Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Handelsbeziehungen

Schweizer und Briten schließen Post-Brexit-Abkommen

Mit den übrigen EU-Ländern ringt Großbritannien noch darum, mit der Schweiz ist es nun geschlossen: ein Handelsabkommen für die Zeit nach dem Brexit.

AFP

Minister Fox (l.) und Parmelin vor der Vertragsunterzeichnung

Montag, 11.02.2019   17:34 Uhr

Als eines der ersten Länder hat die Schweiz mit Großbritannien ein Handelsabkommen für die Zeit nach dem britischen EU-Austritt geschlossen. In Bern unterzeichneten es der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin und der britische Minister für internationalen Handel, Liam Fox.

Mit dem Vertrag wollen beide Seiten eine reibungslose Fortsetzung ihrer Beziehungen nach dem Brexit sicherstellen. Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied, aber über Abkommen eng an die EU gebunden. Mit einer Reihe von Ausnahmen nimmt sie auch deren Binnenmarkt teil.

Möglich seien Komplikationen im Agrarbereich, warnte Parmelin. Wenn das britische Parlament am 29. März ohne Einigung auf den in Brüssel ausgehandelten Austrittsvertrag aus der EU ausscheidet, drohe eine Unterbrechung der Einfuhren von Tieren und tierischen Produkten aus Großbritannien.

Das bilaterale Abkommen tritt am 30. März in Kraft, falls es keine Verständigung zwischen Großbritannien und der EU gibt. Andernfalls gilt es nach dem Ende der vorgesehenen zweijährigen Übergangsfrist, in der die EU-Regeln weiter gelten.

Beide Lander hatten unter anderem schon den Luftverkehr und Belange des Versicherungswesens bilateral geregelt, ebenso das Aufenthaltsrecht im jeweils anderen Land für ihre Bürger.

Die Schweiz exportiert laut Parmelin im Jahr Waren im Wert von 11,4 Milliarden Franken (rund zehn Milliarden Euro) nach Großbritannien. Großbritannien ist damit der sechstwichtigste Absatzmarkt. Die Schweiz sei für Großbritannien die fünftwichtigste Exportpartnerin außerhalb der EU.

dab/dpa

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP