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09.02.2013
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Internetriese

Google-Manager verkauft milliardenschweres Aktienpaket

AP

Google-Verwaltungsratschef Schmidt: Lukratives Geschäft

Eric Schmidt verkauft 42 Prozent seiner Google-Aktien. Nach derzeitigem Stand könnte der Verwaltungsratschef damit 2,5 Milliarden Dollar erlösen. Der Deal gebe dem Manager "mehr individuellen Spielraum", heißt es in einer Begründung des Konzerns.

San Francisco - Der frühere Google-Chef Eric Schmidt trennt sich von rund 42 Prozent seiner Aktien. Schmidt werde im Laufe des Jahres 3,2 Millionen Google-Aktien veräußern, teilte das Unternehmen in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC mit. Der Schritt gebe dem Manager mehr individuellen Spielraum und Liquidität, hieß es. Die Verkäufe sollen gestaffelt stattfinden, so dass der Kurs nicht zu sehr leidet.

Derzeit hält Schmidt rund 7,6 Millionen Google-Aktien Chart zeigen. Die Titel notieren derzeit auf Rekordständen. Am Freitag schloss die Aktie beim Stand von 785,37 Dollar. Zu diesem Preis könnten Schmidt die Aktienverkäufe 2,51 Milliarden Dollar einbringen. Nach dem Abschluss des Geschäfts hätte er noch fünf Prozent der Stimmrechte. Nur die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin besitzen mehr Aktien als Schmidt.

Schmidt war bis 2011 Chef von Google. Vor zwei Jahren übergab er die Position an Firmenmitbegründer Page. Seitdem fungiert Schmidt als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Eine Sprecherin wollte sich nicht näher zu den Gründen für den Aktienverkauf äußern.

Kritik an Steuertricks

Ende vergangenen Jahres hatte Schmidt mit Äußerungen für Aufsehen gesorgt, er sei "sehr stolz" auf die Steuertricks seines Unternehmens. Kritik an dem Modell, mit dem Google seine Abgaben auf ein Minimum reduziert, wies er zurück. "Das nennt man Kapitalismus", sagte er.

Google verschiebt seine Gewinne in Europa in Länder mit niedrigen Steuersätzen und kombiniert dabei unterschiedliche Steuervorteile der einzelnen Staaten. Ralph Dommermuth, 1&1-Gründer und deutscher Internetmilliardär, kritisierte dies im SPIEGEL in der vergangenen Woche heftig. "In Großbritannien beschäftigt sich schon das Parlament mit den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dieser multinationalen Firmen. Das würde ich mir auch in Deutschland wünschen", sagte Dommermuth.

cte/Reuters/AFP

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insgesamt 81 Beiträge
1. Gestaltungsfreiheit?
susuki 09.02.2013
Mit ein paar Millione wäre er freier und weniger auffällig. Mit ein paar Milliarden ist er nur noch Manöfriermasse seiner Bodygards, eingesperrt hinter den hohen Mauern seiner Liegenschaften.
Mit ein paar Millione wäre er freier und weniger auffällig. Mit ein paar Milliarden ist er nur noch Manöfriermasse seiner Bodygards, eingesperrt hinter den hohen Mauern seiner Liegenschaften.
2. Mehr indiv. Spielraum od. mehr
eckawol 09.02.2013
will jeder irgendwann 'mal. Vielleicht gehen die zu verkaufenden Anteile an Nordkorea , um dieses Land dem Fortschritt näher zu bringen?
will jeder irgendwann 'mal. Vielleicht gehen die zu verkaufenden Anteile an Nordkorea , um dieses Land dem Fortschritt näher zu bringen?
3. Auch in diesem Punkt....
kuehtaya 09.02.2013
...sind uns die Briten meilenweit voraus. Während sie selbst mit ihren Steueroasen, City of London, Guernsey und Jersey kein Problem darin sehen Fluchtmodelle für Firmen aus ganz Europa zu entwickeln, wehren sie sich strikt [...]
...sind uns die Briten meilenweit voraus. Während sie selbst mit ihren Steueroasen, City of London, Guernsey und Jersey kein Problem darin sehen Fluchtmodelle für Firmen aus ganz Europa zu entwickeln, wehren sie sich strikt dagegen unversteuertes Geld aus ihrem Land abfliessen zu lassen. So dreist , so gut. Über die kriminellen aber offensichtlich politisch gewollten (sonst wäre es anders) Steuermodelle hinaus, treiben diese internationalen Konzerne noch ganz andere Blüten in Sachen Verbraucherschutz. Der existiert nämlich gar nicht. Versuchen Sie mal bei Google, Ebay, PayPal, Amazon und Konsorten Ihre Interessen durchzusetzen. Viel Spaß dabei gegen eine Glasfassade ohne Eingang zu rennen.
4.
leopold123 09.02.2013
Über 2 Milliarden Dollar für mehr Liquidität? Entweder der gute Mann will sich eine ganze Airline an Privatjets anschaffen, ein Villenviertel kaufen oder die Aktie unterläuft demnächst einer kleineren "Korrektur". Würde [...]
Über 2 Milliarden Dollar für mehr Liquidität? Entweder der gute Mann will sich eine ganze Airline an Privatjets anschaffen, ein Villenviertel kaufen oder die Aktie unterläuft demnächst einer kleineren "Korrektur". Würde ich Google Aktien besitzen, wäre jetzt wohl ein guter Zeitpunkt, um zu verkaufen
5. Konsequenterweise keine Google Produkte mehr nutzen
h-kunz 09.02.2013
Wenn ein Individuum wie Hr. Schmidt 2.500 Mio$ braucht um mehr - wohlgemerkt individuellen - Spielraum braucht scheint mir im Oberstübchen etwas durcheinander gekommen zu sein. Die Äußerung von wegen Kapitalismus mindern diesen [...]
Wenn ein Individuum wie Hr. Schmidt 2.500 Mio$ braucht um mehr - wohlgemerkt individuellen - Spielraum braucht scheint mir im Oberstübchen etwas durcheinander gekommen zu sein. Die Äußerung von wegen Kapitalismus mindern diesen Eindruck bei mir nicht unbedingt. Da ich mit der Firmenpolitik von Google diesbezüglich überhaupt nicht einverstanden bin bleibt also nur das konsequente Meiden von Produkten von Google. Als Mitarbeiter von Google wäre ich nicht besonders stolz auf mein Unternehmen mit dieser Steuerminimierungspolitik. Wie würde es in unserm Land aussehen wenn das jedes Unternehmen so konsequent machen würde? Bereits heute ist die Steuer- und Abgabenlast viel zu hoch und mit jedem so handelndem Unternehmen wird das nicht besser.

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