25.01.2013
Libor-Affäre
Deutsche Bank friert Boni von gefeuerten Mitarbeitern ein
Deutsche-Bank-Zentrale: Boni in Höhe von 40 Millionen eingefroren
Hamburg - Die Deutsche Bank
hat im Streit mit ehemaligen Mitarbeitern Sonderzahlungen in Millionenhöhe gestoppt. Hintergrund ist die Rolle der betroffenen Händler bei den Zinsmanipulationen mehrerer Großbanken. Wie das "Wall Street Journal Deutschland" (WSJ) berichtet, hält das größte deutsche Geldhaus Boni in Höhe von 40 Millionen Euro zurück. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete über die Sanktionen.
Die Mitarbeiter sollen laut WSJ.de für Handelsgeschäfte zuständig gewesen sein, die sich auf die wichtigen Zinssätze Libor und Euribor bezogen. Die London Interbank Offered Rate (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Maßstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe.
Die Mitarbeiter der Deutschen Bank sollen sich mit Händlern anderer Banken zusammengetan haben, um die Zinssätze zu manipulieren. Zwei Banker hatte das Geldhaus nach Bekanntwerden der Vorwürfe gefeuert.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte WSJ.de den Vorgang. "Nachdem wir entdeckt haben, dass sich eine kleine Zahl an Mitarbeitern unangemessen verhalten hat, haben wir disziplinarische Maßnahmen erlassen oder die Mitarbeiter entlassen und ihre nicht ausgezahlten Löhne einbehalten." Bis zum Abschluss der Ermittlungen werde die Bank "diesen Weg weitergehen".
Die Händler wurden dem Bericht zufolge prozentual an den Gewinnen beteiligt, die sie der Bank eingebracht haben. Dabei wurde der Bonus über drei Jahre gestreckt und bestand aus einem Baranteil und Aktienanteilen.
cte