattungsbegriff. Lithium-Akkus enthalten auch kein metallisches Lithium sondern LiCoO2 und das ist ein Oxid. LiFePO4 (LFP) und Lithium-Mangan-Oxid (LMO) sind eigensicher. Im Dreamliner werden Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxid (NMC) verwendet und die sollten normal auch eigensicher sein, sofern der Hersteller Dow-Kokam nicht einen Bock geschossen hat. Was Boeing sich bei der Auswahl der Akkus gedacht hat? NMCs sind 22% leichter als LFP. Wenn es tatsächlich die NMCs sind dann hat Boeing ein gewaltiges Problem, die Dow-Kokam NMCs sind zur Zeit die einzigen für die B787 zertifizierten Akkus.

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