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Wirtschaft

Ex-Renault-Chef

Ghosn will mit neuem Anwaltsteam angreifen

Seine bisherigen Verteidiger waren ihm wohl zu defensiv: Der ehemalige Renault-Chef Carlos Ghosn hat sich neue prominente Anwälte zugelegt - und geht in die Offensive.

REUTERS

Carlos Ghosn

Mittwoch, 13.02.2019   14:08 Uhr

Der in Japan inhaftierte ehemalige Renault-Chef Carlos Ghosn hat sein Anwaltsteam ausgetauscht. Er werde sich energisch gegen den Vorwurf verteidigen, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen beim Autohersteller Nissan angegeben, teilte Ghosn rund einen Monat vor dem erwarteten Prozessbeginn mit.

AFP

Junichiro Hironaka

Unterstützen soll ihn dabei der erfolgreiche Verteidiger Junichiro Hironaka, der in Japan schon mehrfach prominente Angeklagte vertrat und häufig einen Freispruch erreichte.

Nun beginne die Phase, "in der ich nicht nur meine Unschuld beweisen, sondern auch die Umstände aufklären werde, die zu meiner ungerechtfertigten Verhaftung führten", teilte Ghosn mit.

Der Automanager war am 19. November in Japan festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei seinem Arbeitgeber Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den Autobauer übertragen.

Defensive Verteidigungsstrategie

Ghosn trat im Januar als Chef von Renault zurück. Zuvor hatten bereits Nissan und Mitsubishi den 64-Jährigen als Vorsitzenden des Verwaltungsrats abgesetzt.

Bisher wurde der Manager von einem Anwaltsteam um Motonari Otsuru und Masato Oshikubo vertreten. Sie legten am Mittwoch ihr Mandat nieder, teilte ihre Kanzlei mit. Otsuru, ein ehemaliger Staatsanwalt, leitete das bisherige Anwaltsteam von Ghosn. Er trat sehr defensiv auf. Beispielsweise kritisierte er die Haftbedingungen nicht, über die Ghosn sich selbst beklagt hatte.

Am Donnerstag soll ein erstes Treffen zwischen Ghosns Anwälten, der Staatsanwaltschaft und dem Gericht stattfinden, um den Prozess vorzubereiten. Die Untersuchungshaft ist bis zum 10. März angeordnet. Danach soll der Prozess beginnen.

brt/AFP

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