Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Fondsmanager über 2019

"Der Zyklus geht dem Ende entgegen"

Das alte Jahr endet mit Turbulenzen an den Finanzmärkten. Schlechte Aussichten für 2019 also? Berenberg-Fondsmanager Gebhardt gibt sich zuversichtlich - und sagt zwei Branchen Aufholpotenzial voraus.

DPA

Pro- und Anti-Brexit-Demonstranten in London am 18.12.2018

Ein Interview von
Donnerstag, 27.12.2018   10:08 Uhr

SPIEGEL: 2018 war ein außergewöhnlich schlechtes Börsenjahr, der Deutsche Aktienindex Dax hat rund 18 Prozent verloren. Warum?

Gebhardt: Die Weltwirtschaft wächst langsamer als erwartet, der Zyklus geht dem Ende entgegen, die Aussichten sind ungewiss. Dass sich die Anleger in so einer Situation zurückhalten, ist normal. Seit etwa zwei Monaten sehen wir einen regelrechten Käuferstreik, auch am Anleihemarkt, wo zunehmend die riskanten Papiere ausfallen.

SPIEGEL: Wird das 2019 anders?

Zur Person

Gebhardt: Ja, wenn die Konjunktur zu Jahresbeginn gute Nachrichten liefert. Aber wie gesagt, die Lage ist unübersichtlich. Brexit, Handelskrieg, Italien-Krise: Es gibt ungewöhnlich viel Unsicherheit, die Unternehmen warten ab, wie viel sie investieren und einstellen. Immerhin gibt es in Deutschland keine Anzeichen für eine Rezession.

SPIEGEL: Was macht Ihnen denn Hoffnung?

Gebhardt: Vor allem China. Der dortige Aktienmarkt hat sich bereits stabilisiert, die Politik mehrfach die Kreditvergabe gelockert, um das Wachstum anzutreiben. Selbst ein Konjunkturprogramm halte ich für denkbar. Hauptsache, der Handelskrieg mit den USA eskaliert nicht weiter.

SPIEGEL: 2018 gerieten viele Schwellenländer ins Trudeln. Ist die Gefahr gebannt?

Gebhardt: Ich denke schon. Die Schwellenländer sind in deutlich besserer Verfassung als noch vor ein paar Jahren. Wenn die US-Notenbank nicht im gleichen Tempo wie 2018 die Zinsen anhebt, wird auch der Dollar sinken. Das wiederum hilft den Emerging Markets, deren Unternehmen vielfach in Dollar verschuldet sind und es leichter haben, die Schulden zu begleichen, wenn der Kurs schwach ist.

SPIEGEL: In was also sollten Anleger investieren?

Gebhardt: Vor allem in Unternehmen mit gesunden Bilanzen und sicheren Dividenden. Die Branchen sind gar nicht so entscheidend. Wobei ich glaube, dass Aktien von Autozulieferern oder der Chemieindustrie wieder attraktiv sind. Letztere haben nach den Kursverlusten des vergangenen Jahres viel Aufholpotenzial. Und die Autozulieferer könnten davon profitieren, dass E-Mobilität 2019 ein Megathema werden dürfte. Ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen. Wer unsicher ist, sollte auch in Gold investieren.

insgesamt 15 Beiträge
Objectives 27.12.2018
1. 20 Jahre Deutsche Bank
Nicht gerade schmeichelhaft so eine Station in seiner Vita zu haben. Von daher sollte man auf seine Aussagen nicht zu viel Gewicht geben.
Nicht gerade schmeichelhaft so eine Station in seiner Vita zu haben. Von daher sollte man auf seine Aussagen nicht zu viel Gewicht geben.
seit1973 27.12.2018
2. Wenn`s Sylvester schneit....
...ist Neujahr nicht mehr weit. Wenn wenn wenn, dann dann dann, oder auch anders. Danke, Experte.
...ist Neujahr nicht mehr weit. Wenn wenn wenn, dann dann dann, oder auch anders. Danke, Experte.
wunsiedel 27.12.2018
3. Was für ein Experte !
Platitüden und Kaffeesatzleserei.
Platitüden und Kaffeesatzleserei.
jens.kramer 27.12.2018
4. Ganz so schlimm war es dann doch nicht
Wenn man sich Unternehmen wie Ericsson oder Nokia anschaut, die Industrie 4.0, Netzwerktechnik, kommenden Mobilfunkstandard 5G liefern, fallen hier im Jahr 2018 ca. 30% Kursplus auf. Der Eurostoxx 50 insgesamt fiel um 15%. Also [...]
Wenn man sich Unternehmen wie Ericsson oder Nokia anschaut, die Industrie 4.0, Netzwerktechnik, kommenden Mobilfunkstandard 5G liefern, fallen hier im Jahr 2018 ca. 30% Kursplus auf. Der Eurostoxx 50 insgesamt fiel um 15%. Also sind die Anleger gar nicht so pessimistisch, wie manche glauben.
MarcoMütz 27.12.2018
5. Bei den Auguren
... im alten Rom wurde nur das vorhergesagt, das den Herrschenden nutzte. Wie Cäsar weiß, auch nicht immer zur eigenen Sicherheit. Ich frage mich bei solchen Vorhersagen, wem nutzen sie?
... im alten Rom wurde nur das vorhergesagt, das den Herrschenden nutzte. Wie Cäsar weiß, auch nicht immer zur eigenen Sicherheit. Ich frage mich bei solchen Vorhersagen, wem nutzen sie?

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP