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Wirtschaft

Mitten im Abgasskandal

Audi tauscht halben Vorstand aus

Beben bei Audi: Nach Informationen des manager magazin tauscht der Autohersteller vier von sieben Vorständen aus. Unternehmenschef Stadler bleibt vorerst verschont.

Audi

Audi-Vorstände Hubert Waltl, Thomas Sigi, Axel Strotbek, Dietmar Voggenreiter

Von manager-magazin-Redakteur Michael Freitag
Freitag, 28.07.2017   17:42 Uhr

Audi steht vor einem massiven Vorstandsumbau. Gleich vier von sieben Vorständen müssen ihre Positionen nach Informationen des manager magazin in Kürze räumen.

Es handele sich um Finanzvorstand Axel Strotbeck, Produktionschef Hubert Waltl, den für das Personal zuständigen Thomas Sigi und Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter, heißt es im Unternehmen. Der Chef der Audi-Mutter Volkswagen, Matthias Müller, habe die vier betroffenen Vorstände im Umfeld einer Audi-Aufsichtsratssitzung am 26. Juli über ihre bevorstehende Abberufung informiert. Auch in dem Gremium sei das Thema informell diskutiert worden.

Einen formalen Beschluss über den Vorstandsumbau gibt es noch nicht. Auch über die Nachfolger sei noch nicht entschieden worden, berichten Insider. Die Konzernspitze reagiert mit dem Tausch auf die Skandale bei Audi und die im Vergleich zu den Hauptwettbewerbern Mercedes und BMW nachlassenden Ergebnisse.

Bei Audi waren in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder neue Details über Abgasmanipulationen bekannt geworden. Die vier Vorstände wurden ebenso wie Vorstandschef Rupert Stadler massiv kritisiert.

Vertriebsvorstand Voggenreiter zum Beispiel wird der heftige Streit mit den chinesischen Audi-Händlern und dem dortigen Joint-Venture-Partner FAW angelastet. Audi hat dort im ersten Halbjahr 2017 zwölf Prozent weniger Autos verkauft als vor einem Jahr; Mercedes kam im gleichen Zeitraum auf 35 Prozent plus.

Auch Audi-Chef Stadler gilt als angezählt. Er behält sein Amt allerdings vorerst. Falls auch Stadler sein Amt verliere, werde ihm voraussichtlich eine andere Position im Volkswagen-Konzern angeboten, berichten Beteiligte. Das Gleiche gelte für Audi-Vertriebschef Voggenreiter und Finanzer Strotbek.

Lesen Sie auch: Volkswagens Schatten-Vorstand

asa

insgesamt 53 Beiträge
Freidenker10 28.07.2017
1. Das ist alles?
Und das soll jetzt genügen, dass die Herrschaften mit Abfindung und Riesenpension ihr Leben genießen können? Das ist das Rechtsempfinden der Bosse, Pension als Strafe. Meines ist das nicht! Diese Herrschaften müssen für [...]
Und das soll jetzt genügen, dass die Herrschaften mit Abfindung und Riesenpension ihr Leben genießen können? Das ist das Rechtsempfinden der Bosse, Pension als Strafe. Meines ist das nicht! Diese Herrschaften müssen für Betrug bezahlen wie jeder andere auch! Und da man mit den guten Verkaufszahlen der Betrugautos noch richtig viel Geld in Form von Bonis verdient hat, müssen hier auch deutliche finanzielle Strafen folgen! es kann nicht sein das nur der Kunde mit seinen an Wert verlierendes Autos Geld verliert!!!
fht 28.07.2017
2. Bauernopfer
und: " werde ihm voraussichtlich eine andere Position im Volkswagen-Konzern angeboten" Eine Aufarbeitung der Missetaten sähe anders aus.
und: " werde ihm voraussichtlich eine andere Position im Volkswagen-Konzern angeboten" Eine Aufarbeitung der Missetaten sähe anders aus.
ktomy69 28.07.2017
3. Endlich
.... war ja auch mal Zeit, dass einige der Manager die den guten Autobauer an die Wand gefahren haben antreten. Waren es jetzt aber nur die sinkenden Verkaufszahlen die dazu geführt haben?
.... war ja auch mal Zeit, dass einige der Manager die den guten Autobauer an die Wand gefahren haben antreten. Waren es jetzt aber nur die sinkenden Verkaufszahlen die dazu geführt haben?
marcnu, 28.07.2017
4. Was ist mit Matthias Müller selbst?
Er war als Porschechef direkt verantwortlich!
Er war als Porschechef direkt verantwortlich!
budweiser1 28.07.2017
5. Der berühmte Fisch...
...der vom Kopf her stinkt. Naja, vier von sieben müssen gehen. So what? Halbherzig und inkonsequent. Der Kopf des Fisches sitzt nicht nur in Ingolstadt, sondern in Wolfsburg. Also, liebe VW Vorstände und Manager in der 2. und [...]
...der vom Kopf her stinkt. Naja, vier von sieben müssen gehen. So what? Halbherzig und inkonsequent. Der Kopf des Fisches sitzt nicht nur in Ingolstadt, sondern in Wolfsburg. Also, liebe VW Vorstände und Manager in der 2. und 3. Reihe: zeigt wenigstens etwas Anstand. Man hat euch erwischt - Zeit zu gehen. It's that simple. Ach ja, die übrigen drei Audi Vorstände sollten auch gleich gehen. Aber die wahre Strafe kommt erst noch: der Liebes- und Kaufentzug der Kunden. DAS nennt man Marktwirtschaft - den Kunden bedienen. Und nicht für dumm verkaufen.

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