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25.01.2013
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Ex-Vorzeigeunternehmen

Solarworld-Anlegern drohen hohe Verluste

Von Benjamin Krieger, Wall Street Journal Deutschland
DPA

Solarworld: "Gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten"

Solarworld hat die Anleger mit der Warnung vor gravierenden Einschnitten verschreckt. Die Aktie brach zeitweise um mehr als 30 Prozent ein. "Den Altaktionären wird am Ende wohl nicht viel übrig bleiben", sagt ein Analyst.

Deutsche Solaraktien bleiben ein heißes Investment. Den Chancen auf hohe spekulative Kursgewinne stehen nicht minder große Verlustrisiken gegenüber. Bestes Beispiel: SolarWorld. In den ersten fünf Handelstagen des Jahres schoss der Aktienkurs des schwer angeschlagenen Unternehmens um fast 80 Prozent nach oben. Am Donnerstagabend kündigten die Bonner "gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten" an. Die Aktie brach daraufhin um mehr als 30 Prozent ein.

Per Ende September schob der Hersteller von Solarmodulen gut eine Milliarde Euro Schulden vor sich her. Und das bei einem Verlust von knapp 200 Millionen Euro. Nun muss das Unternehmen einen Schuldenschnitt vornehmen oder Schulden in neue Aktien umwandeln. Letzteres würde den Aktienkurs stark verwässern. "Den Altaktionären wird am Ende wohl nicht viel übrig bleiben", sagt Stefan Freudenreich von der Equinet Bank.

Solarworld hat zwei Anleihen ausgegeben, deren Kurse am Freitag um jeweils rund ein Drittel einbrachen. Für die in vier Jahren fällig werdende Anleihe mit einem Volumen von 400 Millionen Euro zahlen Käufer nur noch 20 Prozent, also ein Fünftel des Nennwerts. Ähnlich niedrig wird die 150 Millionen schwere Anleihe mit Laufzeit bis 2016 gehandelt. Die Botschaft ist klar: Nur ausgesprochen risikofreudige Anleger rechnen noch mit einer Rückzahlung der Anleihen durch Solarwold.

"Es dominieren weiterhin enorme Unsicherheiten. Selbst die Gefahr einer Insolvenz ist im Blick zu behalten", sagt Erkan Aycicek, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Dieser schlimmste Fall würde dann eintreten, wenn sich Solarworld mit den Geldgebern nicht auf eine Weiterfinanzierung einigen kann. Die Aktie dürfte in diesem Fall Richtung null Euro fallen, denn Aktionäre gehen in dem Szenario vermutlich leer aus.

Solarworld hat in der Mitteilung vom Donnerstag keine Details genannt, wie die Einschnitte aussehen könnten. "Wir halten einen Schulden- und Kapitalschnitt für möglich", sagt Aycicek. Er schließt also eine Umwandlung von Schulden in Aktien nicht aus.

Es drohen weitere Abschreibungen

Im günstigsten Fall kann sich das Unternehmen mit den Gläubigern auf eine Finanzierung einigen, wie immer diese auch aussieht. In diesem Fall dürften Aktien und Anleihen des Unternehmens stark anziehen. "Es ist kaum einzuschätzen, was Solarworld nun machen will und kann", sagt Freudenreich. Der Equinet-Analyst rechnet auch im vierten Quartal mit Abschreibungen, vor allem in der Produktion von Solarmodulen. Das wiederum würde das Eigenkapital zum Jahresende noch einmal verringern.

Im Dezember kursierten nach Aussage von Freudenreich bereits Gerüchte im Markt, dass Solarworld die so genannten Covenants brechen könnte. Hierbei handelt es sich um bilanzielle Relationen, beispielsweise das Verhältnis von Schulden zum Eigenkapital. Kann ein Schuldner diese Vertragsklauseln nicht mehr erfüllen, drohen höhere Zinsen oder gar eine außerordentliche Kündigung des Kredits durch den Gläubiger.

Viel zu holen ist für die Gläubiger nach Ansicht Freudenreichs jedoch nicht. Zwar verfüge Solarworld über Anlagevermögen, dies seien aber vor allem die Produktionsanlagen. Deren Wert sieht der Analyst "nahe bei null". Denn angesichts des Preisdrucks auf Solarmodule und der weltweiten Überkapazitäten in der Branche dürfte es hierfür kaum Interessenten geben.

Es sei schon erstaunlich, sagt Freudenreich, dass Anleger für die Solarworld-Aktie noch mehr als einen Euro bezahlen. "Hierbei handelt es sich wohl vor allem um Überzeugungsaktionäre", lautet seine Vermutung. In erster Linie Privatanleger, die sich von dem Papier nicht trennen wollten.

Originalartikel auf Wall Street Journal Deutschland

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insgesamt 70 Beiträge
1. Solaraktien: Solarworld-Anlegern drohen hohe Verluste
günter1934 25.01.2013
Wie hiess es einmal so schön? Da kommt bei mir klammheimliche Freude auf! Mescalero wäre eigentlich ein schöner Nick-name.
Wie hiess es einmal so schön? Da kommt bei mir klammheimliche Freude auf! Mescalero wäre eigentlich ein schöner Nick-name.
2. Das ist Physik!
chrimirk 25.01.2013
Das System ist falsch. In D. mit max. 1 700 Sonnenstunden/Jahr ist das ein riesieger Unsinn. Der Wirkungsgrad bester Elemente erreicht max. 15 % und das nur unter oprimalen Bedingungen. Die Energie-Speicherung ist ungelöst. [...]
Zitat von sysopDPASolarworld hat die Anleger mit der Warnung vor gravierenden Einschnitten verschreckt. Die Aktie brach zeitweise um mehr als 30 Prozent ein. "Den Altaktionären wird am Ende wohl nicht viel übrig bleiben", sagt ein Analyst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/solaraktien-anlgere-von-solarworld-erleiden-deutliche-verluste-a-879754.html
Das System ist falsch. In D. mit max. 1 700 Sonnenstunden/Jahr ist das ein riesieger Unsinn. Der Wirkungsgrad bester Elemente erreicht max. 15 % und das nur unter oprimalen Bedingungen. Die Energie-Speicherung ist ungelöst. Die ganze branche ein weiterer Fall für den Subventions-Sozialismus: am Schluss zahlt der Bürger für die Fehlentscheidungen der Politklasse, die sich von der Wirtschaft zusätzlich "geneigt" machen liess. Das Beklagen angeblicher chinesischer Dumpingpreise ist Unsinn. Die Importelemente machen am Gesamtpreis der anlage nur einen kleinen Teil aus. Und die Politik hätte ja auch Anlagen ohne "made in EU" von der Förderung ausnehmen können. Wieder ein Riesenprojekt vergeigt! Wie viele noch? Der Bürger muss endlich entscheiden. Wahltag ist Zahltag? Ja, aber nur als Chance, d. h. man muss auch: 1. Wählen gehen und dann noch 2. Richtig entscheiden. Für viele zu hoher Anspruch.
3. Aus die Maus
inderhehn 25.01.2013
Es kommt wohl, wie es kommen mußte. Ein Geschäftsmodell, dass nur aufgrund öffentlicher Subventionen lebt, ist an sein Ende gekommen. Gut so ! Ich denke, dass sich damit auch ein schwerer Schlag für die sog. 'Energiewende' [...]
Es kommt wohl, wie es kommen mußte. Ein Geschäftsmodell, dass nur aufgrund öffentlicher Subventionen lebt, ist an sein Ende gekommen. Gut so ! Ich denke, dass sich damit auch ein schwerer Schlag für die sog. 'Energiewende' ankündigt. Dazu passt auch der Ausstieg von Siemens und Bosch aus der Herstellung von Solarmodulen. Bosch steigt sogar zweifach aus, die Firma entwickelt jetzt mit PSA und Citröen das pressluftbasierte Hybridfahrzeug: im Grunde das Eingeständnis, dass leistungsstarke Akkumulatoren (Akkumulatoren mit mehreren tausend Lade-/Entladezyklen), wie sie z.Zt. für die Speicherung von Solarstrom gefordert werden, so schnell nicht verfügbar sein werden. Statt Energiewende: Auf Handelsblatt.com ist nachzulesen, was in Deutschland alles an neuen Kohlekraftwerken gebaut wird.
4. Der Laden ist einfach Pleite...
u.loose 25.01.2013
Da ist nichts zu Beschönigen.... Physikalischer Firmenwert NULL Euro, Börsenwert kaum 170 Mio, und insgesamt über 1 Mrd Euro SCHULDEN... Die Anleihen und Schuldscheine machen schon über 900 Mio aus... Das sollte man als [...]
Da ist nichts zu Beschönigen.... Physikalischer Firmenwert NULL Euro, Börsenwert kaum 170 Mio, und insgesamt über 1 Mrd Euro SCHULDEN... Die Anleihen und Schuldscheine machen schon über 900 Mio aus... Das sollte man als Anleger einfach als Totalverlust abschreiben... Pech gehabt...
5. Kein Mitleid
wb99 25.01.2013
Je eher dieses Subventionskarussell zusammenbricht, desto besser für Deutschland.
Je eher dieses Subventionskarussell zusammenbricht, desto besser für Deutschland.

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