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Wirtschaft

Urteil der Vorinstanz gekippt

Gericht beschränkt Einfluss von Aldi-Erben

Welchen Einfluss haben die Erben von Gründersohn Berthold Albrecht auf eine Stiftung, die ein Fünftel der Anteile an dem Discounterriesen hält? Ein Gericht entschied nun zu ihren Ungunsten.

DPA

Logo von Aldi Nord

Donnerstag, 07.12.2017   18:34 Uhr

Im Familienstreit bei Aldi Nord hat das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht ein Urteil der Vorinstanz aufgehoben. Damit ist eine Satzungsänderung bei einer Familienstiftung, die rund ein Fünftel der Anteile an dem Discounterriesen hält, rechtens.

Durch die Änderung war nach dem Tod von Gründersohn Berthold Albrecht im Jahr 2012 der Einfluss seiner Familie in der Stiftung spürbar eingeschränkt worden. Die Satzungsänderung war auch vom Kreis Rendsburg-Eckernförde als Stiftungsaufsicht akzeptiert worden. Doch die Erben Bertholds klagten dagegen.

Das Verwaltungsgericht gab ihnen aus formalen Gründen recht. Das OVG hingegen sagte, die Vorinstanz habe zu Unrecht die Unzulässigkeit der Satzungsänderung festgestellt. Die Revision ist nicht zugelassen.

Aldi Nord ist auf drei Familienstiftungen aufgeteilt. Wichtige Entscheidungen über Investitionen und strategische Entwicklungen müssen die drei Stiftungen gemeinsam fällen.

insgesamt 1 Beitrag
Andreas1979 08.12.2017
1. Das ist eine schlechte Erbfolge
An Bertholds Stelle hätte ich eine AG gegründet und jedem ein einen Anteil gegeben, wie er es für richtig hält. Doch leider denken die großen Patriarchen nicht an eine vernünftige Nachfolge, bzw. wie einer den anderen durch [...]
An Bertholds Stelle hätte ich eine AG gegründet und jedem ein einen Anteil gegeben, wie er es für richtig hält. Doch leider denken die großen Patriarchen nicht an eine vernünftige Nachfolge, bzw. wie einer den anderen durch monatliche Abstandszahlungen zu seinem Erbrecht kommt. Eine Aufteilung in Nord Ist und Nord West mit Ausgleichzahlungen ist auch möglich, je nachdem wie viele Kinder er hat.

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