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27.02.2013
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Hauptversammlung

Mehrheit der Aktionäre stützt Apple-Chef

REUTERS

Apple-Chef Tim Cook (Archivbild): Neue "tolle Produkte"

Die Apple-Revolte fällt aus: Hartnäckig hatte der Anteilseigner David Einhorn gefordert, der Konzern solle seine Bargeldreserven von 105 Milliarden Euro anzapfen. Doch bei der Hauptversammlung stellten sich die Aktionäre jetzt hinter Apple-Chef Cook - der neue "tolle Produkte" versprach.

Cupertino - Vor der Aktionärsversammlung stand Apple unter Druck, den Aktionären mehr von seinem umgerechnet gut 105 Milliarden Euro schweren Geldberg abzugeben. Der Hedgefonds-Manager und Apple-Anteilseigner David Einhorn hatte im Vorfeld aggressiv dafür geworben und die Ausgabe von speziellen Vorzugsaktien, sogenannten "iPrefs" verlangt.

Bei der Hauptversammlung des Konzerns blieb die Stimmung allerdings friedlich. Die Aktionäre bestätigten die Mitglieder des Verwaltungsrats nach einer vorläufigen Auszählung mit großer Mehrheit in ihren Ämtern, dies berichteten Anwesende. Zum höchsten Firmengremium gehört auch Konzernchef Tim Cook.

Einhorn tauchte auf der Hauptversammlung, bei der Kameras und Mikrofone nicht zugelassen waren, nicht auf.

Apple-Chef Cook erklärte, "gründlich darüber nachzudenken", wie die Anteilseigner am enormen Bargeldvolumen beteiligt werden könnten. Dieses Versprechen hatte er bereits zuvor abgegeben - allerdings ohne detaillierte Ausführungen. Auch jetzt blieb er vage. Mit der Leitlinie seines verstorbenen Vorgängers Steve Jobs hatte er zuvor gebrochen, als er nach 17 Jahren wieder eine Dividende einführte. Zusammen mit einem Aktienrückkauf fließen den Aktionären damit bereits 35 Milliarden Euro zu.

Trotz des Geldsegens ist die Apple Chart zeigen-Aktie von ihrem Höchststand von 705,07 Dollar weit entfernt - zuletzt war sie auf 443,40 Dollar gefallen. "Ich mag das auch nicht", sagte der Konzernchef laut dem Wirtschaftssender CNBC. Während der Hauptversammlung gab die Aktie um ein Prozent nach. Apple-Aktionäre wie Fans warten gespannt auf neue Produkte. Das Unternehmen arbeite an neuen "tollen Produkten", so Cook. Einzelheiten nannte er nicht. Schon seit langen wird über einen Apple-Fernseher und seit kurzem auch über eine Apple-Uhr spekuliert.

Die Hauptversammlung war vor allem deshalb mit Spannung erwartet worden, weil Hedgefonds-Manager Einhorn in der vergangenen Woche vor einem New Yorker Gericht einen Sieg errungen hatte, als Apple eine für die Hauptversammlung geplante Abstimmung kippen musste. Dabei wäre es um eine Satzungsänderung gegangen, die eine Ausschüttung der Reserven erschwert hätte. Cook nannte das Gerichtsverfahren laut Anwesenden erneut einen "dümmlichen Nebenkriegsschauplatz" und fügte hinzu: "Egal wie der Richter entschieden hat."

lei/dpa/AP

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insgesamt 7 Beiträge
1.
Akkon 27.02.2013
Mehrmals ist im Artikel von "Bargeld" die Rede - ist die mir bekannte Definition von Bargeld vielleicht veraltet, oder hat Apple ernsthaft über 100 Milliarden Dollar in Form von physischen Zahlungsmitteln irgendwo [...]
Mehrmals ist im Artikel von "Bargeld" die Rede - ist die mir bekannte Definition von Bargeld vielleicht veraltet, oder hat Apple ernsthaft über 100 Milliarden Dollar in Form von physischen Zahlungsmitteln irgendwo rumliegen? Im iTresor vielleicht?
2.
kuac 27.02.2013
Apple ist eine Arbeitnehmer- und Aktionärfeindliche Firma. Mickrige Dividende und Ausbeutung der Mitarbeiter. Siehe VW, wie man es machen soll. Anständige Dividende und jeder Mitarbeiter bekommt ein einmaliges Geschenk von [...]
Zitat von sysopDie Apple-Revolte fällt aus: Hartnäckig hatte der Anteilseigner David Einhorn gefordert, der Konzern solle seine Bargeldreserven von 105 Milliarden Euro anzapfen. Doch bei der Hauptversammlung stellten sich die Aktionäre jetzt hinter Apple-Chef Cook - der neue "tolle Produkte" versprach. Apple-Hauptversammlung: Aktionäre stellen sich hinter Konzernchef Cook - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apple-hauptversammlung-aktionaere-stellen-sich-hinter-konzernchef-cook-a-885987.html)
Apple ist eine Arbeitnehmer- und Aktionärfeindliche Firma. Mickrige Dividende und Ausbeutung der Mitarbeiter. Siehe VW, wie man es machen soll. Anständige Dividende und jeder Mitarbeiter bekommt ein einmaliges Geschenk von über 7000 Euro.
3. Kalte Enteignung....
meyer@savvy.de 28.02.2013
Eigentlich ist das Anhäufen großer Reserven durch Aktiengesellschaften eine kalte Enteignung. Denn schließlich gehört den Aktionären das Geld. Das man Reserven für neue Produkte brauchen, ist klar. Aber wie groß dürfen diese sein? [...]
Eigentlich ist das Anhäufen großer Reserven durch Aktiengesellschaften eine kalte Enteignung. Denn schließlich gehört den Aktionären das Geld. Das man Reserven für neue Produkte brauchen, ist klar. Aber wie groß dürfen diese sein? Wie lange dürfen diese gehalten werden? Ich würde vorschlagen, dass die Aktionäre dies zukünftig entscheiden können. Alles den Vorständen zu überlassen hieße sonst den Angestellten zuviel Macht über das Eigentum der Aktionäre zu geben.
4. Apple macht es genau richtig! Immer schön flüssig bleiben ist ne sinnvolle Strategie!
herrurlaub 28.02.2013
Der Hedgefond-Heini ist doch nur ein Strohmann der Banken. Wenn Apple neue Produkte entwickeln und Firmen kaufen will greifen sie einfach in den großen Topf, statt bei arroganten Bankern um Kredite zu feilschen und jedes Jahr mehr [...]
Der Hedgefond-Heini ist doch nur ein Strohmann der Banken. Wenn Apple neue Produkte entwickeln und Firmen kaufen will greifen sie einfach in den großen Topf, statt bei arroganten Bankern um Kredite zu feilschen und jedes Jahr mehr an Zinsen aufbringen zu müssen. Ja, die Bankster wissen nichtmal ob die Aktie steigt oder fällt, weil diese Obstler ja so viele Geheimnisse haben. Das darf einfach nicht sein! Es könnte ja mit dem Geld etwas sinnvolleres gemacht werden als Boni zu bezahlen. In den meisten Firmen läuft es doch so: Die Firma ist chronisch unterfinaniziert, schrappt alle zwei, drei Jahre knapp an der Insolvenz vorbei und die Chefs sind häufiger bei der Hausbank als in Marketing und Entwicklung. Und außerdem gibt es so immer Argumente noch mehr aus den Mitarbeitern herauszupressen. Mit dem Geld das Apple zur Verfügung steht kann man in vielen Bereichen Revolutionen herbeiführen. Z.B. ein elektrisches iCar bauen (mit Lightning-Connector ;-) ) - was sind schon 20 Milliarden Entwicklungskosten? Oder einfach nur ruhig schlafen. Übrigens: Bevor Siemens kaputt gespart wurde galt es wegen seiner stets soliden Finanzdecke als Bank mit angeschlossenem Industriekonzern.
5. nö title
kraijjj 28.02.2013
Neue tolle Produkte?? Kommt klar und schafft es erst einmal die bestehenden auszuliefern. Habe Anfang Dezember einen iMac bestellt und warte immer noch auf das Gerät. und bezahlt eure Zulieferer endlich anständig. Die [...]
Neue tolle Produkte?? Kommt klar und schafft es erst einmal die bestehenden auszuliefern. Habe Anfang Dezember einen iMac bestellt und warte immer noch auf das Gerät. und bezahlt eure Zulieferer endlich anständig. Die Aktionäre sind mir da egal..

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