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25.02.2013
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Mobiles Bezahlen

Finanzriesen blasen zur Aufholjagd

Der Wettbewerb der mobilen Bezahlsysteme kommt in Schwung: Auf dem Mobile World Congress stellen etliche Anbieter ihre Dienste vor, darunter Schwergewichte wie Visa, Samsung und die Deutsche Telekom. Ein Überblick.

Barcelona - Mit der Ausbreitung von Smartphones und Tablets wächst der Markt für ganz neue Bezahllösungen. Experten rechnen damit, dass sich das Bezahlen im Alltag radikal verändern wird.

Und der Wettbewerb der mobilen Bezahlsystemen kommt allmählich in Schwung. Vorreiter wie PayPal, Square oder Payeleven bekommen zunehmend Konkurrenz durch die alte Garde der Finanzdienstleister. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentierten zahlreiche Branchen-Schwergewichte ihre Lösungen. Ein Überblick.

MasterPass

Bei MasterPass wird man mit dem Smartphone bezahlen können, indem man im Laden einen Strichcode einscannt. Oder man hält ein Smartphone mit NFC-Funktechnik über ein entsprechend ausgestattetes Kassen-Terminal. Auch Bezahl-Buttons im Online-Handel sollen über das System laufen.

Dabei kann ein Kunde bei MasterPass verschiedene Konten und Karten bündeln. Die Daten werden online auf gesicherten Servern von Mastercard gespeichert und müssen nicht jedes Mal neu eingegeben werden. In Deutschland dürfte das System Anfang 2014 eingeführt werden, vorher schon in Australien und Kanada. Mastercard will das System auch anderen Finanzdienstleistern zur Verfügung stellen, die es dann unter ihrem eigenen Namen vermarkten können.

Paywave

Der Mastercard-Konkurrent Visa platziert unterdessen sein sogenanntes Paywave-Bezahlsystem ab Werk auf allen Samsung-Smartphones mit NFC-Chip. Zudem werden Banken Kontoinformationen direkt auf die Geräte laden können. Die Partner wollen zudem gemeinsam an der nächsten Generation von NFC-fähigen Samsung-Geräten mit Visa-Zahlungstechnologie arbeiten. Bei der NFC-Technik kann man zum Bezahlen sein Smartphone oder eine Karte mit entsprechendem Chip einfach vor ein Kassenterminal halten.

myWallet

Der myWallet-Bezahldienst gewann seit Ende Oktober in Polen mehr als 5000 Kunden, wie die Telekom in Barcelona mitteilte. Der Dienst ist als App auf Smartphones verfügbar und vereint verschiedene kontaktlose Bezahlmethoden. Zudem lassen sich Flugtickets oder Bonuskarten an einem Ort sammeln. Nach Polen soll der Service in diesem Jahr in fünf weiteren Ländern starten, darunter in Deutschland.

SumUp

Der deutsche Bezahl-Dienstleister SumUp setzt dagegen auf ein System, bei dem Geodaten zum Einsatz kommen. Wenn ein Kunde das Geschäft betritt, wird sein Bild auf dem als Kasse eingesetzten Tablet-Computer angezeigt. Der Verkäufer rechnet den Einkauf ab, indem er das Gesicht des Kunden mit dem Foto vergleicht. Die Bezahldaten sind im System hinterlegt. So müssen weder Handy noch Portemonnaie die Tasche verlassen.

ssu/dpa

Forum

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insgesamt 7 Beiträge
1. Sinnfreier Fortschritt?
zila 25.02.2013
Also, meine regulaere Visa- und Mastercard haben hier in Kanada bereits den Drahtlos-Chip und PIN. Der Komfort oder Zeitgewinn ist minimal gegenueber einstecken, die oft elend langsamen Datenleitungen bis zur Verifikation sind der [...]
Also, meine regulaere Visa- und Mastercard haben hier in Kanada bereits den Drahtlos-Chip und PIN. Der Komfort oder Zeitgewinn ist minimal gegenueber einstecken, die oft elend langsamen Datenleitungen bis zur Verifikation sind der Flaschenhals oder die alte Dame an der Kasse, die ganz ueberrascht erst ihr Portemonnaie sucht und dann nach Kleingeld kramt. Aber nicht, ob ich die Karte kurz auflege oder schnell einstecke.
2. Mobiles Bezahlen: Cash
suchenwi 25.02.2013
Mein mobiles Bezahlen sieht seit ca. 50 Jahren (und bei der Menschheit seit Tausenden von Jahren) so aus: - Banknoten und/oder Münzen übergeben - evtl. Wechselgeld einstecken Allerdings gibt es in Schweden, Italien, [...]
Mein mobiles Bezahlen sieht seit ca. 50 Jahren (und bei der Menschheit seit Tausenden von Jahren) so aus: - Banknoten und/oder Münzen übergeben - evtl. Wechselgeld einstecken Allerdings gibt es in Schweden, Italien, Frankreich usw. immer wieder Stimmen, die Barzahlungen limitieren oder ganz verbieten wollen. Ein Limit in haushaltsüblicher Menge kann ich ja noch verstehen. Aber mein aktuelles Auto habe ich gebraucht für 1500€ gekauft. Cash.
3. weltfremd
row_66 25.02.2013
die grossen sind wenigstens so klug ihre Daten nicht zu veröffentlichen, bei Mywallet stand im Januar noch , das von Oktober bis Dezember knapp 20 tausend Transaktionen gemacht worden sind :-) zum Vergleich ein mittlerer [...]
die grossen sind wenigstens so klug ihre Daten nicht zu veröffentlichen, bei Mywallet stand im Januar noch , das von Oktober bis Dezember knapp 20 tausend Transaktionen gemacht worden sind :-) zum Vergleich ein mittlerer Supermarkt macht ca. 5 Tsd Transaktionen / Tag ; Hinweis 1 x bezahlen , egal wie = 1 Transaktion also viel Spass mit den aufstrebenden Startups; Der Redaktuer koennte ja mal spasseshalber versuchen herauszubekommen , wieviel bisher in die Geldkarte bei den roten Vertretern der Bankenzunft gesteckt worden ist und wieviel Transaktionen heute pro Tag damit gemacht werden :-) schoenen Abend noch
4.
Syrus 25.02.2013
Letztendlich hängt der Erfolg dieser Systeme davon ab, wie hoch die Gebühren sind, die der Geschäftsinhaber zahlen muss. Im Einzelhandel werden bei einer Zahlung mit EC-Karte 0,3% Gebühren fällig. Ein System, bei dem die [...]
Letztendlich hängt der Erfolg dieser Systeme davon ab, wie hoch die Gebühren sind, die der Geschäftsinhaber zahlen muss. Im Einzelhandel werden bei einer Zahlung mit EC-Karte 0,3% Gebühren fällig. Ein System, bei dem die Gebühren deutlich höher liegen, wird sich nicht flächendeckend durchsetzen. Typisches Beispiel ist die geringe Akzeptanz von Kreditkarten in Deutschland.
5.
AlexBauer1981 26.02.2013
Naja, wenn man im "gestern" stehen geblieben ist ... Aber ich vermute Sie nutzen auch ein Auto und keinen Ochsen- oder Pferdekarren - wie er früher auch sehr lang überall in Gebrauch war - mehr, oder?
Zitat von suchenwiMein mobiles Bezahlen sieht seit ca. 50 Jahren (und bei der Menschheit seit Tausenden von Jahren) so aus: - Banknoten und/oder Münzen übergeben - evtl. Wechselgeld einstecken Allerdings gibt es in Schweden, Italien, Frankreich usw. immer wieder Stimmen, die Barzahlungen limitieren oder ganz verbieten wollen. Ein Limit in haushaltsüblicher Menge kann ich ja noch verstehen. Aber mein aktuelles Auto habe ich gebraucht für 1500€ gekauft. Cash.
Naja, wenn man im "gestern" stehen geblieben ist ... Aber ich vermute Sie nutzen auch ein Auto und keinen Ochsen- oder Pferdekarren - wie er früher auch sehr lang überall in Gebrauch war - mehr, oder?

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