07.02.2013
Sparkurs
Barclays will bis zu 2000 Jobs im Investmentbanking streichen
Barclays-Chef Jenkins: Harter Sparkurs
London - Die britische Großbank Barclays baut offenbar Stellen im Investmentbanking ab. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf einen Insider.
Das konkrete Ausmaß ist nach Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Person derzeit unklar. Experten sagten jedoch, sie rechneten damit, dass der neue Firmenchef Antony Jenkins 2000 Stellen streichen will. Dem Insider zufolge ist der Abbau bereits fast abgeschlossen.
Genaueres soll bei der Vorstellung eines Strategie-Planes am 12. Februar bekanntgegeben werden. Begonnen habe der Stellenabbau vor gut zwei Wochen, sagte der Insider zu Reuters.
Im Investmentbanking beschäftigte Barclays per Ende Juni 23.300 Mitarbeiter. Experten schließen nicht aus, dass bis zu 15 Prozent der Stellen wegfallen könnten. Jenkins hatte im August den Chefposten von Bob Diamond übernommen, der wegen der Affäre um Zinsmanipulationen zurücktreten musste. Diamond erhielt zwei Millionen Pfund Abfindung. Jenkins, der aus dem Privatkundengeschäft und nicht aus dem Investmentbanking kommt, will das ramponierte Image der Bank nun wieder aufpolieren.
Barclays musste wegen der Verwicklung in den Skandal rund um die Manipulation des Libor-Referenzzinssatzes bereits rund eine halbe Milliarde Dollar Strafe zahlen. Auch drohen Altlasten im Zusammenhang mit Restschuldversicherungen und dem Verkauf komplexer Zinsprodukte, die Bank einzuholen.
Am Sonntag waren wegen der Zinsaffäre weitere Top-Manager der Bank zurückgetreten. Finanzvorstand Chris Lucas und Chefjustiziar Mark Harding mussten das Unternehmen verlassen. Die Nachfolgeregelung soll eine "beachtliche Zeit" in Anspruch nehmen.
ssu/Reuters