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06.02.2013
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Schifffahrtskrise

Meyer Werft will 50 Millionen Euro einsparen

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dapd

Die Konkurrenz aus Asien macht der Meyer Werft zu schaffen. Um Verluste zu vermeiden, plant das Unternehmen ein 50-Millionen-Euro-Sparpaket. Auch die Mitarbeiter sind betroffen. Sie sollen dem Unternehmen Überstunden schenken.

Papenburg - Der Kreuzfahrtspezialist Meyer Werft plant ein hartes Sparprogramm, um den Absturz in die Verlustzone zu vermeiden. Das familiengeführte Unternehmen aus dem emsländischen Papenburg wolle bei Investitionen sparen, Arbeitsabläufe und Baustrategien ändern, kündigten die Geschäftsführer Bernard Meyer und Lambert Kruse an.

Die rund 2500 Beschäftigten hatten zuvor über den gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall ausgehandelten Sparplan abgestimmt und mit großer Mehrheit zugestimmt, sagte Betriebsratschef Thomas Gelder. Meyer muss in diesem Jahr 51 Millionen einsparen, um keine Verluste zu machen.

Firmenchef Meyer betonte, dass es um die Sicherung der Überlebensfähigkeit des Unternehmens gehe. Er verglich die Situation mit der eines Tankers, der seinen Kurs ändern müsse, um nicht auf Grund zu laufen. "Wir sehen eine ganz große Chance, dieses Unternehmen in eine langfristige Zukunft zu führen", sagte er.

Im Gegensatz zu den Märkten für Tanker oder Containerschiffe wachse der Markt für Kreuzfahrtschiffe zwar noch mit einer Rate von zwei Prozent im Jahr, sagte Meyer. Es würden aber vermehrt Werften aus Asien auf den Kreuzfahrtschiffmarkt drängen. Er habe keinen Zweifel daran, dass ein Hochtechnologiekonzern wie Samsung aus Korea auch Kreuzfahrtschiffe bauen könne, betonte Meyer.

Mitarbeiter sollen der Firma Überstunden schenken

Die Mitarbeiter sollen beim Einsparen einen Beitrag von rund zehn Millionen Euro leisten. Geplant sei eine Wahlarbeitszeit zwischen 20 und 40 Stunden und eine flexible Arbeitszeit, bei der Minusstunden durch Mehrarbeit ausgeglichen werden können. Die Beschäftigten sollen dem Unternehmen zudem unentgeltliche Mehrarbeit "schenken", was aber bei einem guten Jahresergebnis über eine Erfolgsbeteiligung wieder ausgeglichen werden solle.

Die Werft hat zwar noch Aufträge bis 2015, leide aber derzeit dennoch an Überkapazitäten, räumten die Geschäftsführer ein. Um das auszugleichen, soll das Forschungsschiff "Sonne" nicht bei der Rostocker Schwesterwerft Neptun gebaut werden, sondern in Papenburg. Auch ein neuer Auftrag für ein Binnenkreuzfahrtschiff solle nach Niedersachsen und nicht nach Mecklenburg-Vorpommern gehen. Das gehe aber nicht zu Lasten des Schwesterunternehmens, betonte Meyer: "Papenburg hat schon oft Neptun geholfen, jetzt hilft Neptun Papenburg." In der Rostocker Werft arbeiten 500 Beschäftigte.

cte/dpa

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insgesamt 45 Beiträge
1. Die Konkurrenz
kdshp 06.02.2013
Tja das kommt davon wenn man nicht seine mitarbeiter über zeitarbeitsfirmen einstellt! Hier wären die löhne locker um 20-25% zu senken gewesen was wesentlich mehr als 10mil gebracht hätte.
Zitat von sysopDie Konkurrenz aus Asien macht der Meyer Werft zu schaffen. Um Verluste zu vermeiden, plant das Unternehmen ein 50-Millionen-Euro-Sparpaket. Auch die Mitarbeiter sind betroffen. Sie sollen dem Unternehmen Überstunden schenken. Meyer Werft will 50 Millionen Euro einsparen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/meyer-werft-will-50-millionen-euro-einsparen-a-881899.html)
Tja das kommt davon wenn man nicht seine mitarbeiter über zeitarbeitsfirmen einstellt! Hier wären die löhne locker um 20-25% zu senken gewesen was wesentlich mehr als 10mil gebracht hätte.
2. Titel
josh67 06.02.2013
Aha, und wenn die Werft dann wieder Gewinne macht werden diese den Aktionären geschenkt und der Arbeiter geht wieder leer aus. Es wird Zeit das kranke System endlich zu beenden!
Zitat von sysopDie Konkurrenz aus Asien macht der Meyer Werft zu schaffen. Um Verluste zu vermeiden, plant das Unternehmen ein 50-Millionen-Euro-Sparpaket. Auch die Mitarbeiter sind betroffen. Sie sollen dem Unternehmen Überstunden schenken. Meyer Werft will 50 Millionen Euro einsparen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/meyer-werft-will-50-millionen-euro-einsparen-a-881899.html)
Aha, und wenn die Werft dann wieder Gewinne macht werden diese den Aktionären geschenkt und der Arbeiter geht wieder leer aus. Es wird Zeit das kranke System endlich zu beenden!
3. unternehmerrisiko
zberg 06.02.2013
schön ,daß die mitarbeiter nun der familie meyer nun freiwillige geschenke machen dürfen,damit die unternehmung ,die sich übernommen hat,nicht schaden nimmt hat der unternehmer,der jeder kamera stolz erzählt,daß er ein held sei [...]
schön ,daß die mitarbeiter nun der familie meyer nun freiwillige geschenke machen dürfen,damit die unternehmung ,die sich übernommen hat,nicht schaden nimmt hat der unternehmer,der jeder kamera stolz erzählt,daß er ein held sei keine ehre im leib und keine schatulle mit einem notgroschen,der nun eingesetzt wird. deutschland deine größenwahnsinningen subventionsgeilen unternehmer,denen auch noch mit steuergeldern die fahrrinne ausgebaggert wird.
4. stückchen weise bis zur Pleite
ortas 06.02.2013
So fängt es an: zuerst auf das eine verzichten...dann auf das andere....dann muss Personal abgebaut werden.....dann noch mehr...dann soll der Steuerzahler irgendwie den Betrieb aufrecht halten und dann ist der Betrieb doch [...]
So fängt es an: zuerst auf das eine verzichten...dann auf das andere....dann muss Personal abgebaut werden.....dann noch mehr...dann soll der Steuerzahler irgendwie den Betrieb aufrecht halten und dann ist der Betrieb doch Pleite...aus und vorbei. Ist zwar schrecklich für das Personal, aber das ist schon oft genug in D vorgekommen. Also nichts neues. Gegen die geringen Personalkosten im Osten kommt man auch bei noch so guter Qualität nicht gegenan.
5. optional
Werner Hergarten 06.02.2013
Meyer-Werft, Papenburg/Ems Um beim letzten Beitrag anzufangen, daß mit dem Ausbau der Fahrrinne, keinen Kommentar meinerseits. Die Werft hat durch Ihre exorbiten Neubauten der wirklich schönen Kreuzfahrtschiffe einen [...]
Meyer-Werft, Papenburg/Ems Um beim letzten Beitrag anzufangen, daß mit dem Ausbau der Fahrrinne, keinen Kommentar meinerseits. Die Werft hat durch Ihre exorbiten Neubauten der wirklich schönen Kreuzfahrtschiffe einen Standortnachteil; die Emsschiffer u.a. sind zu verstehen. Damals. als die zweite Neubauhalle gebaut wurde und eine noch verlängert wurde (mit öffentlichen Geldern finanziert?), boomte das Geschäft. Das die Asiaten in den Kreuzfahrtschiffbau einsteigen werden, war klar, das know how abgekupfert und versucht. Den Standard haben sie noch nicht, aber sie arbeiten sich voran. Diese Region braucht jeden Arbeitsplatz, Unterlieferanten, Subunternehmer mit Billiglöhnen, sch ... Hoffentlich bleibt die Werft erhalten, denn die hat auch anderes auf dem Programm, z.B. Gastanker. Viele Grüße Werner

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