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18.01.2013
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ThyssenKrupp

Aktionäre entlasten Vorstand und Aufsichtsrat

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Buhrufe und Pfiffe auf der Hauptversammlung von ThyssenKrupp: Nach heftigen Attacken gegen Chefkontrolleur Cromme haben die Aktionäre den Vorstand und den Aufsichtsrat entlastet. Konzernchef Hiesinger versprach einen umfassenden Umbau des tief in die Verlustzone gestürzten Unternehmens.

Bochum/Hamburg - Die Abrechnung auf der Hauptversammlung in Bochum endete schließlich glimpflich für die Chefkontrolleure von ThyssenKrupp: Nach stundenlanger Aussprache haben die Aktionäre Aufsichtsrat und Vorstand des Stahlkonzerns am Freitag die Entlastung erteilt. Allerdings erhielten die Manager nur zwischen 62 und 76 Prozent der Stimmen.

Einige Aktionäre hatten zuvor gefordert, dem Kontrollgremium einen Denkzettel zu verpassen und die Entlastung zu verweigern. Andere verlangten den Rücktritt von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme. Cromme erhielt mit rund 69 Prozent die Entlastung. Konzernchef Heinrich Hiesinger, der erst Anfang 2011 zu ThyssenKrupp kam und damit nach den Fehlinvestitionen in neue Stahlwerke, kam auf rund 70 Prozent.

Im Verlauf der Hauptversammlung war der Aufsichtsrat um Chefkontrolleur Cromme wegen Milliardenverlusten heftig attackiert worden. Zahlreiche Anteilseigner sprachen angesichts eines Fehlbetrages von rund fünf Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr von einem Desaster. Cromme gestand eine Mitverantwortung des Kontrollgremiums für das Debakel und andere Fehlentwicklungen ein.

Thomas Hechtfischer, Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), nannte das derzeitige Bild des Konzerns "verheerend". Viele Aktionäre seien entsetzt. Ein Aktionärssprecher sagte: "Nie zuvor ist in Deutschland eine große Publikumsgesellschaft so aus der Spur geraten, wie ThyssenKrupp."

"Wir hätten früher handeln können"

Hiesinger versprach einen umfassenden Umbau des tief in die Verlustzone gestürzten Konzerns. Als eines der wichtigsten Ziele gab er aus, die Finanzen des hoch verschuldeten Unternehmens zu stabilisieren sowie das Technologiegeschäft auszubauen. Änderungen müsse es auch in der Unternehmenskultur geben.

Zuvor hatte der 69-jährige Cromme zugegeben, zu spät reagiert zu haben: "Ja, wir haben zu lange vertraut, wir hätten früher handeln können." Allerdings habe der Aufsichtsrat immer dann, wenn entsprechende Fakten dies ermöglicht hätten, konsequent gehandelt. Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatte sich Berthold Beitz als Chef der Krupp-Stiftung, des größten Einzelaktionärs, im Blitzlichtgewitter mit einer demonstrativen Geste hinter Cromme gestellt.

Zu den Milliardenverlusten im Zusammenhang mit Stahlwerken in Übersee sagte Cromme, es sei trotz aller Anstrengungen in der Vergangenheit nicht gelungen, Fehlentwicklungen zu verhindern. Massive Probleme bei den Stahlwerken in den USA und in Brasilien hatten ThyssenKrupp tief in die roten Zahlen gestürzt. Hiesinger zeigte sich zuversichtlich, den geplanten Verkauf der Stahlwerke des Konzerns in Brasilien und den USA bis zum Herbst abschließen zu können. Der Verkauf gehe voran.

Cromme kündigte an, das Kontrollgremium werde für 2011/12 nachträglich auf die Hälfte seiner Vergütung verzichten. Die feste Vergütung der Mitglieder hatte bei insgesamt rund 1,4 Millionen Euro gelegen. 200.000 Euro davon gingen an den Vorsitzenden.

bos/dpa/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
1. Das Beitz-Festival
dunnhaupt 19.01.2013
Donnerwetter -- acht von neun Fotos zeigen Beitz! So hübsch ist er nun auch wieder nicht.
Donnerwetter -- acht von neun Fotos zeigen Beitz! So hübsch ist er nun auch wieder nicht.
2. Versprechen ist ehrlich Halten beschwerlich ...
wibo2 19.01.2013
Seilschaften und Loyalität seien bei ThyssenKrupp oft wichtiger gewesen als unternehmerischer Erfolg. Hohe Wertberichtigungen wurden vorgenommen. Drei Vorständen hat ThyssenKrupp entlassen. Wie wird es jetzt weitergehen? [...]
Seilschaften und Loyalität seien bei ThyssenKrupp oft wichtiger gewesen als unternehmerischer Erfolg. Hohe Wertberichtigungen wurden vorgenommen. Drei Vorständen hat ThyssenKrupp entlassen. Wie wird es jetzt weitergehen? Kaufen wenn die Kanonen donnern? Mutige Anleger fragen sich jetzt, ob sie kaufen sollen. Andere erwarten eine lange Durststrecke der Restrukturierung des Konzerns. Wer jetzt richtig entscheidet, kann sich später freuen! Dass die Aktionäre so sehr geschimpft haben auf der Hauptversammlung kommt davon, dass sie zwischen Angst, Aggression und Gier hin-und hergerissen sind.
3. Gerhard Cromme
Pandora0611 19.01.2013
Die Aufsichtsratssitzung wurde zur Abrechnung mit Gerhard Cromme. Aber dieser sieht seine Schuld nicht ein. Alle Vorwürfe prallten an ihm ab. ---Zitat--- Ein Aktionär zitiert die Sottise des legendären Deutsch-Bankers [...]
Zitat von sysopBuhrufe und Pfiffe auf der Hauptversammlung von ThyssenKrupp: Nach heftigen Attacken gegen Chefkontrolleur Cromme haben die Aktionäre den Vorstand und den Aufsichtsrat entlastet. Konzernchef Hiesinger versprach einen umfassenden Umbau des tief in die Verlustzone gestürzten Unternehmens. Stahlriese ThyssenKrupp: Aktionäre entlasten Vorstand und Aufsichtsrat - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/stahlriese-thyssenkrupp-aktionaere-entlasten-vorstand-und-aufsichtsrat-a-878482.html)
Die Aufsichtsratssitzung wurde zur Abrechnung mit Gerhard Cromme. Aber dieser sieht seine Schuld nicht ein. Alle Vorwürfe prallten an ihm ab. ---Zitat--- Ein Aktionär zitiert die Sottise des legendären Deutsch-Bankers Hermann Josef Abs, es sei leichter eine eingeseifte Sau am Schwanz zu packen, als einen Aufsichtsrat zur Verantwortung zu ziehen. ---Zitatende--- Das trifft bei "Teflon-Cromme" wohl zu. Aber er hat ja einen mächtigen Unterstützer: Berthold Beitz. ---Zitat--- Der 99-jährige Berthold Beitz blickt verwundert ins Rund. Und er schweigt. Schließlich hat er schon alles gesagt. "Cromme bleibt" verfügte der Ruhrbaron am 14. Dezember im "Handelsblatt". Da er über die Krupp-Stiftung mehr als ein Viertel der Stimmrechte kontrolliert, können die übrigen Aktionäre jetzt noch so sehr zetern – an Beitz kommt bei ThyssenKrupp keiner vorbei. ---Zitatende--- Cromme soll ja sogar Beitz beerben. Dann hätte dieser die uneingeschränkte Macht. Und deshalb will/wird er auch nicht zurücktreten. Und ihn trifft - natürlich - keine Schuld an der Missere, Schuld daran sind immer die Anderen. ---Zitat--- Der Münchener Rechtsanwalt Oliver Krauß traut Cromme wegen angeblicher Befangenheit nicht einmal mehr die Leitung der Hauptversammlung zu und fordert die Wahl eines neuen Versammlungsleiters. Cromme dreht dem Aktionär das Mikrofon ab. "Sie begründen den Antrag nicht", fährt Gerhard Cromme ihm dazwischen. Krauß konterte: "Sie begründen ihn doch gerade selbst. Mit Ihrem Verhalten." Cromme weigert sich, über den Antrag abstimmen zu lassen, was ihm an diesem hitzigen Vormittag im Bochumer Ruhrcongress die ersten Pfiffe einbringt. ---Zitatende--- Und dennoch wird er mit 69,16% der abgegebenen Stimmen "entlastet". Wenn die Aktionäre der Meinung sind, Cromme ist Schuld an der Misere, warum haben sie ihm nicht die Entlastung verweigert?
4. On der 99 jährige Beitz noch so genau weiß was er da tut
ratschbumm 19.01.2013
ist nicht klar. Aber es ist das Spiel wie immer: die größten Versager haben nichts zu befürchten. In Wirtschaft und Politik in schönem Einklang das gleiche Procedere.
Zitat von sysopBuhrufe und Pfiffe auf der Hauptversammlung von ThyssenKrupp: Nach heftigen Attacken gegen Chefkontrolleur Cromme haben die Aktionäre den Vorstand und den Aufsichtsrat entlastet. Konzernchef Hiesinger versprach einen umfassenden Umbau des tief in die Verlustzone gestürzten Unternehmens. Stahlriese ThyssenKrupp: Aktionäre entlasten Vorstand und Aufsichtsrat - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/stahlriese-thyssenkrupp-aktionaere-entlasten-vorstand-und-aufsichtsrat-a-878482.html)
ist nicht klar. Aber es ist das Spiel wie immer: die größten Versager haben nichts zu befürchten. In Wirtschaft und Politik in schönem Einklang das gleiche Procedere.
5. Alte Männer
kdshp 19.01.2013
Mal so aufgefallen! Immer wenn unternehmen probleme haben sehe ich alte männer an der spitze dieser unternehmen.
Zitat von sysopBuhrufe und Pfiffe auf der Hauptversammlung von ThyssenKrupp: Nach heftigen Attacken gegen Chefkontrolleur Cromme haben die Aktionäre den Vorstand und den Aufsichtsrat entlastet. Konzernchef Hiesinger versprach einen umfassenden Umbau des tief in die Verlustzone gestürzten Unternehmens. Stahlriese ThyssenKrupp: Aktionäre entlasten Vorstand und Aufsichtsrat - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/stahlriese-thyssenkrupp-aktionaere-entlasten-vorstand-und-aufsichtsrat-a-878482.html)
Mal so aufgefallen! Immer wenn unternehmen probleme haben sehe ich alte männer an der spitze dieser unternehmen.

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