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Wirtschaft

Drohende Kartellstrafe

Aktien von Thyssenkrupp stürzen ab

Wegen drohender Kartellstrafen musste der Stahlkonzern Thyssenkrupp seine Gewinnziele senken. Die Folge: Viele Anleger trennten sich von der Aktie des Konzerns, der Kurs rutschte zeitweise über mehr als zwölf Prozent ab.

FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Thyssenkrupp in Duisburg

Freitag, 09.11.2018   16:49 Uhr

Die Aktie von Thyssenkrupp hat an der Börse zeitweise mehr als zwölf Prozent verloren. Damit verbuchte sie den höchsten Verlust innerhalb eines Tages seit Sommer 2016. Grund dafür ist eine drohende Kartellstrafe in der Stahlsparte.

Am Donnerstag hatte der Konzern mitgeteilt, von Ermittlungen des Bundeskartellamts zu mutmaßlichen Wettbewerbsabsprachen der Vergangenheit betroffen zu sein. Deshalb rechnet der Konzern im laufenden Geschäftsjahr kaum noch mit Gewinn: Statt knapp 0,3 Milliarden Euro rechnet der Konzern nur noch mit einem Plus von 0,1 Milliarden. Der neue Vorstandschef Guido Kerkhoff musste einräumen, dass der Industriekonzern auch seine bereits nach unten korrigierten Ziele im abgelaufenen Geschäftsjahr verfehlt hat.

Das sorgte für großen Verlust an der Börse: Die Aktie war abgeschlagenes Schlusslicht unter den Dax-Papieren. Es handelt sich nicht um die erste Gewinnwarnung Thyssenkrupps in diesem Jahr.

Die vollständige Bilanz stellt Kerkhoff am 21. November vor. Aber schon jetzt ist klar, dass die Zahlen für 2017/18 eine Enttäuschung sind. Der operative Gewinn sank auf 1,6 (Vorjahr: 1,7) Milliarden Euro, der Überschuss auf 100 (271) Millionen.

Kerkhoff will den Konzern aufteilen - in eine Industrials AG, zu der unter anderem die lukrative Aufzugssparte gehören soll, und eine Materials AG mitsamt der Beteiligung an dem geplanten Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel. Allein durch eine Aufspaltung würden die Geschäfte nicht ertragreicher, sagte ein Anlegerschützer. "Es wird schwer zu erklären, wie das vorangehen soll, nachdem jetzt doch ein ganzer Sack von Belastungen aufgemacht worden ist. Selbst die Aufzugssparte läuft seit Jahren bei der Performance den Besten hinterher."

Thyssenkrupp teilte mit, der Vorstand arbeite an allen Problemen. Gegen das Unternehmen waren schon häufiger hohe Kartellstrafen verhängt worden. In der Branche hatte es Absprachen nicht nur beim Stahl und Edelstahl, sondern auch bei Eisenbahnschienen und Aufzügen gegeben.

mal/Reuters/dpa

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