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30.01.2013
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Quartalszahlen

Facebook steigert Einnahmen, Aktie sackt ab

REUTERS

Facebook-Logo auf Smartphone: Werbeeinnahmen um 41 Prozent gesteigert

Die Zahlen waren mit großer Spannung erwartet worden: Facebook hat im vergangenen Quartal 1,33 Milliarden Dollar mit Werbung eingenommen - der stärkste Anstieg seit dem Börsengang. Investoren waren dennoch enttäuscht. Der Aktienkurs fiel nachbörslich.

San Francisco - Facebook hat den stärksten Anstieg der Werbeeinnahmen seit dem Börsengang im vergangenen Jahr verbucht. Dadurch erhöhte sich der Umsatz im vierten Quartal um 40 Prozent auf 1,59 Milliarden Dollar, wie das weltgrößte soziale Netzwerk am Mittwoch mitteilte. Den Nettogewinn bezifferte Facebook Chart zeigen auf 64 Millionen Dollar nach einem Plus von gut 300 Millionen vor einem Jahr.

Börsianer waren mit der Geschäftsbilanz offenbar nicht zufrieden: Die Aktie fiel nachbörslich um sechs Prozent. Die Werbeeinnahmen steigerte das Unternehmen um 41 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Davon entfielen 23 Prozent auf das Geschäft mit mobilen Diensten. Investoren fürchten seit längerem, dass Facebook die wachsende Zahl von Nutzern mit Smartphones und Tablets nicht richtig zu Geld machen kann. Diese Sorgen waren einer der Gründe für das misslungene Börsendebüt im Mai.

"Wir gehen mit Schwung in das Jahr 2013 hinein", sagte Zuckerberg am Firmensitz im kalifornischen Menlo Park. Allerdings strömen nicht mehr so viele Neuzugänge wie früher in das Soziale Netzwerk. Nachdem Facebook Ende September die Marke von einer Milliarde aktiven Nutzern geknackt hatte, waren es Ende Dezember 1,06 Milliarden.

Die Nutzung von Smartphones legte hingegen massiv zu. 680 Millionen Menschen greifen mittlerweile mindestens einmal im Monat zu ihren mobilen Geräten, um mit ihren Freunden Fotos oder Nachrichten auszutauschen. Im dritten Quartal waren es erst 601 Millionen. Bei den täglich aktiven Nutzern sei das Smartphone sogar erstmals beliebter gewesen als der Computer, führte Facebook auf.

Jeden vierten Werbe-Dollar verdiente das Unternehmen im vergangenen Quartal auf mobilen Geräten. Noch im dritten Quartal war es erst jeder siebte Dollar. Facebook sei "ein mobiles Unternehmen" geworden, so Zuckerberg.

Aktie kommt dem Ausgabepreis näher

Zuckerberg hatte seit Monaten unermüdlich die Botschaft verbreitet, dass Facebook sein schleppendes Werbegeschäft auf Smartphones in Schwung gebracht hat. Einnahmen aus Anzeigen sind die Lebensader des Sozialen Netzwerks. Und die Botschaft scheint anzukommen: Nachdem die Aktie zwischenzeitlich unter 18 Dollar gerutscht war, kostet sie aktuell um die 31 Dollar. Somit rückt der Ausgabepreis des Börsengangs aus dem Mai von 38 Dollar näher.

Mit Nachdruck müht sich Facebook um neue Einnahmequellen. Das Unternehmen hatte erst vor zwei Wochen eine neue Suchfunktion vorgestellt, die es einfacher macht, die vielen Informationen der Nutzer zu durchstöbern.

Facebook war im Mai 2012 unter großen Erwartungen an die Börse gegangen. Doch der Auftakt lief schief. Weil die Software des Börsenbetreibers Nasdaq dem Ansturm von Investoren nicht gewachsen war und einfror, konnten Händler keine Geschäfte mehr ausführen. Zudem mussten Banken den Kurs stützen, weil die Aktie überbewertet an den Start ging.

lei/cr/Reuters/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
1. Jop
LustigerLumpi 30.01.2013
Gewinn erhöht und Einnahmen gesteigert, Aktienkurs fällt trotzdem, Zeit Mitarbeiter zu entlassen! Logisch ist das nicht, haben wohl zu viele auf schlechte Ergebnisse gewettet.
Zitat von sysopDie Zahlen waren mit großer Spannung erwartet worden: Facebook hat im vergangen Quartal 1,33 Milliarden Dollar mit Werbung eingenommen - der stärkste Anstieg seit dem Börsengang. Investoren waren dennoch enttäuscht. Der Aktienkurs fiel nachbörslich um sechs Prozent. Facebook-Zahlen: Einnahmen deutlich gesteigert, Aktie fällt dennoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/facebook-zahlen-einnahmen-deutlich-gesteigert-aktie-faellt-dennoch-a-880628.html)
Gewinn erhöht und Einnahmen gesteigert, Aktienkurs fällt trotzdem, Zeit Mitarbeiter zu entlassen! Logisch ist das nicht, haben wohl zu viele auf schlechte Ergebnisse gewettet.
2. Naja...
cyberboy 30.01.2013
ich kann mich zwar täuschen aber ich finde die Seite ist inzwischen reichlich mit Werbung zugeklatscht. Vielleicht sollten die smartphones doppelt so groß werden damit man noch mehr Platz für lästige werbebanner hat. Sofern [...]
ich kann mich zwar täuschen aber ich finde die Seite ist inzwischen reichlich mit Werbung zugeklatscht. Vielleicht sollten die smartphones doppelt so groß werden damit man noch mehr Platz für lästige werbebanner hat. Sofern weiterhin werbetreibende Geld vergeuden, könnte es dann was werden. Allerdings wäre diese Firma auch dann zig fach überbewertet. Ich frage mich, warum das offenbar niemand realisieren möchte.
3. erst
morkvamork 31.01.2013
apple und nun fb mit umsatzhoch stürtzen an der börse ab, gehts eigentlich noch ? aber das erinnert mich an einen bericht in einem magazin vor jahren. ein ehemaliger, einer grossen deutschen versicherung, mit aktien von eben [...]
apple und nun fb mit umsatzhoch stürtzen an der börse ab, gehts eigentlich noch ? aber das erinnert mich an einen bericht in einem magazin vor jahren. ein ehemaliger, einer grossen deutschen versicherung, mit aktien von eben dieser hat sich über die "mangelhafte" dividente ausgelassen. etwas später im gleichen bericht kam dann raus, dass seine tochter im gleichen unternehmen von entlassung bedroht ist. dieser herr hat in dem interview wohl aber geäussert, dass entlassungen wohl notig sind um die dividenten für ihn doch ansprechend hoch zu gestalten.
4. optional
briantimm 31.01.2013
...erinnert mich irgendwie an die Dotcom-Blase von 2000.
...erinnert mich irgendwie an die Dotcom-Blase von 2000.
5. Ich kotz im Strahl...
jochen-carl 31.01.2013
Wie bedauerlich! Investoren waren enttäuscht!! Wahrscheinlich weil dieses, wie auch andere Unternehmen, ihnen keine Gewinne im dreistelligen Prozentbereich einbrachten. Könnte sich vielleicht jemand der Herren Journalisten damit [...]
Wie bedauerlich! Investoren waren enttäuscht!! Wahrscheinlich weil dieses, wie auch andere Unternehmen, ihnen keine Gewinne im dreistelligen Prozentbereich einbrachten. Könnte sich vielleicht jemand der Herren Journalisten damit beschäftigen warum und mit welchem Beweggrund die Analysten eigentlich immer falsch liegen?

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6. NTT Mobile 1998 18,05 Japan
7. Enel (Energie) 1999 16,59 Italien
8. Facebook 2012 16,01** USA
9. NTT (Telekom) 1986 13,75 Japan
10. Deutsche Telekom 1996 12,49 Deutschland

* Bei Addition der Stamm- und Vorzugsaktien; ** Bei Verkaufspreis am oberen Ende der Spanne; Quelle Reuters

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